Ein Blog ist kein Garant für ausschliesslich unterhaltsame und witzige, innovative und aufmunternde Unterhaltung. Doch? Seelenvögel ist es nicht.
Seit gestern denke ich darüber nach, wie vergänglich das Leben ist. Wie schnelllebig. Deshalb kommt etwas Meglosophisches.
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„Fahr bitte vorsichtig“, sagt sie zu ihm, wie sie das bereits unzählige Male gesagt hat. Manchmal reißt sie noch die Tür auf und ruft ihm hinterher, wenn sie vergessen hatte, es zu sagen. Sie küssen und umarmen sich, dann fährt er los. Sie bildet sich ein, dass er bisher immer deshalb heile nach Hause kam, weil sie das zu ihm sagte. Der Zwang entsteht, dem man sich selbst hingibt, den man auch braucht, denn irgendwas muss man dafür tun, dass alles gut geht. Es könnte immer mal sein, dass ein Schutzengel gerade woanders super hero spielen muss. An dem Tag, an dem etwas passiert, wird man sich selbst sofort panisch fragen: „Habe ich mich mit den Worten „Fahr bitte vorsichtig“ verabschiedet?!“. Wenn nein, ist die Schuld, die man mich sich trägt, vorprogrammiert und ihr Gewicht wird nicht unwesentlich dazu beitragen, dass uns eine unermessliche Wut von Innen auffrisst.
Auch wenn er bisher ohne auch nur einen Kratzer nach Hause gekommen ist, entspannt sie sich erst dann, wenn sie die Maschine hört, wenn er in den Hof rein fährt.
Auch wenn sie angespannt ist, sie rechnet damit, dass er nach Hause kommt, schließlich wollen sie doch noch einkaufen, er wollte noch von der Schichtarbeit in der Firma erzählen, außerdem hatte er versprochen, endlich die Glühbirne im Bad zu tauschen und sie freuen sich doch so auf den Urlaub.
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Er zündete die letzte Kerze auf dem Tisch an und grinste in sich hinein. Sie würde Augen machen, das wusste er genau. Nie im Leben hätte sie ich, das zugetraut. Endlich könnte er ihr erzählen, was er jeden Dienstag und Donnerstag Abend machte und müsste sie nicht mehr anschwindeln. Er war sich sicher, dass sie ihm die kleinen Notlügen verzeihen würde, wenn sie erführe, dass er nun endlich die Prüfung zum Koch bestanden hatte und sie somit endlich ihren kleinen Laden in Köln suchen konnten, von dem sie seit Jahren träumten. Er würde kochen und sie würde mit ihrem bezaubernden Wesen, ihrem strahlenden Lächeln den Service managen. Sie waren in jeder Hinsicht das perfekte Paar. Er ging pfeifend in die Küche und schaute in die Töpfe. Schmeckte noch etwas ab und schaute auf die Uhr. 19:15 Uhr. Um 19 Uhr waren sie verabredet. Er holte schon mal die Vorspeise aus dem Kühlschrank und richtete diese liebevoll auf den Tellern an, als das Telefon klingelte. Sie konnte bestimmt wieder keinen Parkplatz finden, aber wenn sie einmal genügend Geld mit dem kleinen Restaurant verdienen würden, wollten sie eh aufs Land ziehen, dort wäre der schönere Ort für Kinder. Ja, sie wollten Kinder.
„Hallo Süße!“, flötete er in den Hörer. Es war still in der Leitung.
„Klaus?“, es war Gertrud, Ankes Mutter. „Du, ich erwarte Anke jeden Moment, sie wollte vor einer Viertelstunde hier sein.“
„Klaus, Anke ist tot“.
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Ihr Handy piepte unaufhörlich, seit sie eine kleine Rund-SMS an ihre Freunde geschickt hatte, dass Norbert und sie nun doch endlich Nachwuchs bekommen würden. Die Freunde wussten, dass sie sich seit 3 Jahren nichts sehnlicher wünschten, als ein Baby zu bekommen, mindestens ein Baby, wie Norbert immer sagte. „Eines nach dem anderen“, bremste sie ihn lachend. Sie hatte Angst. Bisher stand diese Planung unter keinem guten Licht, doch vor 3 Wochen färbte sich der 2. Streifen auch rosa und sie war auf dem Weg zur Gynäkologin, die gestern angerufen hatte. Sie solle mal vorbeikommen. Sonja freute sich, in Gedanken streichelte sie ihren noch flachen Bauch und dachte über Namen, Farben und die Zukunft nach. Ob Norbert sie immer noch attraktiv finden würde, wenn sie mit dicken Beinen und einem unförmigen Leib morgens schon Nutella-Brote mit sauren Gurken verputzen würde? Sie kicherte und spürte im gleichen Augenblick eine leichte Übelkeit aufsteigen, gepaart mit einem perversen Hunger. Das Handy in ihrer Tasche klingelte, sie griff in die Tasche. „Norbert ruft an“, stand auf dem Display, doch das sah sie nicht mehr. Sie riss ihre Augen erschrocken auf, als sie unmittelbar neben sich das Hupen des großen LKW hörte. Das Handy fiel ihr aus der Hand, als sie nach ihrem Bauch griff.
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Es muß nicht immer ein Auto sein. Ein Verkerhsunfall. Es sind auch tödliche Krankheiten, die aus “heiterem” Himmel diagnostiziert werden.
Ich wünsche euch allen ein langes und erfülltes Leben. Tiefen gehören dazu, doch laßt bitte die Sonne nicht aus den Augen. Überlegt für euch, was euch wichtig ist. Verliert euch nicht in Luxussorgen, sondern konzentriert euch auf das Wesentliche. Es ist nicht einfach, doch einen Versuch wert.
Carpe diem. Contra vim mortis non est medicamen in hortis.
G:Sagt