Oder auch Cybersex genannt. Niemand wird es zugeben, dass er schon mal Cybersex hatte, es liest aber auch niemand die BILD und kauft jeden Dienstag Mumpitz bei Tch*bo. Dennoch ist das ein großes Thema im Zeitalter der Ewig-Singles, die auf der Suche nach der großen Liebe alle Online-Register ziehen und für einen Augenblick Geborgenheit und Hoffnung virtuell das Höschen fallen lassen.
Es gab sogar bereits die erste Scheidung aufgrund von einem virtuellen Seitensprung. Steht so in der Zeitung, ich halte das für überholt. Als ich vor gefühlten 20 6-10 Jahren meine große Liebe online suchte und bei Portal wie Love@Lycos (gibt es nicht mehr) und Finya (gibt es sogar noch), erlebte ich Dramen, deren Ausmaße eine perfekte Grundlage für erotische Psychothriller hätten sein können. Sogar eine ganze Reihe dieser Bücher.
Damals war alles CYBER - und es ging schnell, das Ver- und Entlieben konnte innerhalb von 2-3 Wochen vonstatten gehen, was bei vielen eine Menge über die Qualität der eingebildeten und herbeigesehnten Liebe aussagte.
Cyber waren auch die Vorstellungen von Sex, fernab der heutigen visuellen Reize á la YouPorn, Sextube und Pornhub, man wünschte sich Cyberanzüge wie bei Star Trek und sehnte Seven of Nine herbei (die verdammt scharf war für ne Blondine) um ihren Argumenten zu verfallen und das Cyberhöschen zu befeuchten. Doch der hype um amateurhafte Hausfrauen-Bumsis die verkorksten und niveaulosen einfach gestrickten Männer-Phantasien entsprungen sind, in denen die eigene Ehefrau vom besten Freund beim Kuchen backen auf dem Küchentisch durchgenudelt wird sind Geschichte. Die Zukunft heißt Teledildonik.
Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen und bitte nur dort.
Teledildonik wurde bereits in den 70ern angekündigt und geht heute unter dem Namen „High Joy Enabled iVibe Controller” in Serie. Man schliesst sich also praktisch an den Rechner an und kann loslegen.
Das Pulsieren der Apparatur wird vom virtuellen Sexualpartner – egal ob in Köln oder Kairo – per Mausklicks reguliert. Einem Menschen, obwohl Tausende Kilometer entfernt, kann man so einen Orgasmus bereiten – während der sich, ohne selbst Hand anlegen zu müssen, zurücklehnen darf. Oder aber ebenfalls nach Lust und Laune klickt. Das Ideal des gemeinsamen Orgasmus gilt schließlich auch im Netz.
Demnächst soll es sogar eine entsprechende App für Facebook geben (ich warte auf die fürs iPhone
) und wer seine Teledildoniks angeschlossen hat, kann Anfragen zu virtuellem Sex schicken. Eine tolle Erweiterung der bereits vorhandenen Interaktionsmöglichkeiten, oder?
Eine Engländerin erwischte ihre Mann dabei, wie er sein Alter Ego in Second Life mit einem Mann Sex haben ließ. Als sie ihn daraufhin fragte, was die Scheiße soll, sagte er: “Das ist doch nur virtuell, ich bin doch nicht schwul”.
Sie trennte sich von ihm.
Und die Moral von der Geschichte? Auch online muss man für Sex etwas tun, liebe Leute … man muss die App runterladen, schreiben, klicken, denken - es ist doch viel einfacher und vor allem schöner, einen Menschen dabei zu spüren, statt ihn sich nur vorzustellen, oder?
Die Zukunft macht mir etwas Angst, doch ich hoffe, dass ich in 10-30 Jahren den Sex nicht nur gedanklich steuern kann/werde, sondern auch noch aktiv mit allen Sinnen genieße.
Man muss nicht jeden neumodischen Scheiß nutzen, eine blödsinnige Erfindung/Monat reicht und ich habe ja mein Poken