Donnerstag, April 10th, 2008 | Author: Meg

Vor einigen Tagen waren wir bei ElMars Bruder, der Geburtstag gefeiert hatte. Er hat 3 Kinder, der Älteste ist dieses Jahr 14 geworden. Wie das bei Gesprächen zwischen kinderlosen und kinder”reichen” Paaren mit Kindern im Teenager-Alter so ist, wir landeten irgendwann zwangsläufig bei dem Thema Aufklärung von Kindern, Sexualität, etc. Während man darüber diskutierte, wer für die Aufklärung von Kindern verantwortlich ist, wann diese statt zu finden habe und was genau aufgeklärt werden sollte, machte ich mir meine Gedanken darüber, wie ich aufgeklärt wurde. Frau W. hatte das Thema ebenfalls vor einigen Tagen und dort schrieb ich: Als ich 8 war (also 1 Jahr vor der 1. Beichte) haben wir bei einer Freundin die einen Videospieler hatte (sowas war damals so rar wie Bananen und echte Schokolade) einen Bum*i geguckt.
Mir wurde übel.
Auf dem Weg nach Hause wurde mir erst schlagartig bewusst, was ich da gesehen hatte und ich habe mich neben den Polski Fiat 126p der Schulhausmeisters erbrochen. Als ich das nächste Mal “Geräusche” aus dem Zimmer meiner Eltern hörte, fing ich ganz laut an zu singen …  :???:  …

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann war das tatsächlich mein erster “Kontakt” zur menschlichen Sexualität. Warum menschlicher? Nun, ich bin sehr ländlich aufgewachsen und habe gesehen, wie diverse Tier-Babies auf die Welt gekommen sind und auch wie Kühe gedeckt wurden, dennoch mochte ich damals keine Verbindung zu Menschen herstellen. Als ich 3 Jahre alt war, kam meine Schwester auf die Welt und ich bin sicher, dass ich auch irgendwelche Geschichten von Störchen erzählt bekommen habe, sicherlich wunderte ich mich auch darüber, wie der Storch das Baby aus Mamas Bauch bekommen hat, um es zu uns zu bringen, doch es interessierte mich nicht weiter. In der Schule wurde nicht aufgeklärt. Meine Eltern kümmerten sich auch nicht darum. Warum? Ich schätze, dass damals Kinder noch die Möglichkeit hatten, lange Kinder sein zu dürfen. Es bestand keine Notwendigkeit, ein Kind darüber aufzuklären, wie man schwanger werden oder wie man das vermeiden konnte. Alles war entspannt. Ich kannte niemanden im Dorf, der minderjährig Mutter geworden wäre.

Dann kam ich nach Deutschland, in die 6. Klasse und plötzlich sah ich mich mit der Sexualität konfrontiert: Im Religionsunterricht sprachen wir über Verhütung und über Abtreibung. Es war kein gesund aufklärender Unterricht, sondern die beliebte Schockmethode á la: Willst Du mit 14 Jahren Dein Leben quasi an den Nagel hängen oder gar zur Mörderin werden, indem Du abtreibst? Alle Mädchen lasen mit feuchten Augen das “Tagebuch eines Ungeborenen” und sympathisierten mit dem (später abgetriebenen) Baby und nicht mit dem Mädchen. Und den Jungs ging es am sprießenden Sack vorbei.


In Biologie schreiben wir Aufsätze über die unterschiedlichsten Verhütungsmöglichkeiten und in Deutsch sprachen wir über erotische Literatur in der Renaissance, bloß fand man das mit 14-15 nicht sonderlich erotisch. Wie denn auch? Ich hatte nicht mal eine blasse Ahnung davon, dass es einen Unterschied zwischen Sex und Erotik gibt. Auch wenn ich froh war zu wissen, dass es einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt, schließlich hatte ich meinen kleinen Bruder oft genug gewickelt und dabei festgestellt, dass er etwas konnte, was ich niemals beherrschen würde. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich verbrachte auch keine Stunden im Badezimmer, in denen ich mit der Hilfe eines Spiegels und eines Biologie-Buches meine Anatomie studierte, dennoch gelang es mir, ein natürliches Verhältnis zu meinem Körper zu entwickeln. Ich fing an zu lesen, las damals romantische Romane, in denen es nur so vor Leidenschaft, Begierde und angedeuteter Sexualität kochte. Doch Pornografie war es nicht. Und es war romantisch, es war sinnlich. Ich bin mit der Erkenntnis zur Frau gereift, dass sich Liebe und Sex nicht trennen lassen. Und ich mochte dieses Gefühl. Lange Zeit habe ich es mir sogar bewahren können, bis zur ersten Enttäuschung, bis zum ersten „Rachesex”, bis zur ersten Selbstbestätigung auf körperlicher Basis.

Wie ist es heute?
Kindern und Jugendlichen stehen alle Türen zur Sexualität, pornografischen Inhalten weit offen.
Ich bin eine begeisterte Leserin des Magazins „Feigenblatt“, welches sich in der „Frühling”-Ausgabe mit dem Thema Pornografie beschäfigt.
Und bevor gleich einige grinsend nicken und sich fragen, wie viel mehr Visits ich durch dieses Thema auf das Blog bekomme: Es soll Menschen geben, die eines Themas wegen bloggen und auf SEO keinen gesteigerten Wert legen.
In dieser Ausgabe ist ein Interview mit dem Sprecher des Kinderhilfswerkes Arche e.V. über die Übersexualisierung bei Kindern und Jugendlichen. Über die folgende Passage war ich entsetzt:

„In unserer Einrichtung sind Kinder, die mir 14 Jahren schon mehr als 30 Sexualpartner hatten. Ofdtr leben die Familien in sehr kleinen Wohnungen. Der Vater sind vor dem Internet und befriedigt sich im Beisein der Kinder. Die Mutter hat Sex mit einem neuen Freund, die Kinder müssen dabei zuschauen”
(….) Die Kinder, die so aufwachsen, werden eine Gefahr für die Gesellschaft. Wenn es für diese Kinder keine Eltern gibt, die mit ihnen sprechen, wie werden denn die Kinder dieser Kinder?”

Eltern lassen ihre Kinder Pornos gucken. „Ist doch nur Sex”, sagen sie. „Man kann doch nicht früh genug lernen”. Lernen? Was lernen sie denn? Dass Sex prinzipiell nichts mit Liebe zu tun hat? Oder kennt ihr einen Porno, indem man auch mal liebevollen Blümchensex hat, in dem man sich miteinander unterhält, Händchen hält. In dem auch Kinder im gleichen Haus wohnen, die man vorher ins Bett gebracht hat, denen man eine Geschichte vorgelesen hat. Nein! Sie wachsen in emotionaler Armut auf.

Ein Klick genügt und schon hat man im Internet die Auswahl zwischen Soft-Pornos, Hardcore-Filmen oder Gruppensex. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und jeder dritte 15-jährige Junge in Deutschland macht von diesem Angebot regelmäßig Gebrauch.
1Live hatte letzte Woche über das Thema gesprochen. Ein 15-jähriger schrieb eine Mail in die Redaktion, er würde JEDEN Tag Pornos schauen und wisse wohl, dass das mit der Realität nichts zu tun hätte, aber es sei ihm auch bewusst, dass er jetzt schon beziehungsunfähig wäre. Mit 15.

Überlasst die Aufklärung eurer Kinder nicht den überforderten Lehrern. ElMars Schwägerin sagte uns, wie das in den Schulen abgeht. Der Unterricht fällt oft ausgerechnet dann aus, wenn aufgeklärt werden soll. Und wird nie nachgeholt. Schulen holen sich externe Berater, die Kinder aufklären. Man übt mit Bananen. Einer Banane ein Kondom überzuziehen ist Pillepalle. Interessant wird es erst beim Penis, den Falten und der Tatsache, dass er sich auch mal bewegt. Die Größe verändert. Jungs wie auch Mädchen sollten das KÖNNEN.

Erklärt euren Kindern nicht nur ihre Anatomie, sondern auch den verantwortungsvollen Umgang mit ihrem eigenen Körper, mit ihrer Sexualität. Schärft ihnen ein, dass niemand über ihren Körper verfügen darf, ausser sie selbst. Niemand sie zum Sex zwingen darf.
Verlasst euch nicht ausschliesslich auf Bücher, Filmchen und andere Hilfsmittel, auch Dr. Sommer hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und kennt euer Kind nicht. IHR seid die Bezugsperson, wenn es hart auf hart kommt, auch wenn vorher alle Freundinnen befragt werden. Warum ich das so betone? Ich bin entsetzt darüber, wie viele Kinder es gibt, die nicht aufgeklärt sind. Die mit 14-15 Jahren noch meinen, wenn sie nach dem Sex einige Male vom Bett hüpfen, fallen die “bösen” Spermien, die die Kinder machen, wieder raus.,

Pornografie, der Begriff, wird oft verwendet, um ein moralisches Urteil abzugeben, bedeutet dann soviel wie schmutzig, verwerflich und obszön. Das stimmt nicht. Aber es ist wichtig zu wissen und zu verstehen - vor allem für Kinder, für manche Erwachsene ist es zu spät - dass Pornografie nicht das Spiegelbild der Realität ist, sondern die Phantasie von Männern. Phantasie. Die wenigsten von uns wollen das ausleben, was ihre Phantasie ausbrütet. Und das ist auch gut so.
Für alle, die noch mehr lesen wollen, empfehle ich:

1Live - Parallelwelt Porno
Feigenblatt

Und noch mehr Aufklärung :mrgreen: gibt es hier und hier und hier auch.

Category: MegLosophie
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31 Kommentare

  1. andererseits wird man schief angesehen und mit misshandlungsvorwürfen konfrontiert, wenn die 8-jährige tochter über den unterschied zwischen mann und frau bescheid weiss. ein vater darf nicht mehr ohne ein schlechtes gefühl zu haben mit seiner tochter in der badewanne toben und wenn ein kind im kindergarten oder grundschule das wort ‘penis’ in den mund nimmt oder gar weiss, was das ist, dann werden die eltern abgestempelt, vorgeladen oder noch schlimmer: die kinder dürfen mit einer sozialarbeiterin im zweiten bildungsweg gespräche führen.

    ich weiss nicht, in welcher welt du lebst, aber als kinderloses exemplar unserer gesellschaft ist es natürlich ein leichtes, sowas zu schreiben und propaganda zu machen. ein verantwortungsvoller umgang ist nicht nur furchtbar kompliziert, sondern eine gradwanderung, die man meiner meinung nach nicht den (heutzutage selbst manchmal nicht richtig aufgeklärten) eltern überlassen sollte. das geht in die binsen und wenn es zu spät ist, dann ist das geheule gross. was meiner meinung nach geschehen muss ist, dass spätestens in der schule (angefangen 1. klasse) den kindern nicht nur der unterschied erklärt, sondern auch gezeigt werden muss. natürlich immer dem alter entsprechend, aber immer einen deut weiter, als die kinder bereits sind … ansonsten sehen sie es ohnehin um 20:15 im abendprogramm, machen sich ihre eigenen (falschen) gedanken oder wissen nichts damit anzufangen.

  2. Ich habe vor einiger Zeit einen ähnlichen Bericht im St*rn gelesen. Die Teenies dort hatten kaum eine Ahnung, wie sie vernünftig verhüten können, wussten aber über alle Praktiken aus P*rno-Filmen bescheid und brüsteten sich damit, wer bereits möglichst viele dieser Dinge ausprobiert hatte.

    Du sprichst mir mit deinem Beitrag aus der Seele. Das ahnst du bestimmt. Dieses Thema ist eines - von vielen weiteren - die es für mich in der heutigen Zeit sehr schwer machen, ein Kind “vernünftig” großzuziehen. Allerdings ist es in diesem Punkt ein bisschen zu leicht, die Schuld/Verantwortung nur auf die Eltern abzuladen. Hier fühle ich mich als Mutter von wirklich allen Seiten verraten, verkauft und im Regen stehen gelassen.

    Die Kinder werden von den unterschiedlichsten Seiten mit Dingen konfrontiert, auf die ich als Mutter oft keinen Einfluss habe. Fernsehen, Printwerbung, zufällig herumliegende Zeitschriften etc. pp. Nein, ich überlasse meinem Sohn nicht die Fernbedienung zur freien Verfügung, sondern kontrolliere, was er sieht. Noch. Was bei anderen Eltern, bzw. seinen Freunden abgeht, kann ich nicht kontrollieren – da bleibt mir nur mein Bauchgefühl.

    Ich werde meinen Sohn vernünftig aufklären, bzw. bin gerade dabei. Aber: Wie soll man denn einem Kind/Jugendlichen erklären, dass die ganzen Filmchen nicht der Realität entsprechen? Das es schlicht und einfach nur Männerphantasien sind, die nichts mit Liebe oder einer vernünftigen Beziehung zu tun haben? Viele Erwachsene – deren IQ durchaus über dem einer Tiefkühlerbse liegt – halten den Inhalt der Filme doch für realistisch. Normale Frauen stellen „als Liebesbeweis“ sämtliche Körperöffnungen zur Verfügung, nur um dem Mann zu gefallen. Frauen werden dafür gelobt, dass sie sexy und willig und sonst was sind. Schon mal gehört, dass jeman(n)d sagt: „Wow, mit der kann ich mich toll unterhalten. Die ist wirklich intelligent?“

    Jugendliche sehen sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln P*rno-Filme via Handy an – die dann lautstark kommentiert werden – bei denen mir nur vom Zuhören schlecht wird. Wahrscheinlich bin ich spießig und verklemmt oder ein romantischer Träumer, wenn ich damit Probleme habe. Ehrlich gesagt macht mich diese übersexualisierte Gesellschaft krank. Richtig krank. Ich werde mein Bestes tun, um meinen Sohn vernünftig großzuziehen und diverse Klippen zu umschiffen – aber ob ich es schaffe, das weiß ich nicht. Ich werde ihm keine P*rno-Filme geben. Aber du als Internetuser weißt selber, was für eine Dreckschleuder das Internet ist. Und ehe er immer mehr seine eigenen Wege gehen wird, hoffe ich, dass ich ihm bis den „richtigen“ Weg vorgeben konnte.

    Was will ich kurz und gut mit diesem langen Kommentar auf den Punkt bringen: Diese ganze Gesellschaft gerät in vielen Punkten immer mehr aus dem Gleichgewicht und es ist verdammt leicht, immer nur die Eltern für allen Mist verantwortlich zu machen, getreu dem Motto: Du hast das was falsch gemacht, böse Mama…“ während man Eltern und Familien im Regen stehen lässt.

  3. Meine kleinere Schwester ist 12 geworden im Januar, uns trennen 14 Jahre.
    14 Jahre ist ein gute Zeit, um sowas wie Vergleiche ziehen zu können, wie ich in dem Alter war.

    Und uns trennen Welten, ich finde sie ist lange nicht soweit, wie ich es in dem Alter war.
    Sie interessiert sich für Bücher und Musik .. findet Jungs doof und küssen eklig.

    Inwieweit sie tatsächlich aufgeklärt ist, oder aufgeklärt wurde durch ihren Freundeskreis, dass weiss ich nicht … aber an ihren Reaktionen merkt man, dass sie da noch ziemlich “rein” ist.

    Aber vertraue da meiner Mutter @Auflkäung, nur vor der Schule und dem was dort teils vion den Mitschülern an Tage gelegt wird, kann man sie nicht beschützen. Nur vielleicht ein klein wenig stäürker machen.

  4. Aufklärung ist ein extrem wichtiges Thema. Und ich bin der Meinung, dass man mit der Aufklärung nicht früh genug beginnen kann. Ich sage das deshalb, weil es leider in dieser Zeit nicht mehr nur darum geht, die Kinder so zu erziehen, dass sie später mit der Sexualität umsichtig und verantwortungsvoll, sondern um sie auch zu schützen.

    Wie oft hört man davon, dass Kinder vergewaltigt werden. Ich vermute stark, dass diese Kinder sehr wenig über ihre Geschlechtsorgane wussten, vielleicht sogar noch gar nichts. Früh genug sollten die Kinder wissen, was diese Körperteile sind, und dass niemand, wirklich niemand dort etwas zu suchen hat, außer das Kind selbst und vielleicht noch der Arzt, wenn Vater oder Mutter sagt, dass dies in Ordnung ist.

    Aber dennoch, was das Thema “Sexualität” angeht, so sollte dem jungen Menschen sehr früh klar sein, dass Sex etwas Reife und Verantwortung zu tun hat, dass Intimität kein Spiel ist, sondern mit echten Gefühlen wie Liebe zu tun hat. Sex ist kein Abenteuer, bei dem man sich von einem ins nächste stüzen sollte. Ich bin froh darüber, dass mich meine Eltern so erzogen haben. Ich denke, ich habe mir eine Kummer erspart - zumindest hat es meine Selbstachtung gestärkt. Und das sollte auch die Aufgabe und Verantwortung von Eltern sein.

    Wenn Kinder erst in der Schule über Sexualität aufgeklärt werden, ist es difinitv zu spät, weil die überaus giftige Einstellung zum Thema “Sex”, die um die Kinder herum schon zu stark verformt hat. Überall hängen Plakate, die auf Sex getrimmt sind, am Kiosk hängen Zeitschriften mit barbusigen Frauen auf Augenhöhe - alles das suggestiert Kindern, dass Pornografie etwas Normales ist. Aber das ist es nicht, sondern sie weckt Wünsche, die widernatürlich sind und die im Kopf eines Kindes und unreifen Jugendlichen nichts zu suchen haben.

    Sex ist die “schönste Nebensache der Welt”. Wenn man sich heute die Jugend ansieht, scheint es zu einer der wichtigsten Sache geworden zu sein. Sex ist daszu da, um einer gefestigten Beziehung (meiner Meinung nach der Ehe) das gewisse Etwas zu geben - eine Bindung herzustellen, die über jeder anderen steht. Das macht den Unterschied zwischen einer Freundschaft und einer Beziehung aus. Sex ist etwas, was eine Beziehung heiligt - und sie ist kein Wegwerfobjekt.

    All das sollte man seinem Kind beibringen - als Eltern.

  5. “Wie oft hört man davon, dass Kinder vergewaltigt werden. Ich vermute stark, dass diese Kinder sehr wenig über ihre Geschlechtsorgane wussten, vielleicht sogar noch gar nichts.” :?:

    Was besteht da für ein Zusammenhang, wenn ich fragen darf?

  6. @Frau W
    Wenn Kinder über eine Sache nicht aufgeklärt sind, lassen sie sich leichter zu Dinge verleiten. Wenn Eltern von vornherein ihre Kinder wissen lassen, was es mit den Geschlechtsteilen auf sich hat, dass da keiner etwas dran zu suchen hat, und wenn man Kinder im Rahmen der Aufklärung beibringt, entschieden “nein” zu sagen und sich zur Wehr zu setzen, beugen sie solch schlimmen Dingen vor.

  7. Du meinst es tatsächlich so, wie du es schreibst. Ich registriere das mit … Erstaunen.

    Das ein Kind durch mangelnde Aufklärung dazu verleitet wird, sich missbrauchen zu lassen, ist mir neu - allerdings habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und bin jetzt einfach nur still.

  8. @ Sascha - tut mir leid, aber was Du da schreibst kann doch nicht wirklich Dein ernst sein, denn im Umkehrschluss würde das heissen, dass sich perverse und kranke Kinderschänder von dem “aufgeklärten *nein*” eines Kindes von ihrer Tat abbringen lassen würden und das zweifle ich zu 1000% an.

  9. die häufigsten missbräuche geschehen im engeren bekanntenkreis. ob zu hause, bei familie/freunden oder bei kindergarten/schule/arzt … wenn ein kind weiss, was da abgeht und ein klares nein von sich geben kann vielleicht sogar mit einem trotzigen “das sag ich”, dann kann damit sicherlich eine menge an taten verhindert werden. das könnte ich mir zumindest vorstellen, ohne darüber genauere zahlen zu kennen. ein kinderschänder, der sich auf dem spielplatz ein mädchen sucht und es ins auto packt wird wohl eher bei der gefahr, verpetzt zu werden zu drastischeren mitteln greifen - aber sicherlich nicht seinen plan aufgeben.

    aber es ging doch eigentlich um ein ganz anderes thema, oder?

  10. :idea: :sad: :sad: :sad: :idea:

  11. Ihr gebt den Kindern damit indirekt die Schuld daran, dass sie missbraucht wurden, weil sie nicht *nein* gesagt haben? Das kann doch nicht wahr sein.

  12. nein, das ist blödsinn. kinder können überhaupt nichts dafür. aber sie können auch nichts dagegen. ich sage nur, dass der, der etwas vor hat, es sich anders überlegen könnte oder eine grössere hemmschwelle haben könnte, wenn er weiss, dass das kind sich nicht schähmt, darüber zu reden. das ist nicht davon abhängig, ob ein kind weiss, worum es geht, oder nicht. es ist nur wichtig, dass ein kind frei (darüber) reden kann. das betrifft nicht nur sexuelle übergriffe, sondern genauso alle anderen arten von gewalt. verständlicher ausgedrückt?

  13. Also dieses Zitat in Ihrem Eintrag hat mich schokiert. Das ist krank. Ich weiß nicht, ob man das so ernst nehmen kann. 30 Partner mit 14? Also..dieses Thema ist wichtig. Aber es gibt keine richtige Zeit, denke ich. Es kommt vollkommen auf das Umfeld an, in dem man aufwächst. Da kann auch der Sexualunterricht in der Schule nicht mehr helfen, wenn die Eltern anders denken. Und das mit dem Internet ist wirklich schlimm. Ein Klick und man kann sich kostenlos ALLES ansehen. Und wirklich alles. Sadomaos, Vergewaltigung und anderes. Da wird mir schlecht.

  14. Verbesserung: Sadomaso.

  15. @ Tobias: Verständlicher ausgedrückt und ich gehe auch nicht davon aus, dass du so etwas gutheißt.

    Aber: Ein Etwas, was in der Lage ist, ein Kind zu missbrauchen, hat keine Hemmschwelle. Folglich dürfte es ihm egal sein, ob das Kind “ja”, “nein” oder “weiß nicht” sagt. Es ist ein beliebtes Druckmittel, die Kinder zum Schweigen und Erdulden zu bringen, in dem das nette Etwas sagt, dass es das Kind nicht mehr liebhaben wird, wenn es nicht mitspielt. Oder dass das Kind “weggegeben wird”, die “Mama ganz traurig ist”, wenn sie davon erfährt oder es sich bei dem Missbrauch um ein “kleines Geheimnis” handelt, welches auf keinen Fall weitererzählt werden darf. Wie soll sich ein Kind - egal ob aufgeklärt oder nicht - gegen eine der engsten Bezugspersonen zur Wehr setzen können? Es hat keine Wahl. Es ist abhängig von diesem Menschen. Und was ist mit Babys, Zwei- oder Dreijährigen, die auch missbraucht werden? Da greift der Aufklärungsaspekt nicht.

    Sorry, aber bei diesem Thema das Kind auch nur annährend in die Nähe der Schuldecke stellen zu wollen, geht einfach nicht. Das wollte ich damit :sad: ausdrücken.

  16. also genau genommen können verantwortungsvolle eltern sehr wohl wirksame massnahmen gegen das “allessehen” im internet unternehmen. es ist inzwischen freiwillig möglich - bald sicherlich sogar pflicht - dass ein seitenbetreiber im quelltext seine seiten entsprechend markiert bzw. nach kriterien einordnet und diese können schon heute wirksam gefiltert werden. es gibt ebenso eine menge zuverlässige software, die sogar anhand des farbtones der haut feststellen kann, ob da ein bild mit “zu viel haut” auf dem bildschirm landet. seiten und suchbegriffe können gesperrt werden, wortfilter und bildfilter tun den rest. wer so ein werkzeug benutzt und regelmässig updated (muss man nichtmal selbst machen, da gibts auch öffentliche server, die recht aktuell sind und das automatisieren), der kann sich zumindest recht sicher sein, dass sein kind nicht zufällig über solche angebote stolpert. wer danach sucht, wird es immer finden, aber das ist wieder eine andere sache.

  17. Tobias, ich werde nicht auf Deine unverschämte und rhetorische Frage eingehen und ich lasse mir auch nicht unterschieben, dass ich propagandistisch bin, das hast Du mir schon mal unterstellt und das verbitte ich mir. Wir können gerne sachlich diskutieren. Mag sein, dass mein Text Dich provoziert und deshalb zu solchen Formulierungen verleitet, dennoch möchte ich Dich bitten, davon Abstand zu nehmen.
    Denn ich muss kein eigenes Kind haben, um mir durchaus ein gutes Bild machen zu können.
    Mir reicht dazu sogar die Tatsache, dass ich viele Eltern mit Kindern um mich herum habe, mit denen ich solche Geschichten thematisiere.

    Doch kommen wir bitte zurück zum Thema: Aufklärung lautete es, Zugang zu Pornografie - hier geht es nicht um Kindesmißbrauch, auch wenn Sascha das Thema eingebracht hat.

    Meiner Ansicht nach ist die Aufklärung der Kinder *primär* Elternsache. Wenn es Intistutionen gibt, die dabei behilflich sind (Schule, Pädagogen, Programme, Bücher, etc.), dann finde ich das toll. Doch darauf kann sich kein Elternteil verlassen. Sicher steht man manchmal alleine da und kann keine 100%ige Kontrolle ausüben, ohne das Kind einzusperren. Umso wichtiger sind regelmässig Gespräche und eine gute Verbindung zum Kind. Denn wenn das fehlt, wachsen Kinder in seelischer Armut auf und sind leichter durch Fremde (Medien, Menschen, ‘falsche’ Freunde) beeinflussbar.
    Ich habe kein Patentrezept, ich habe das Thema aufgegriffen, um darüber zu diskutieren und nicht um Schuldzuweisungen aufzustellen.

  18. @weitergelesen: du hast natürlich vollkommen recht. allerdings sehe ich eine sache etwas anders.

    und zwar die sache mit der hemmschwelle. ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine “beziehung” mit dem festen willen beginnt, das kind zu missbrauchen oder ihm weh zu tun. es wird sich wohl keiner kinder anschaffen, um sie nachher zu missbrauchen, oder? also muss doch irgendwo der anfang sein und irgendwo muss es erst einmal eine hemmschwelle geben, die zu überwinden ist. und wenn genau da das kind bewusst oder unbewusst sich anders verhält als erwartet/erhofft, dann kann damit möglicherweise schon einiges verhindert worden sein, oder? die ganz brutale gegenfrage wäre: wieviele leute hätten schon einmal gern ein kind missbraucht und es nicht getan, weil sie angst vor der entdeckung haben?

    nicht wieder falsch verstehen. das soll keine sympatiebekundung für die täter sein. ich möchte nur sagen, dass ich nicht glaube, dass so etwas von null auf hundert los geht und dass ein kind (wie gesagt: bewusst oder unbewusst) etwas dagegen “tun” könnte.

  19. @ Tobias: Thematisiere das mal in deinem Blog. Dann können wir möglicherweise darüber diskutieren. Allerdings… rücke ich bei manchen Themen nicht einen Milimeter von meinem Standpunkt ab. Hier zum Beispiel. Du denkst, dass die Kinder etwas dagegen “tun” könnten - ich sehe es völlig anders. Sprich: Wir kommen bei diesem Thema nie auf einen Nenner. :wink:

    @ Meg: Sorry für das fette Off Topic. Das ging nicht anders. :oops:

  20. @ Marco - nur, weil etwas so schockierend unwirklich erscheint, kann es dennoch richtig sein. Es ist ein Zitat des Herren von der Arche e.V. und erschien in einer Zeitschrift. Ich glaube nicht, dass er nötig hat, die Zahlen hochzutreiben um zu schockieren.

  21. @meg: der vorletzte abschnitt deines beitrages ist propaganda. du stellst eltern als (zumindest teil-)schuldig am “schicksal” ihres kindes hin und ermahnst sie, etwas dagegen zu unternehmen. das ist nur aufgrund der tatsache zu entschuldigen, dass du eben keine erfahrung auf dem gebiet hast und alles durch deine rosa brille siehst. wenn es wirklich so einfach wäre, wie du es beschreibst, dann wäre die welt in 2 jahren gerettet. ist es aber leider nicht und mit eltern sprechen und ein elternteil sein ist ein unterschied, den du erst dann verstehen wirst, wenn du mal selbst kinder hast. egal wie sehr du grad nen hals auf mich hast und dich angegriffen fühlen magst, nur weil ich deine meinung nicht vertrete ;)

  22. Tobias, wenn es mir immer nur darum gegangen wäre, dass Du meine Meinung vertrittst, würden wir seit ca. 10 Jahren kein Wort miteinander sprechen.
    :!:

  23. oder uns zu tode diskutieren :!:

  24. Tobias, unwahrscheinlich. Ich bin zu sehr von Zwillingen gezeichnet ;)

  25. :shock: Waaas? Entschuldigung, aber ich konnte nicht ahnen, dass man mich so dermaßen falsch verstehen konnte!

    Ich möchte kein Kind und keine Eltern dafür verantwortlich machen, wenn ein Kind vergewaltigt wird - nein, das liegt mir absolut fern. Alles, was ich sagen sollte ist, dass man im Rahmen der Aufklärung gewisse Dinge nicht verschweigen sollte. Eine Kinderpsychologin sagte mal, dass es nicht falsch ist, mit den Kleinen auch über derartige Gefahren zu sprechen. Man kann nicht alles vermeiden, aber vielleicht dem Kind helfen, in manchen Situationen anders zu reagieren, als es das vielleicht getan hätte, wenn man dieses Thema verschwiegen hätte. Und deswegen sollte man mit der Aufklärung möglichst früh beginnen.

    Ich möchte diesen Part der Diskussion nun auch beenden, denn ich hatte eigentlich nicht vor, vom ursprünglichen Thema abzulenken. Ich hoffe nur, dass man nicht denkt, ich sei ein Idiot, der nichts vom Leben weiß…

  26. Ich krieg gleich nen Föhn :???: Wenn ich das hier so teilweise lese, müssten die Schreiber kinderlos sein, oder - sollten sie Kinder haben - sich dringend über die Realtität informieren!

    Eltern haben einen prägenden Einfluss auf ihre Sprösslinge, dass ist den meisten bewusst und sie gehen verantwortungsvoll damit um. Aber schauen wir auch nach links und rechts? Unternimmt jemand etwas, wenn wir der Meinung sind, einem Kind wird Böses angetan? Wohl kaum. Und wenn doch jemand so mutig ist, greifen die staatlichen Behörden nicht ein, um das Kind zu schützen. Das ist doch die Regel heutzutage, wenn man die Medien verfolgt…

    Die meisten Kindesmisshandlungen sollen diversen Statistiken zufolge, im familiären Umfeld vorkommen. Wo bitte sind die Eltern der Kinder? Fällt es Mama nicht auf, wenn Papa nachts das Bett verlässt, um im Kinderzimmer zu verschwinden? Merkt man nicht, wenn das Kind sich zurückzieht oder mit Aggression auf den “Onkel von nebenan” reagiert??? Da sind wirklich die Eltern gefragt. Aber wieviele Eltern haben diesen Namen gar nicht verdient? Sie kriegen Kinder, weils dafür Geld vom Staat gibt, was die Haushaltskasse für Zigaretten und Schnaps auffüllt. Boah, ich habe gerade so einen Hals. Sorry, wenn ich mich hier gerade auslasse!

    Viele Faktoren prägen unsere Kinder heutzutage, die Eltern sind ein Bruchteil. Doch sind sie erst in der Schule, nimmt der elterliche Einfluss stetig ab. Entscheidend ist, wann man cool und anerkannt ist. Das Image zählt! Und warum ist das so? Weil die Eltern es den Kindern oft vorleben (ich will weiß Gott nicht alle über einen Kamm scheren, das betone ich ausdrücklich!!!) Ich sage nur “Mein Haus, mein Auto, mein wasweißichnoch”…

    Und die leidtragenden sind mal wieder die Kinder… :idea:

  27. @ Sascha:

    “und wenn man Kinder im Rahmen der Aufklärung beibringt, entschiedend “nein” zu sagen und sich zur Wehr zu setzen, beugen sie solch schlimmen Dingen vor.”

    Wie soll man das denn missverstehen? Ich verstehe daraus: Wenn man einem Kind beibringt “nein” zu sagen, hat es das Kind in der Hand, einen Missbrauch zu vermeiden. Und das geht mir nicht in den Schädel, wie man sowas formulieren kann! :shock:

    Kein Kind hat es in der Hand, das zu vermeiden, wenn ein Psychopath sich das in den kranken Kopf gesetzt hat. Zumindest nicht durch ein “nein”, höchstens durch eine geladene Waffe.

  28. Ich danke euch allen für die vielen ernsthaften Beiträge.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man nicht zwangsläufig Mama sein muss, um mit einem gesunden Menschenverstand und Sensibilität auch einige Dinge so nachvollziehen und mitsprechen zu können.

    Ursprünglich hatte ich nicht vor über Kindesmissbrauch zu sprechen, doch das Thema wurde zum Selbstläufer und ich finde die einzelnen Einstellungen sehr interessant.

    Danke dafür.

  29. Was ein Thema! Jetzt hab ich alle Kom. gelesen und ich bin mit einigen Äußerungen nicht einverstanden.
    Es wurde gesagt das alle Praktiken die in einem Porno zu sehen sind wider der Natur sind. Finde ich nicht, sind nur andere Praktiken oder ist Homosexualität auch wider der Natur oder gar ne Krankheit?
    Dann wurde gesagt das in Pornos Männerfantasien gezeigt werden. Ich glaube das es auch Frauen gibt die Pornos gerne gucken, vielleicht weniger als es Männer gibt aber es gibt sie.
    Und jetzt zum Thema Aufklärung:
    Es ist verdammt schwer den richtigen Zeitpunkt zu finden weil es diesen nicht gibt. Wir sagen uns nicht: So, am Samstag klären wir unseren Sohn auf. Sondern wir klären permanent durch unser Verhalten und Situationsbedingt auf. Glaube kaum das es anders machbar wäre.
    Und wer seine Kids ohne Kontrolle Fernsehen gucken lässt oder schlimmer ins Internet lässt vernachlässigt seine Fürsorgepflicht!

  30. Luigi - wo stand denn, dass alle Praktiken unnatürlich sind? *Ich* habe geschrieben, dass ein Porno und der darin gezeigte Sex-Ablauf nicht realistisch sind. Wenn Du mit Deiner Frau während eines GV 6 Stellungen durchmachst, dann Hut ab. Aber realistisch ist das nicht. Es ging nicht um das WER mit WEM, sondern WIR OFT in WELCHER Stellung ;) Zweitens - Ja, es gibt Frauen, die Pornos gucken und ja, es ist eine Minderheit, denn mehr als 90% der Filme von Männern gemacht sind und in der Hinsicht ticken Männer und Frauen meist etwas unterschiedlich. Doch wie ich schon sagte: Die wenigsten von uns möchten ihre Phantasien verwirklichen.

    Und zu der Aufklärung: In der Hinsicht gehen wir konform :)

  31. Du hattest das auch nicht gesagt, bin jetzt aber zu faul um das raus zu suchen……. :eek:

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