Märchenhaft?

geschrieben von Meg in Daily thoughts Kommentar schreiben

Die Deutschen lieben Märchen. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Als Kind habe ich Hans Christian Andersen sehr, sehr geliebt. Mein allerliebstes Lieblingsmärchen ist nach wie vor “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern”
Zu dem Zeitpunkt kannte ich die Gebrüder Grimm gar nicht, leider weiß ich nicht, woran das lag, ob die Bücher nicht den weiten Weg in den tiefsten Osten fanden oder die Geschichten nicht gegen Andersen anstinken konnten, doch ich weiß, daß es irgendwann jeden Abend eine Radiosendung gab, in der ein Märchen in 10-Minuten-Abschnitten vorgelesen wurde. Das Besondere an diesem Hörspiel war, dass es nicht nur einen Sprecher gab, sondern jeder Charakter hatte eine eigene. Es war eine Zeit, in der ich - ohne, dass Mama mich ermahnen musste - pünktlich vom Spielen zuhause war, gewaschen, gestriegelt, im Pyjama und im Bett. Herrlich, diese Abende, an denen die kindliche Phantasie auf Reisen ging. Angeregt durch die wunderbaren Märchen, wurde die Phantasie angespornt, uns aus dem Kinderzimmer in eine phantasievolle Welt zu tragen. Ich erinnere mich wie heute an die gestärkte Bettwäsche, das Knistern und Knattern des alten Radios, das Herzklopfen, wenn es düster wurde und die dramatische Melodie in “Das hässliche Entlein” gipfelte.

“Der standhafte Zinnsoldat”, “Die kleine Meerjungfrau”, mich faszinierte das Auf und Ab in den Geschichten, die spannende Reise vom Glück ins Unglück, die fehlende Vorhersehbarkeit und die Möglichkeit, die eigenen Gedanken einzubringen, denn das Ende der Geschichte war niemals vollends geschlossen.

Eine Umfrage des Essener Literaturmagazins “Bücher” hat ergeben, dass das liebste Märchen der Deutschen “Schneewittchen” ist.  51% der deutschen Erwachsenen kennen und mögen das Märchen um die böse Stiefmutter, die abgetrennten Körperteile, die ein eigenständiges Leben im Wald führen 7 Zwerge und das schöne Mädchen, welches fast an einem vergifteten Apfel erstickt. Danach kommt mit 44% “Hänsel und Gretel”, Rotkäppchen mit 32%. Alles Bücher der Gebrüder Grimm. Was ist mit Andersen?

Welche Märchen sind euch aus eurer Kindheit in Erinnerung geblieben?
Habt ihr Andersen und die Gebrüder Grimm gelesen?
Welche Märchen lest ihr denn noch heute und warum?
Was ist euch unangenehm an Märchen in Erinnerung geblieben?

Highlight of the day: Mein Termin bei X&X und der Zutateneinkauf für Macadamia-Bethmännchen, Baileys-Tatzen und Marmor-Brownies (keine Sorge, ich werde KEINE STEINE IN SCHOKOLADE reintun!) Engelsflügel und Walnuß-Kipferl
Lowlight of the day: Wer fragt, riskiert Antworten zu bekommen, die er unter Umständen nicht hören wollte.

16 Kommentare zu “Märchenhaft?”

  1. sisou

    Einen zauberhaften Morgen, wünsche ich! :arrow:

    Gleich vorweg: Ich frage dich - angesichts des heutigen Low-Lights - nichts. Gar nichts. :cool:

    Gut. Hab ich das auch geklärt und nun zu den Märchen. :smile:

    Ich mag die Märchen von Andersen eher weniger. Die von den Gebrüdern Grimm liebe ich immer noch und ich nehme mir auch heute noch hin und wieder ein Märchenbuch und lese mir meine Lieblingsmärchen durch. Das wären u.a. Rapunzel, Aschenputtel, Dornröschen, Rumpelstilzchen und Frau Holle. :smile:

    Die Andersen-Antipathie liegt daran, dass mir seine Märchen zu düster sind. Zu traurig. Wenn ich ein Märchen lese, dann brauche ich auch unbedingt ein Happy-End. Bei den Märchen kommt natürlich auch voll die Tussi durch. Ich liebe die ganzen “Prinz rettet Prinzessin” Märchen. Ich schäme mich auch dafür, aber ich kann’s nicht ändern. :cry:

  2. Meg

    Ich weine eher bei SCHICKSALEN, die berühren mich mehr als vorhersehbare “Friede, Freude, Eierkuchen”-Geschichten. Doch Du hast Recht, Märchen sollten schön sein, Märchen sollten uns träumen lassen und glücklich machen.
    Das tun die Andersen-Märchen bei mir, mehr als Grimms es jemals konnten. Ob es daran liegt, daß ich die Mädchen mit den Schwefelhölzern … “kannte”?

    Guten Morgen :arrow:

  3. maksi

    Grad kam doch tatsächlich jemand und hat mir Arbeit gegeben. An einem Freitag! Frechheit! Deshalb nur ganz schnell:

    Ich liebe “Das hässliche Entlein” von Andersen. Ist auch mein Lieblingsmärchen … sooo schön traurig und dann doch ein Happy End.
    Ich arbeite dort, wo ich - zwar wissenschaftlich - aber doch den ganzen Tag mit Märchen zu tun habe. Mehr kann/darf ich dazu leider nicht schreiben.

  4. Meg

    Maksi, Du bist die Märchentante? :shock:
    Hachz, ich kenn die Märchentante! :grin:

  5. sisou

    Ich bin schon süchtig nach “Friede, Freude, Eierkuchen” Geschichten. Ich weiß auch, woran das liegt. Aber das sag ich hier nicht. :wink: Ich formuliere es mal so: Das ist in einer ziemlich kaputten Welt - ein Blick in die Zeitung oder die Nachrichten reicht da schon, um mir die Laune zu verhageln - für mich die perfekte Rückzugsmöglichkeit, um manchen Dingen kurzfristig zu entfliehen. :smile:

    Wie? Du “kanntest” das Mädchen mit den Schwefelhölzern?!

  6. Meg

    Ich habe zum Glück nie in den Schnee gehen müssen, um Schwefelhölzer zu verkaufen, aber als Kind kannte ich Kinder, die das mussten. Sie gingen mit mir in die Klasse, lebten in einem verwahrlosten Haus, tranken notfalls Tinte aus dem Tintenfaß, waren schmutzig und mußten sich auch noch um ihre Alkoholiker-Eltern kümmern.
    Meine Mutter wollte nicht, daß wir mit ihnen spielen, aber das Mädchen hatte riesengroße, braune Kulleraugen, die IMMER gelacht haben. Ich glaube, sie war damals meine beste Freundin, obwohl wir nur sehr wenig miteinander gesprochen haben.

  7. Tommy

    ich gestehe, ich mag märchen nicht. als kind muss ich märchen geliebt haben, so zumindest sagt es die mutter. aber heute kann ich dem (leider) nichts mehr abgewinnen. keine ahnung…
    guten start ins wochenende. ach ja und meg… ich hab meinen dienstplan noch immer nicht. toll, was?!

  8. Menachem

    Dein lowlight of the day find ich auch klasse. Mit über 50 habe ich die tiefen Weisheiten erfahren, die in den arabischen Märchen sind. Mit dem Alchemist begann es, den mir meine Tochter zum 50. schenkte. Und sind dabei die Tränen gekullert.
    Das Vorlesen von Märchen - der Teil fehlt in meiner Biographie. Ich hole es nach.

  9. Meg

    Tommy, um ein Märchen zu lesen, bzw. in diese Welt einzutauchen, braucht man … RUHE! :) Die hast Du gerade gar nicht ;)

    Menachem: Arabische Märchen? Paulo Coelho?

  10. Michi

    Märchen…ja ich liebe sie und zwar alle. Es kommmt nur darauf an, dass sie gut vorgetragen werden. Und das konnte meine Oma soooooo gut. Aber am liebsten mochte ich Rotkäppchen. Keine Ahnung warum und Frau Holle und Dornröschen und und und ach eigentlich fast alle von den Gebrüdern Grimm… Hachzs, Kindheitserinnerungen.

    Plätzchen backen klingt gut, Zutaten hab ich auch schon alle. Ich werde mich heute schon mal ans Backen begeben.

  11. Meg

    Michi, wie ist es denn heute? Liest Du ab und an noch Märchen?

  12. Michi

    oh, darauf hab ich noch gar nicht geantwortet. Ja, auch heute lese ich sie noch, wenn auch selten. Dürrbi und ich hatten mal ne Phase, da haben wir uns gegenseitig abends im Bettchen Märchen vorgelesen. :-)

  13. Meg

    Ohhhhhh! :)

  14. Dürrbi

    Derzeit sind es aber wieder mehr die Hörspiele (Drei ???, TKKG, Fünf Freunde) die uns abend für abend in den Schlaf begleiten…

    Und was Märchen angeht fällt mir ein, dass ich endlich HP7 kaufen und lesen muss :grin:

  15. Meg

    Erzähl mir bitte, was in Teil 7 passiert. Ich bin nach 5 ausgestiegen …

  16. Dürrbi

    werde ich dann machen…

Schreib mal wieder