Vor mir liegt ein unbekanntes Land
Sei’s verwunschen, sei’s vielleicht gelobt
Angetrieben wie von Geisterhand
Schlägt das Herz in mir, oh nein, es tobt!
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Wenn doch mein Leben in ein Wort hineinpassen könnte… meine Zellen würden vor Freude tanzen! Das eiserne Gitter würde durch Friedensketten zersprengt.
Ich habe versprochen, keine Masken zu tragen. Doch ist der Preis, bzw. das Ergebnis des Versprechens ein Mensch, der unglaublich nahe am Wasser gebaut hat? Ist das die nackte Wahrheit, nachdem man sich dazu entschlossen hat, die Rüstung und das Schwert in die Ecke zu stellen und die wunden Punkte, die Achilles Ferse offen zu tragen?
Der Mensch ist zu sehr ein Gewohnheitstier, um aus alten und lange gelebten Mustern und Konventionen auszubrechen und sich schlagartig zu ändern. Ein Versprechen oder ein Vorhaben lassen sich umsetzen, wenn man es geschafft hat, die Weiche im Kopf umzulegen um sich nach und nach ranzutasten. Zum Beispiel an das Leben ohne Rüstung und ohne Schutz, der mitunter auch vor Tiefe der Empfindungen und individuell innovativen Erlebnissen schützt.
Am einfachsten lässt es sich umsetzen, wenn das Gegenüber auch seinen ‘Freischwimmer’ im Seelen-Striptease macht. Gemeinsam nackt in ein neues Abenteuer aufbrechen, welches ein Höllen-Ritt werden könnte, aber auch die Erfüllung schlechthin.
Ich kann es nicht leugnen, dass ich nach wie vor manchmal eine Maske trage, die jedoch seit Jahren das ist, was ich unter meinem wahren Gesicht verstehe. Hoffentlich bröckelt demnächst etwas von dieser Festung, denn den ersten zarten Erfahrungen nach, befindet sich darunter keineswegs ein Monster.
Feste Masken gibt es nicht mehr. Ab und an werden die Krawall-Hosen angezogen, aber keine Masken. Ständig prüfe ich den Sitz, zwicke mich, horche in mich hinein. Manchmal ist das nervig. Nicht so sehr für mich, als für meine Umwelt. “Duhu, stört es Dich, wenn ich dies oder jenes sage/mache? Was nervt Dich an mir am meisten?”
Die Antwort auf diese Frage lautet meist: “Die Tatsache, dass Du mich ständig fragst, was mich an Dir nervt!” - Gut, es hätte auch schlimmer sein können.
Und jetzt mache ich eine hautnahe Erfahrung: Ehrlichkeit und Kritik. Vor ca. 9 Jahren schrieb ich in einer Community, in der ich damals sehr rege unterwegs war:
“Ich werde von vielen gefürchtet, von wenigen bewundert und vor allen Dingen: Ich werde selten belästigt. Belästigt von Menschen, die es wagen, mir ihre kleine Welt als meine anzudrehen.”
Gefürchtet. Und warum? Genau, weil ich die Schnauze nicht aufgemacht habe.
Damals fand ich das cool. Verwegen. Mystisch.
Heute finde ich es traurig, dass ich damals schon eine Mauer um mich baute und mich unnahbar machte.
Mit 32 Jahren wird es langsam Zeit, sich zu öffnen und anderen zu stellen.
Ich bin nicht mehr traurig darüber, daß ich (ich) bin.
Ich wurde mit einer starken Hand, mehr oder minder logischen Argumenten und dem Regime einer Großfamilie erzogen. Das Wort “anti-autoritär” existierte nicht im Zusammenhang mit Erziehung. Doch immerhin hatte Erziehung einen großen Stellenwert in einer polnischen Familie, in der mindestens 2 Generationen das Recht und die Pflicht als ihre ansahen, dem Kind Anstand und Ordnung beizubringen. Hatte man das Glück und erblicke nicht als Erstgeborenes das Licht der Welt, bestanden die Chancen, einiges von den älteren Geschwistern abgucken zu können, bevor man in ein Fettnäpfchen oder die Hände der Erwachsenen fiel. War man zu voreilig, lernte man es von der Pike auf selbst. Und fürs Leben.
Ich möchte euch nicht mit den einzelnen Stufen der Evolution eines Kindes zum Erwachsenen langweilen, wenn man - wie ich damals - der Meinung war, die Welt wäre höchstens so groß, wie ich sie zu Fuß bewältigen kann, also in etwa von zuhause bis zur Kirche und dann noch den Umkreis von ca. 5 km, denn dort spielte sich mein Leben in den ersten 5 Jahren ab. Klein? Nicht doch. Es war “satt groß und genug”, wie der Rheinländer sagt: Pfarrei, Friedhof, Felder, altes, verlassenes Jagdhaus mit Dachboden UND Keller (!) und Wald mit Hochsitzen, einer Menge Tiere und Früchte.
Bedingt durch meine - über das kindliche Maß hinausgehende - Neugierde, lernte ich sehr schnell die Bedeutung des Wortes “Respekt”. Nicht umsonst siezen die polnischen Kinder ihre Eltern und Verwandte. Mag für Deutsche etwas befremdlich sein. Ist es auch, aber nur für andere Völker und Kulturen. Ich lernte auch recht früh, zwischen schwarz und weiß zu unterscheiden, zwischen gut und schlecht, böse und lieblich, Zu- und Abneigung (nicht ausschließlich in Bezug auf Rosenkohl) - zumindest auf dem kindlichen Niveau. Mein Gerechtigkeitssinn stand mir des öfteren im Weg und ich stand bei dem ein oder anderen Spiel als Außenseiter am Spielfeld, als Sonderling mit der Nase im Buch. Und dennoch: Die Tragödie sollte noch einige Jahre auf sich warten, der Tag an dem Unrecht über das Recht und Böse über Gut siegt. Das Leben ist nun mal kein Märchen. Worauf will ich hinaus?
Ich habe ein großes, sehr großes Problem damit, wenn FREUNDE Angst vor mir haben. Angst davor, mir etwas zu sagen … mein Problem besteht nicht darin, dass meine Neugierde nicht befriedigt wird, sondern darin, dass ich mittlerweile sehr oft zu hören bekomme:
“Ich hatte Angst es Dir zu sagen, denn ich dachte, Du würdest sauer/enttäuscht/böse werden”.
Ist das eine Ausrede?
Warum sagt man solche Sätze?
Ich bin kein Monster. Ich bin ein Menschenkind.
Edit: So kann ich das nicht stehen lassen. Es stimmt schon, dass ich manchmal meine Freunde verprügel, vierteile und hier und da einen schizophrenen Schimpansen auf sie loslasse, aber das mache ich doch nur, weil sie meine Freunde sind!
Schlechter Scherz beiseite: Wer bin ich schon, als dass man Angst vor mir haben müsste? Mich kann man nicht dadurch enttäuschen, dass man vermeintliche Fehler macht, denn davon bin ich auch keineswegs frei. Enttäuscht bin ich jedoch, wenn man mir zutraut, ich würde mich abwenden, weil man entgegen meinen Empfehlungen gehandelt hat.
Ich mag in meinen Äußerungen bisweilen zu klar und deutlich sein, aber wer Geschwafel möchte, sollte sich jemande anderen suchen. Ich habe noch nie einen Freund fallen lassen, weil er einen “Fehler” gemacht hat oder etwas nicht gemacht hat.
Und der Nächste, der schreibt/sagt, er hätte etwas nicht gesagt/getan, weil er Angst hatte, ich würde/könnte … dessen Angst wird berechtigt sein! 
In meinem Auto hängt ein Rosenkranz. Diesen habe ich zu meiner 1. Hl. Kommunion bekommen, im zarten Alter von 9 Jahren. Damals glaubte ich an den bärtigen alten Mann, seinen Sohn, Maria. An all die interessanten Geschichten, die der alte Pfarrer jeden Sonntag erzählte. Ich sammelte fleißig meine Heiligen-Bildchen, ging an jedem ersten Samstag des Monats zur Beichte und durfte an Ostern im schicken Kleidchen und einem hellblauen Umhang ein Banner bei der Oster-Prozession tragen.
Ab und an eckte ich etwas an, was zur Folge hatte, dass der Pfarrer meinen Eltern einen Besuch abstattete und ihnen nahe legte, ihrem Kind die Zweifel an Gott auszutreiben. Dabei wollte ich nur wissen, woher Gott kommt. Jeder hat doch Eltern. Warum Gott nicht? Mit der Antwort: “Gott hat es schon immer gegeben” wollte ich mich damals nicht zufrieden geben.
Vor einigen Jahren bin ich aus der Kirche ausgetreten. Ich habe es nicht mehr eingesehen, jeden Monat immens viel Geld an die Kirche zu zahlen, ohne einen Beweis dafür, was mit meinem Geld passierte. Außerdem fand ich an keiner Stelle in der Bibel eine Passage, die in irgendeiner Art und Weise Beiträge erwähnte, die man für den Glauben an Gott entrichten musste. Meine Eltern waren nicht sonderlich erfreut. Meine Mutter argumentierte damit, dass ich kein Anrecht auf eine katholische Hochzeit, die letzte Ölung und ein anständiges Begräbnis hätte. Diese Argumente hätte ich gerne in Luft aufgelöst, aber das wäre verlorene Liebesmüh.
Auch meine Aufklärungsversuche darüber, dass das Barvermögen der katholischen Kirche höher ist, als das Vermögen von Microsoft, die Beteiligungen an großen Automobilkonzernen, die Tatsache, dass ich im Religionsunterricht in Deutschland keinen einzigen Tag etwas über Gott lernte, wir uns stattdessen über Empfängnisverhütung, Abtreibung und Sex unterhielten, fruchteten nicht. Mittlerweile haben sie sich damit abgefunden.
Dennoch würde meine Mama niemals das Buch ‘Die Bibel nach Biff‘ lesen, denn dort macht man ja Witze über Gott.
Religion ist in meinem Freundeskreis kein Gesprächsthema. Es ist egal, wer woran glaubt, niemand würde mich auf meinen Rosenkranz ansprechen, ElMar schaute nur anfangs etwas überrascht, wenn ich mich vor jeder grösseren Autofahrt bekreuzigte.
Meinen ehemals besten Freund bat ich nur einmal, mich mit seinem Wachturm in Ruhe zu lassen, nachdem meine Bemühungen ihm diesen Blödsinn auszutreiben scheiterten.
Ich glaube.
Nicht an den bärtigen Mann, seinen Sohn und Maria. Aber an etwas Höheres. Ich kann es bloß nicht plastisch machen und visualisieren.
Ist Religion ‘zeitgemäß’?
Warum laufen wir in die Kirche und zünden Kerzen an, wenn einer von unseren Freunden/Verwandten in Lebensgefahr schwebt? Warum murmeln wir lautlos vergessen geglaubte Gebete, wenn wir uns in Not befinden?
Ich glaube daran, dass meine geliebten Grosseltern als Schutzengel fungieren und ein wenig über mein Leben wachen.
Warum?
Weil ich mich mit diesem Glauben wohlfühle.
Ich möchte keine Diskussion über die Kirche, das ist müßig. Aber etwas möchte ich wissen:
Woran glaubst DU?
Auch verliebte Menschen reagieren auf die Sonne im Sommer mit anderen Gefühlen als zu den restlichen Jahreszeiten.
Bei mir ist das der Fall. Meine Endorphine und alle anderen Glücksbotenstoffe spielen in meinem Bauch verrückt. Die Flugzeuge fliegen, oder sind es die Hummeln im Arsch?
Liebe ist in allen Ritzen der Beziehung, sie ist nicht immer offensichtlich und hüpft nicht ausschließlich von Zungenspitze zur Zungenspitze. Aber man kann - wenn man “sehend” ist - die Funken hüpfen sehen.
Liebe hat unendlich viele Gesichter. Sie ist manchmal ein Hundeblick, ein Seufzer, sie kann ein Streichler im Vorbeigehen sein oder der Gedanke daran, einen Brief vom Schreibtisch mitzunehmen.
Manchmal nimmt sie bunte Formen an und wird mutig, dann ist sie der Streichler über den Po, wenn man in der Schlange vor dem Kino steht, der leidenschaftliche Kuss in den Fußgängerzone, das Drängen an die Wand und heisser Atem in aller Öffentlichkeit.
Wenn sie verschmitzt und süß ist, ist sie das Karamellsirup-Herz auf dem Latte Macchiato oder das letzte von 10 Würstchen (wobei 9 verbrannt sind).
Liebe bringt auch Opfer und macht Menschen zu Krankenpflegern - sie ist die Hand, die cremt oder die Stirn kühlt und streichelt. Sie ist die massierende Hand auf dem Bauch oder die, die das Pflaster anbringt und den Daumen 1 Minute wärmt, damit das Pflaster halten kann.
Sie ist stark, diese Liebe, so stark, dass sie fast nie die Geduld verliert und einen in den Arm nimmt, wenn man wieder die “krawalski butzki” angezogen hat. Die Hydra unter den Geduldigen - wenn man ein graues Haar verspielt hat, wächst ein neues nach und man muss es nicht färben.
Liebe ist niemals müde, auch wenn der Alltag ihre Symptome manchmal zwischen Einkäufen, Wäsche-Ladungen und Diskussionen über Gardinenstangen versteckt.
Liebe genießt, wenn beide zum Genuss kommen.
Liebe hat unendlich viele Gesichter.
Liebe ist die Quintessenz.
Welche Gesichter trägt eure Liebe?
…zeigt sich in einem völlig anderen Licht, wenn
… der erste verbale Kontakt des Tages sich in dem Satz äußert: “Soll ich Dir einen blasen?” - und dieser Satz aus dem Mund eines 14jährigen Jungen kommt, der seine Arbeitsstelle sichtbar an den Knien seiner Jeans trägt.
… beim Frühstücken am Stehtisch Dich eine Mutter um Geld anschnorrt und ihr kleines Kind Dich mit großen Augen aus seinem Kinderwagen, der vermutlich gleichzeitig Bett und Kleiderkasten zu sein scheint, ansieht.
… die erste Tätigkeit an Deinem Arbeitsplatz, das Einpacken der Reste eines 40jährigen 2fachen Vaters in einen Schuhkarton ist, weil er als letztes in seinem Leben, die Großaufnahme einer Lok suchte.
Dein Leben erscheint Dir plötzlich so strahlend. So perfekt.
“Das Ziel ist nicht, den Patienten zu ändern oder umzupolen. Das Ziel ist, ihn darauf vorzubereiten, seine Neigung zu akzeptieren”
Sagt eine Psychologin von “Odwaga” (poln. Mut), einem Zentrum zur “Therapie von Homosexuellen”.
“Heute fühle ich mich frei, weil ich nicht mehr das Bedürfnis habe, meine Homosexualität auf aktive Weise zu leben. Ich fühle mich nicht mehr lesbisch und fange sogar an, die Welt der Männer zu entdecken”.
Sagt eine Frau, die eine “Therapie” macht.
“Wenn ein Homosexueller zu einem dieser Psychologen geht, bekommt er zu hören: Das geht vorbei. Aber es geht nicht vorbei”.
Sagt eine andere Psychologin von der “Kampagne gegen Homophobie”.
Über 90% der Polen sind (angeblich) katholisch, ich bin der festen Überzeugung, dass sich das ändern würde, würde man dort die Kirchensteuer einführe. Sie sind solange katholisch, wie sie den Augen der Gemeinschaft ausgesetzt sind, die sich auch feigherzig-paralysiert verhält. Soll doch jeder glauben, was er meint, doch diese Scheinheiligkeit ist mir einfach zuwider.
Über 53% der Polen betrachten die Homosexualität als Sünde und Krankheit, die man behandeln und heilen kann. Früher bediente man sich der Exorzisten, denn alles “Widernatürliche” kommt aus der Hölle und muss ausgetrieben werden.
Ich spreche nicht von der Einstellung der Polen im Mittelalter, sondern heute, im Jahre 2008, in dem die katholische Kirche ein Zentrum zur “Therapie von Homosexuellen” ins Leben ruft und Menschen von ihrer Neigung HEILEN möchte.
Ganz ehrlich … es geht mir nicht in meinen ex-katholischen Schädel, dass es immer noch Menschen gibt, die so dumm sind, dass sie das glauben, dass sie dem Irrglauben erliegen, ihre Gefühle wären eine Krankheit, die man heilen könnte.
Was mich jedoch am meisten traurig macht, dass ich Menschen kenne, die so denken und von denen ich weiß, dass sie ihre Meinung niemals ändern werden. Mein Leben wäre die Hölle, wäre ich homosexuell und würde heute in Polen leben. Als ich in den Staaten lebte, lernte ich dort eine Frau kennen, eine Lesbe, die aus Polen abgehauen ist. Sie sprach nicht sehr viel Englisch, schaffte es dennoch dort aufs College und war bereit alles zu tun, um nicht wieder nach Polen zurück zu müssen. In den Staaten lebte sie bei einer sehr netten Familie und betreute dort 2 bezaubernde Mädchen im Alter von 3 und 5 Jahren. Als die Eltern “herausfanden”, dass sie lesbisch ist, setzten sie sie vor die Tür. Sie hatten Angst um ihre Kinder. Das Mädel kam für einige Tage zu meiner Familie und mir, bevor sie eine neue fand, die Toleranz nicht nur predigte, sondern auch lebte.
Welche Vorurteile machen euch das Leben schwer?
Gerne würde ich euch Geschichten erzählen, die euch zum nachdenken bringen, die Diskussionen hervorrufen und die Gemüter auf- oder erregen. Gerne würde ich heitere Begebenheiten aus dem Alltag schildern oder die Artikel verbraten, die sich auf meinem Schreibtisch stapeln, in der hinteren Kammer meines Hirns darauf warten, zu Papier gebracht zu werden. Gerne würde ich …
Andererseits folge ich seit einigen Tagen ausschließlich der Stimme meines Seelenvogels und diese sagt: Schlafe, spreche mit Freunden, lese, esse, schaue Filme, etc.
Ich habe in den letzten Tagen 4 Bücher gelesen, 3 Filme gesehen, die ich schon seit Ewigkeiten mal sehen wollte, Bilder sortiert, Sport gemacht, lecker gekocht und in aller Ruhe auf dem Balkon gegessen, mich von der Sonne verwöhnen und streicheln lassen und entspannt. Das ist für ein Blog weder spektakulär, noch führt es zu Diskussionen oder erregt Gemüter, doch bitte verzeiht, wenn es mich dennoch nicht stört. Nehmt dies als das Lebenszeichen eines Menschen, dem es gerade wichtiger ist, sich selbst zu erfreuen, als andere zu … unterhalten. Es geht mir gut und ich hoffe sehr, dass es euch ebenfalls gut geht.
Bis bald -
eure Meg ![]()
TokTok.
Geh weg, lass mich in Ruhe.
TokTok.
Nein, ich mag nicht, geh weg!
TokTok.
Was soll das? Ich will nicht aufstehen, lass mich in RUHE!
TokTok!
Du neeeeeheeeervst. Ich steh nicht auf, ich habe Schmerzen!
TokTok?
Ja, Schmerzen! Überall. Sogar in der kleinsten Zehe tut es weh. Jede Minute, in der ich mich nicht ablenke tut es weh und diese Tatsache tut auch nochmal weh, denn ich mag es nicht.
TokTokTok.
Glaubst Du mir jetzt nicht, oder was? Ah, was rede ich überhaupt mit Dir. Du verstehst mich nicht. Wie denn auch, ich verstehe mich selbst nicht: wenn man sich ein Knie aufgeschlagen hat, tut es weh. Es tut auch weh, wenn man mit dem Kopf an die Dunstabzugshaube knallt oder mit dem Fahrrad die Treppe runtersegelt. Gestern hat es weh getan, als ich mit dem Fuß umknickte und mir danach am Wasserkocher die Finger vebrannte. Aber … aber das sind äußerliche Schmerzen, die kann man fast “sehen” und verarzten. Man kann ein buntes Snoopy-Pflaster drauf kleben oder Beta-Isodona draufschmieren. Man kann pusten oder den Schmerz ignorieren - wenn man das kann.
Doch was macht man, wenn Sehnsucht den Anschein eines körperlichen Schmerzens hat? Ist das Einbildung?
Du, lass mich, ich mag heute nicht aufstehen.
TokTok …
Edit: Ich habe keine suizidalen Tendenzen und bin auch keine Lusche. Ich nehme keine Anti-Depressiva. Diese Stimmungen entspringen lediglich meiner übermäßig vorhandenen Sensibilität. Macht euch also keine Sorgen.
Dennoch: Sehnsucht ist - wie auch Hunger- ein fies penetrantes Gefühl, welches nur dann verschwindet, wenn man es befriedigt. Noch 3x schlafen
… ich doch nur zaubern könnte.
Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich zaubern konnte.
Nein, nicht einen Frosch in einen Prinzen verwandeln oder aus einem Euro eine Million machen. Ich war auch nicht in der Lage, Hasen aus einem Zylinder zu zaubern oder Mäuse in Tauben zu verwandeln. Ich konnte Menschen glücklich machen.
Ja, einen Zauberstab hatte ich auch, aber der war für andere Menschen unsichtbar. Ich habe mit einem Lächeln Menschen glücklich machen können.
Da war eine Freundin, der es seit Monaten richtig schlecht geht. In den letzten Wochen fühlte ich mich immer hilfloser, denn ich war nicht in der Lage ihre Probleme zu lösen. Egal wieviele Gedanken ich mir machte und wie sehr ich Google quälte, ich hatte kein Patentrezept. Das macht mich traurig und wütend, denn ich weiss, wie schön es ist, wenn sie unbeschwert lacht. Sie hat ein unheimlich ansteckendes Lachen, müsst ihr wissen.
Und nun hatte ich diesen Zauberstab.
Ich hatte keine Ahnung, wie man so ein Ding benutzt. Auch das mentale Auffrischen der Harry-Potter-Kenntnisse brachte keinen Erfolg. Ich wedelte mit dem Ding rum, sprach einen Kinder-Zauberspruch nach dem anderen und nichts passierte.
Ich dachte an sie. Dachte ganz fest an sie, erinnerte mich an die Tage in der Sonne, an denen sie lachte und fröhlich war. Und dann schrieb sie mir eine SMS: ‘Es geht mir gut. Es geht mir richtig gut!’.
Ich war verdutzt. Habe ich doch etwas richtig gemacht?
Versetzt der Glaube doch einige Berge?
Dann wachte ich auf. Auf meinem Handy war keine neue Kurzmitteilung eingegangen. Wenn ich doch nur zaubern könnte …
Vielleicht mit einem Lächeln?
Ich wünsche euch einen schönen Tag, mit einem Lächeln. ![]()


G:Sagt