Donnerstag, Juni 12th, 2008 | Author: Meg

Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, in denen man sonntags zu Tante Elisabeth/Gertrud/Susi zum Kaffee & Kuchen eingeladen war? Es gab immer frisch gemachten Kaffee in einer schönen Kanne, dazu die passenden Tassen, Untertassen, ein Kännchen Kaffeesahne und eine passende Zuckerdose. Süßstoff gab es nicht. Dann wurde Kuchen serviert: Entweder selbst gemachte Donauwellen oder Frankfurter Kranz oder Schwarzwälder Kirsch, mit Butter, Sahne und Zucker, je nachdem, was Tantchen gerade gebacken hatte. Es war so herrlich lecker.

Auf dem Weg nach Hause jagten wir über die Straße oder fuhren auf ihr Schlittschuh, denn es gab kaum Autos, erst recht keine mit oder ohne Rußpartikel-Filter, wenn wir hinfielen, spuckte Mama auf ein Taschentuch, wischte die Wunde sauber und klebte ein Lindenblatt drauf, das stoppte immer die Blutung. Impfungen hatten wir, keine Frage, doch AIDS und Ekel spielten keine Rolle. Wir stopften uns mit Keksen voll und aßen Schokolade, die Oma uns zusteckte, dennoch waren wir nicht dick, denn wir spielten den ganzen Tag draußen, rannten und tollten, bis es dunkel wurde. Auf die dicke Scheibe Brot kam Butter drauf und Schinken oder Schmalz, das gab es keine “light” oder “0,1% Fett”-Produkte.  Wir aßen Äpfel direkt vom Baum, statt Vitamin-Pillen zu schlucken und hielten auch die offene Schnüss unter den Kirschbaum. Gewaschen haben wir das selten, die Spucke tötete schon alles. Manchmal spuckten wir einen kleinen Wurm aus, der sich in der Pflaume versteckte und fuhren danach nicht zum Arzt um uns untersuchen zu lassen. Wir brauchten keine Pillen um unseren Vitamin ABCD … -Haushalt auf Vordermann zu bringen und Kopfschmerzen kannten wir nicht. Manchmal wackelte ein Milchzahn, den verloren wir im “Kampf” und waren Helden.
Wenn uns ein fieses Insekt stach, halbierte Mama eine Zwiebel und wir mussten die aufgeschnittene Seite auf den Stich drücken und halten. Wir stanken 2 Tage lang, aber der Stich juckte nicht.

 

In die Sommerferien fuhren wir mit dem Fiat 126p, der kleiner war als der Fiat 500, ans Meer und hatten den Dachgepäckträger vollgeladen, saßen selbst auf Koffern und schmierten uns in der Sonne mit Nivea ein. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor kannten wir nicht.  Abends waren wir krebsrot und pellten uns nach 2 Tagen gegenseitig die Haut vom Rücken. Wenn wir uns den Arm oder das Bein brachen, wurde dieses eingegipst und alle unterschrieben drauf. Das war lustig und wir überlebten diverse Blessuren ohne Psychologen und Trauma-Heiler.

Wir tranken den Wein aus Flaschen, auch wenn er einige Tage offen im Raum rumstand, was wir heute unter keinen Umständen tun würden. Wir achteten nicht auf das Verfallsdatum, heute steht sogar auf der Wasserflasche eins.

Dann hatten wir irgendwann Sex, ohne Kondome und waren froh, dass es die Pille gab, damit wir uns die Lust nicht von Temperaturschwankungen und einem Kalender versauen lassen.

Und heute? Heute zucken wir vor Sahne-Joghurt zurück, als wäre er pures Gift. Unsere Waage sehen wir öfter als unseren Freund nackt und wissen genau, wie viel Rohkost wir pro IQ-Punkt essen müssen, damit wir eines Tages … gesund sterben.

“Wir machten alles falsch, aber es fühlte sich richtig an. Heute ist es umgekehrt”

Gönnt euch ab und an einen Tag mit Kaffee und Kuchen und denkt kurz an damals. Nicht, weil damals “alles besser war”, sondern weil wir “damals” irgendwie … lässiger und unbeschwerter waren.

Edit: Maksi hat noch mehr Beispiele zu “Damals und heute” gefunden. Und je mehr ich lese, desto mehr Erinnerungen fallen mir ein … schöne Erinnerungen :)

Category: Daily thoughts
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41 Kommentare

  1. Tja. Und warum machen wir das? Weil schlaue Leute oder solche, die sich dafür halten, einem einzureden versuchen, wie schlimm doch alles ist, wenn man nicht IHR Produkt dagegen nimmt. Oder ähnliches in dieser Richtung.
    Rede den Menschen nur lange genug etwas ein und sie glauben es.
    Auch schlimm, wie heutzutage die Eltern ihre Kinder vor allem und jedem schützen wollen. Iss nicht dies, mach nicht jenes, mein Kind ist was ganz speziell besonderes oder gar gleich hochbegabt etc.
    Mein Eindruck bestätigt sich immer wieder, dass wir künstlich dumm gehalten/gemacht werden. Verschaffe den Leuten genügend angebliche Probleme und sie sind beschäftigt. ^^ :vogel:

  2. “Haben Sie die Lösung oder gehören Sie zum Problem?”

  3. Ach ja, ich musste eben auch an meine Oma denken…
    Das Problem, sofern es für jemanden eins darstellt, ist das hintergründige Wissen über Ernährung und eine sich darauf einstellende Wirtschaft. Wir werden mit besseren Produkten, light, lighter, lightest zugeballert und sollen permanent ein schlechtes Gewissen haben.
    Okay, früher war man unbedarfter und unbelastet, aber nicht nur die Zeiten, nein auch der Stoffwechsel ändert sich mit den Jahren. Es gibt von allem mehr in noch mehr Varianten. Wir sind keine Kinder mehr die toben, sondern Erwachsene, die den Großteil ihrer Zeit sitztend verbringen.
    Ich halte es so, dass ich mir meine Sünden - eben grad mal nicht Kuchen mit Sahne, sondern mal ‘ne fiese “Saufkur” - zumindest kalorientechnisch erarbeite. Das beruhigt das Gewissen, sodass ich ohne Reue “genießen” kann. :oops:

  4. Und wisst ihr noch, wie wir im Sommer den ganzen Tag draußen waren? Meine Eltern wussten nie genau, wo wir waren, aber wir kamen halt irgendwann wieder. Meist, wenn wir Hunger hatten :-) Dann hatten wir blaue Flecke oder Quaddeln von Brennesseln an den Beinen.
    War das schön :)

    Neulich habe ich aber auch gedacht: ich kann kaum noch ne Portion Pommes mit Currywurst essen, ohne, dass ich mich schlecht fühle.
    Aber Kuchen…bei Kuchen sage ich nie nein! Sahne war zum Glück nie so mein Ding, da esse ich halt zwei Stücke Kuchen :mrgreen:

  5. @ Coltaine, ich erinnere mich, dass ich all meine Impfungen bekommen habe und keine speziellen/zusätzlichen Vitamine gegessen habe, als das, was eh auf den Tisch kam. Ich war selten krank, aß manchmal Sand und Erde, Brennesseln (blöde Mutprobe) und andere Dinge. Ich kraxelte auf Bäume, Dächer, hatte im Sonner stets aufgeschlagene Knie und Ellenbogen, meists war ich etwas braun-orange vom Jod, aber ich hatte keine Allergien oder Wehwehchen. In der Schule habe ich nur 2x wegen einer OP gefehlt, sonst nix. Heute … heute wird die “Natur” durch die 3 wichtigsten Vitamine ersetzt: B A S und F … ;)

    @ Lilo - danke für diesen sehr aussagekräftigen Satz. Hätte ich eine Lösung, wäre ich dennoch recht einsam.

  6. @ tAMAN, Du bist bedingt durch Deinen Sport darauf angewiesen, sehr auf Deine Ernährung zu achten oder auch nicht, je nachdem, wie schnell Du verbrennst. Doch es geht nicht nur um die Ernährung, es geht nicht nur um Light-Produkte. Es geht darum, was wir heute alles in unseren Küchenschränken an küstlichen Zusatzstoffen, Glutamaten, etc habe. Vitamine aus der Packung in Tablettenform, das Medizinschränkchen platzt, weil wir dort alles gegen alles haben. Meine Großmütter hatten Klosterfrau Melissengeist und Kamillentee und beide waren steht kerngesund. Meine noch lebende Oma bewirtschaftet mit 80 Jahren alleine Haus, Hund und Garten, hackt Holz und feuert den Kohleofen an. Seufz.

  7. … und Streitigkeiten wurden unter uns geregelt. Dazu brauchte man keine Erwachsenen! Und schon gar keine Gerichte…. Heute bestehen die Kinder aus Petzen - und warum? Weil sie zu solchen gemacht wurden. Denn die Eltern mischen sich ein - klar, sind ja “gute Eltern”, die kümmern sich um das Seelenheil ihrer Kinder :roll: . Und ein gesundes Maß an Durchsetzungsvermögen, Selbsteinschätzung und Sozialverhalten bleibt auf der Strecke….
    *riesenseufz*

    Ach ja, und wir stehen als Eltern ganz doof da, wenn wir diese Spielchen nicht mitmachen. Dann heißt es nämlich, wir kümmern uns nicht - :evil:

  8. @ James, ich hatte damals kein Navi und keine Uhr und habe dennoch immer den Weg nach Hause gefunden. Jau, blaue Flecken, neue Wunden an den Knien und Ellenbogen, Heldenmale! :mrgreen:

    @ Suse - ich war damals froh, dass meine Eltern sich nicht eingemischt hatten, sonst hätte ich die Sommerferien im Keller verbracht und hätte Erbsen sortiert
    Wie Du schon schreibst, so entwickelte man einen Gerechtigkeitssinn, fand Lösungen, Kompromisse - heute trauen sich einige Eltern leider nicht mehr, ihre Kinder auf den Spielplatz zu schicken aus Angst, die Sprösslinge könnten mit einer blutigen Nase nach Hause kommen …
    Schade. Aber Frau W. (sie ist Mama) wird sicherlich ein paar Gründe finden - nachvollziehbar - warum das heute nicht mehr so geht wie früher. Schade darf ich es dennoch finden … wie ich finde.

  9. Frau W. nennt zwei Gründe, warum sie ihren Sprössling im Moment nicht mehr alleine auf den Spielplatz lässt und sich nach der “Früher war alles entspannter” Zeit zurücksehnt. ;-)

    1. Es geht bei uns in schöner Regelmäßigkeit (mindestens) ein Mann um, der die Kinder anspricht und zum Mitgehen animiert. Von der Schule erhalten wir regelmäßig Warnungen, unsere Kinder im Blick zu behalten.

    2. Weiterhin gibt es hier diverse Jugendliche, die schon nachmittags - teils unter Alkoholeinfluss - so aggressiv sind, dass sie die Kinder anmachen.

    Gründe genug, warum die Eltern heute vorsichtiger sein müssen?

    Ich denke ja.

  10. Nachtrag: Sorry, aber dieses “früher durften die Kinder entspannter aufwachsen” und die Eltern waren viel “lässiger” muss man schon die heutige Zeit übertragen. Leider. Und das geht leider nicht mehr 1:1, auch wenn mir das sehr leid tut.

  11. Es fehlt ein “auf”. :pfeif: “Auf die heutige Zeit übertragen”, dann passt es. :)

  12. “Wir machten alles falsch, aber es fühlte sich richtig an. Heute ist es umgekehrt”

    Das ist ein guter Satz, den man gut und gerne stundenlang besprechen könnte. Aber eine Frage: Machen wir heute alles richtig, es fühlt sich nur falsch an? Ich bin der Meinung, dass die Gesellschaft vieles falsch macht, es sich falsch anfühlt, wir aber nur unser Gewissen vergewaltigen.
    Nur meine kurze Meinung zu diesem Thema…

  13. 13
    Rattenviechs 
    Donnerstag, 12. Juni 2008

    So betrachtet scheint es immer wie ein Wunder, dass wir unsere Kindheit überlebt haben. Ich habe als Kind noch die Dampfloks hinterm Haus meiner Eltern vorbeischmauchen sehen und Computer waren etwas, was man nur aus “Raumschiff Enterprise” oder SF-Büchern kannte.

    Mag sein, dass man mit den Jahren seine Jugend etwas verklärt, aber dennoch: viele Probleme der heutigen Kinder sind uns damals erspart gelieben. Die Gnade der frühen Geburt, sozusagen.

  14. @ Frau W., ich wußte, dass Du Gründe hast und die haben viele andere Eltern auch. Weißt Du, was ich mich frage? Gab es diese “Männer” nicht auch schon früher? Warum waren die Eltern damals nicht so vorsichtig? Nur, weil es weniger Autos gab und mehr Fläche zum spielen, war doch nicht alles besser, oder? Und irgendwie … vermisse ich dennoch die Zeiten damals, sehne mich manchmal danach, 9 Jahre alt zu sein und auf einem Schaf durch über die Felder zu reiten und danach um mein Leben zu rennen. Mit tut es auch leid.
    Und hey, es war kein Angriff, ich wusste nur, dass von Dir trifftige Gründe kommen :)

  15. @ Sascha, da verweise ich gerne auf Frau James, die sagte, sie könnte keine Pommes rot/weiß essen, ohne dass sich das Gewissen kurz regt. Es schmeckt gut, aber es ist ungesund. Ich glaube nicht, dass wir alles falsch machen oder alles richtig, aber ja, wir vergewaltigen unser Gewissen und ein Magnum Mandel wird zur Sünde und schlechtem Gefühl, statt zum Genuss.

    @ Ratte, das stimmt allerdings … mal sehen, wer sich von uns die Gnade des frühen Todes wünschen wird, wenn das so weiter geht ;)
    An einem halte ich fest: Die wenigsten Kinder in Deutschland, in den Wohlstand (sic!)-Ländern waren als Kinder so glücklich, kreativ, ausgelassen und fröhlich wie die Kinder im kleinen, polnischen Dorf Zerniki, vor ca. 20 Jahren … :)

  16. @ Meg: Ach, ich fühle mich nicht angegriffen. Ich bin nur unheimlich sauer. Was für Ar***löcher sind das, die sich an wehrlose Kinder ranmachen oder sie unter Alkoholeinfluss dumm anmachen? Ich könnte ausrasten und es interessiert mich auch nicht, was sie für Gründe haben, um das zu tun.

    Ich weiß nicht, ob es diese Männer früher gab, ich weiß nur, dass … ähm… das es kein Thema ist, bei dem ich gepflegt diskutieren kann und darum einfach meine Klappe halte.

    Ich sehne mich auch nach diesen Zeiten zurück, denn ich durfte auch von früh bis spät in der Gegend rumstreifen, ohne dass meine Eltern sich Sorgen machen musste. Also nur Sorgen, im üblichen Rahmen. Das ist heute leider anders. Es geht nicht mehr nur um kleine Kinderstreitereien oder ein blaues Auge. Es geht um Dinge, die man evtl. nicht mehr rückgängig machen kann. Und das macht mir Angst.

    @ SaschDaily: Da stimme ich dir absolut zu. Hätte man nicht treffender formulieren können.

    “Ich bin der Meinung, dass die Gesellschaft vieles falsch macht, es sich falsch anfühlt, wir aber nur unser Gewissen vergewaltigen.”

    [ Hoffe, das ich das mit der Quote richtig eingefügt habe und es nicht so vergurkt habe, wie beim letzen Mal. :oops: ]

  17. @Meg
    Gut, da hast Du recht. Und ich muss sagen, für ein Magnum Mandel würde ich auch jederzeit mein Gewissen vergewaltigen. Meine Gedanken gingen in eine etwas globalere Richtung, in die mehr moralische Ecke…
    Aber so ist auch gut. Eis ist immer gut!
    :cool:

  18. Ich hatte das Thema lange in der Schublade und habe es heute ebenfalls mal aufgegriffen und zu dir verlinkt. Leider habe ich keinen Trackbacklink gefunden. Gibt’s den bei dir nicht?

  19. und was lernen wir daraus? früher war doch so manches besser, gelassener und ungetrübter…. :lach:

  20. Ich gebe Frau W. recht: ich würde meine Kinder auch nicht mehr so unbeaufsichtigt spielen lassen. Ja, es gab früher solche Männer auch. Aber wir waren im Rudel, hatten Order, nie mitzugehen und waren alle rotzfrech. Uns hätte niemand mitgenommen ;)

    Nahrungsergänzungsmittel hatten wir auch nicht. Nur Sanostol :D

  21. Ach ja früher… Boah, wie alt sind wir eigentlich alle hier? Aber mal ganz ehrlich - früher hat man sich um den ganzen Scheiß keine Rübe gemacht. Da wurde sich im Dreck gesuhlt, die Prinzessin knolzte mit den Jungs aufm Fußballplatz, Erdbeeren gabs direkt vom Busch etc pp. Die Kinder heute essen Erdbeeren nur ausm Supermarkt, halbiert und mit etwas Zucker bestreut mit nem Löffel aus nem kleinen Schüsselchen. Alles ein Ergebnis UNSERER tollen Gesellschaft. Da könnte man das Heulen kriegen.

  22. mein bruder und ich haben in den neubauten aus matchbox-autos unfallautos gemacht. wir haben bis spät abends auf den strassen gespielt und laternen ausgetreten. heute seh ich abends keine kinde rmehr auf den strassen. und auch tagsüber, wenn das wetter schön ist spielt niemand auf den strassen oder auf den feldern. eigentlich ist es schade dass die meisten einen computer oder das tv vorziehen, sie verpassen eine menge.

    ob es früher auch ’solche’ männer gab? ja, die gab es definitiv! aber wie schon gesagt, man war immer in einer gruppe, niemals allein und jeder stand für den anderen ein. und auch die nachbarn in den anderen strassen hatten immer ein auge mit auf die kinde.r zwar nicht bewusst, aber jeder wusste wo die kinder hingehören die mal wieder in den strassen spielen.
    ich komme von einem dorf, ich glaube da ist es sowieso nochmal anders als wenn man in einer stadt wohnt. da kennt jeder jeden.

    ach ja… ich möcht auf keinen fall nochmal so jung sein, aber ne schöne zeit war es auf jeden fall.

  23. Liebe Prinzessin, Erdbeeren wachsen nicht an Büschen :mrgreen:

    Unser Azubi hat übrigens heute Kuchen mitgebracht. Lecker. Auf jeden Fall eine Sünde wert (der Kuchen, nicht der Azubi…) ;)

    In der Straße, wo meine Mutter lebt, da spielen die Kids noch auf der Straße. Genau da, wo ich früher auch manchmal gespielt habe. Hier in der Stadt…doch, da seh ich auch manchmal spielende Kinder. Die werden in 25 Jahren ihren Kindern erzählen, wie schön es doch früher war…

  24. Die spielenden Kinder auf der Straße - vor allem: auf der Straße … :vogel: - werden immer weniger, weil sie einen straffen Terminplan haben. Mama und Papa arbeiten, Kind geht bis Nachmittags in den Hort. Anschließend sind mindestens zwei, drei - bei manchen noch mehr - Nachmittage für den Sportverein, Musikunterricht und sonstigen Kram verplant. So schaut’s heute aus. Mal eben, ganz spontan einen Freund zum Spielen treffen? Kaum möglich. :roll:

    Ich wollte einen so straffen Terminplan - zzgl. Wochenendturniere - immer vermeiden, aber ich habe meine Rechnung ohne den Sportverein gemacht. Außerdem muss Mami sich was einfallen lassen, wenn alle Spielkameraden im Hort, bzw. anderweitig verplant sind.

  25. @fr w.
    ich hatte früher 1x die woche sport und war in der musikschule, das war es. geplant werden musste nicht… türe auf, durch drei gärten geklettert, wieder ne türe auf und schon stand ich bei den nachbarn im wohnimmer. ohne anruf, ohne vorwarnung. und was war vollkommen in ordnung, man gehörte irgendwie dazu.
    und äh, meine eltern haben auch gearbeitet, und zwar beide. meine mutter zwar nur vormittags, aber sie war auch weg. schon komisch wie krass sich das alles verändert hat. und vorallem finde ich es ziemlich heftig das bereits kinder einen temrinplaner in der küche hängen haben damit man weiss was die woche alles ansteht.

  26. @ Tommy: Sollte kein Angriff sein. ;-)

    Manchmal merkt man einfach die unterschiedlichen Sichtweisen, wenn Eltern und Nicht-Eltern über diskutieren. Auch das kein Angriff, sondern lediglich eine Feststellung. :)

    Wenn du ein - oder mehrere Kinder hast - beide Elternteile arbeiten (und zwar nicht nur Vormittags), dann noch die Termine fürs Training, Musikunterricht, Treffen mit Freunden (die ja ihrerseits wieder andere Termine haben), deine eigenen Termine und die deines Partners koordiniert werden müssen … dann geht das einfach nicht ohne straffes Timing. Und je älter die Kinder werden, desto mehr Einsatz wird verlangt. Vereinssport nur einmal in der Woche läuft nicht mehr. Je nach Sportart ist 2-3x Training in der Woche Pflicht.

    Und wenn ich ganz ehrlich bin und mich hier als Egozicke oute: Wenn ich arbeite, den Haushalt schmeiße und sonstige Dinge koordiniere, dann bin ich nicht erfreut, wenn mir der Junior seine Freunde einfach so mitbringt, ohne mir vorher Bescheid zu sagen. Alles anders als früher? Mag sein. Ich werde auch gerne ein Stück Kuchen ohne Reue genießen - mach ich eh gerne - aber die Gedanken, dass früher alles anders/besser war, helfen mir in meinem heutigen Hamsterrad kein Stück weiter. :)

  27. Hach liebe Frau W., du sprichst mir aus dem Herzen. Ich hatte bei 2 Jungen an 4 Tagen Judotraining und am Wochenende an 2 Tagen Turniere. Das hat zwar ein Ende gefunden, artet nun aber in Erledigung Hausaufgaben aus. Dass die Kids erst gegen 15:00/16:00 Uhr aus der Schule - nicht Hort - kommen, ist für Straßenspielereien auch nicht förderlich. Wenn die Brüder aber alles erledigt hat, schicken wir sie gnadenlos raus. Insofern hat sich nicht zu viel gegenüber damals geändert.
    Und ja, wir kindbelasteten haben andere Ansichten und Sichtweisen. Wäre auch komisch, wenn es anders wären.

  28. oh, das ist ja ne nette diskussion. und während halb deutschland fussball guckt, gebe ich doch mal meinen senf dazu.
    ich wohne auf dem dorf, total idyllisch, kurz vor der dänsichen grenze, höre morgens die kühe und es riecht nach landluft. das auto muß nicht verrieglet werden und auch wenn ich nicht zuhause bin, kann der schlüssel stecken bleiben.
    dachte ich bis uns die realität einholte und bettler vor unserer tür standen, mit einem laminierten zettel auf dem stand, das der sohn stirbt, wenn wir kein geld geben :baeh:
    okay, der schlüssel bleibt nicht mehr stecken. auch sonst hat sich im gegensatz zu früher ALLES geändert.
    ich habe hier früher auf der straße gespielt, das geht auch nicht mehr, da hier nun pro stunde mehr autos als fußgänger vorbeifahren.
    man kann trotz 30er zone seine kinder nicht alleine über die straße gehen lassen, da zwar die kinder gucken, aber die autofahrer nicht; bei gefühlten 100 kmh kann man auch kein kind sehen.
    und so zieht sich das durch alle gebiete. lässt man seine kinder alleine in den wald und auf die bäume klettern, kommt der förster, da die bäume beschädigt werden, oder eltern werden schief angeguckt, weil das kind vernachlässigt wird.
    ein kind muß heute, im kindergarten, zum englisch unterricht, zum sport, zur musikschule. das gehört sich einfach und wenn ein kind das macht, wollen es eh alle kinder. der gruppenzwang greift bereits bei vierjährigen.
    ich hätte es auch viel leiber, wenn ich meinen großen einfach rausschicken kann oder sein kumpel einfach so bei uns vorbeikommen könnte. ganz ohne terminkalender, rumtelefoniere und zeitabsprachen. aber das ist in der heutigen zeit nicht mehr möglich.
    und blicke zurück machen das ganze nicht besser, klar war es früher entspannter. aber man/frau/eltern müssen heute sehen wie sie ihre familie managen. da helfen nur blicke nach vorn mit gesundem menschenverstand.

  29. @ fr w
    ich hab das auch nicht als angriff gesehn :)

  30. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie mir das Herz angesichts diese Kommentare aufgeht - danke :)

    Es geht auch mal … ohne Sex. *schmunzel*

  31. Das waren noch Zeiten! Sonntags bei Oma … *schwärm* Oder wenn Oma mich vom Kindergarten abgeholt hatte. Schon mit der kleinen Süßen Tüte in der Hand! Und dann die schöne leckere Milch! Von wegen 1,3 % Fett… ne ne richtig Fett! Und die schmeckte! Und ich lebe noch und bin auch nicht Fett! Aber gespielt haben wir den ganzen Tag! Und nicht vor eine Wii oder dem PC gesessen! Im Wald haben wir uns rumgetrieben, auf Bäumen geklettert! Ja so war das! Da darf das Essen auch zu Fett sein. In diesem Sinne der Ecki

  32. Ah Ecki … damals, als man noch das Wasser aus der Toilette trinken konnte, wa? ;)

  33. @ Little James: Wie nennst du denn die Dinger wo die Erdbeeren dranhängen? :hm: Klär mich mal auf!

    @ Meg: Nein gehts nicht! :sex: So!!! :lol:

  34. Jaha, Frau W., in dem Fall kann ich die Bedenken verstehen, die Kinder alleine draußen spielen zu lassen. Aber man wird ja wirklich bei der kleinsten Kleinigkeit schief angesehen: Meine Beiden waren damals fünf und sieben und erkoren sich den höchsten Baum zum Klettern. Da saßen sie also reicht weit oben - und was geschah: Panik unter fast allen anwesenden Müttern, die ich gerade noch davon abhalten konnte, die Feuerwehr zu holen :roll: . Das brachte mir böse Blicke ein - die ich allerdings noch mehr bekam, als ich meinen Kindern zurief, sie sollen ja heil wieder runterkommen, ihre Anschaffung sei bislang recht kostspielig gewesen und noch mal neue Kinder machen, sei mir zu anstrengend (hehe, womit wir wieder beim Sex wären… - neeee! Das ist natürlich anders anstrengend :mrgreen: . Ich meinte eher die “Aufzucht”….).

    Und Zeit zum Spielen ist in der Tat rar; mein Großer (inzwischen fast 13) besucht eine Ganztagesschule und ist meist erst nach 17:00 Uhr daheim. Der Kleine (fast 11) kommt nach den Sommerferien auf die weiterführende Schule, da wird´s nur unwesentlich anders sein *seufz*.

    Und trotzdem: Wenn am Wochenende nichts Besonderes anliegt, verschwinden die zwei im Wald und sind stundenlang nicht gesehen. Ich kann sie nicht vor allen schützen - und ich hoffe immer, dass nichts passiert. Und mittlerweile können sie auch einigermaßen auf sich aufpassen.

    Was mich ankäst, sind Mütter (ja, meist Mütter, weniger Väter), die ihrem Kind bis in die 4. Klasse hinein den Ranzen bis ins Klassenzimmer tragen. :baeh: Da bekomme ich die Krätze….

  35. @ Suse: *lach* Ich verstehe, welche Mütter du ansprichst und es sind ganz genau die, die ich ganz besonders ins Herz geschlossen habe. :baeh:

    Die größten Grabenkämpfe gibt’s eh innerhalb der Mütterschaft, denn nirgendwo ist die Intoleranz größer. Jede - da will ich mich nicht unbedingt ausschließen - glaubt von sich, die Wahrheit gepachtet zu haben.

    Denke, aus diesem Grund wurde dieses Buch geschrieben. Werde ich mir demnächst unbedingt zulegen, wenn meine Nerven stark genug sind. :mrgreen:

  36. Ähm … Mafia? In meinem Blog?
    Ey, ich habe NICHTS damit zu tun! Ich habe ja nicht mal ein Kind! :cool:

  37. prinzessin: die heißen ganz simpel erdbeerpflanzen. himbeeren und brombeeren wachsen an büschen. erdbeeren nicht. hab welche im garten wachsen.
    (aber…hauptsache, es schmeckt ;) )

  38. Und was wächst an Sträuchern? ;)

  39. johannisbeeren :)

  40. und stachelbeeren
    obwohl die bei mir auch an kleinen bäumen wachsen :mrgreen:

  41. @ Alexandra, ich liebe Stachelbeeren, am liebsten die dunklen … wenn sie so saftig und etwas weich sind, lecker! :)

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