Gerade das Urheberrecht sei zur Gelddruckmaschine verkommen. Unterdessen hat die Blogosphäre längst ihren ersten Skandal: “Brötchen-Gate”. Aus einem öffentlichen Forum mit Kochrezepten hatte eine Userin eine Website gebastelt, die Rezepte umformuliert und von ihrem Mann abfotografieren lassen. Als ein Blogger das Foto von einem Brötchen ins eigene Weblog stellte, wurde er prompt aufgefordert, 600 Euro wegen Urheberrechtsverletzung zu zahlen. Der Fall schlug hohe Wellen in der Blogosphäre.
Gesamten Artikel lesen
Es ist verrückt. Wirklich verrückt. Ich habe berichtet, dass ich selbst den Fehler begangen habe und zahlen musste. Für ein Bild. Ein kleines Bild. Gut, ich hätte es auch selbst schiessen können, aber mal ehrlich: was derzeit in der Sphäre und im restlichen Internet (z.B. in der e-Bucht) abgeht, passt auf keine Kuhhaut mehr. Wenn man seinen Schrank ausmistet und Markenklamotten verkauft, muss man selbst prüfen, woher diese Markenklamotten stammen. Hat man sie in Deutschland bei s. Oliver, Prada, Esprit gekauft = alles ok. Hat man sie z.B. im Ausland im Urlaub gekauft, darf man sie in Deutschland nicht verkaufen, denn sie sind nicht für den dt. Markt aufgelegt worden. Schnell ist man ein paar Tsd. € los!
Es gibt bei Bildern Kunst und somit erschaffenes Gut, welches sich zu schützen lohnt und es gibt Bilder von Jeans, Stofftieren und Parfüm für ebay. Unsere Staatsanwälte brechen eh schon unter der Last - der mehr und minder sinnvollen - Klagen, zusammen. Otto Normalverbraucher hat seine Chance gewittert und zahlt von seinem Hartz IV-”Gehalt” die Super DSL-Flat, damit er den ganzen Tag bei ebay nach Gesetzesbrechern auf die Suche gehen kann, die es gewagt haben, DAS Bild zu nutzen, welches er geschossen hat.
Ein Blog ist ein Tagebuch. Ich habe keine Lust, alles auszu”xxxx”en, damit mir keiner an den Karren fahren kann. Ich möchte mich über den schlechten Burger bei McDonald’s beschweren, ohne dass sie mich dazu verdonnern, Unsummen wegen Rufmordes zu zahlen. Ich möchte auch mal die Werbung von Ariel kritisieren, weil ich Waschmittelwerbung im TV schon immer grottenschlecht fand.
Ich will damit nicht sagen, dass Blogs rechtsfreier Raum sein sollten, aber man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.
Welche Meinung habt ihr dazu? Wo fängt - nach eurem Empfinden, Gesetz bei Seite - Plagiat und/oder Urheberrechtsverletzung an?
P.S. Meine Arme brennen. Ich habe MUSKELN! 


Donnerstag, 6. März 2008
Wir sind auf dem direkten Weg zu amerikanischen Verhätnissen. Wegen jedem Mist wird geklagt.
Auf diesem Weg werden werden aber auch viele neue Firmen und Produkte im Keim erstickt.
Donnerstag, 6. März 2008
StoiBär - mit jedem Zitat, Bild, Wort läuft man hier Gefahr, sich um 100te von € zu erleichtern. Das ist anstrengend mit der Zeit.
Donnerstag, 6. März 2008
pass auf, ich tippse jetzt hier den kommentar hin und morgen verklag ich dich weil MEIN kommentar in DEINEM blog steht.
Donnerstag, 6. März 2008
Maak, danke für die Warnung, wann sollte ich ihn also löschen?
Donnerstag, 6. März 2008
als wenn wir sonst keine probleme auf der welt haben um die man sich kümmern müsste…
armes deutschland, arme welt, armes universum
Donnerstag, 6. März 2008
Dieser Mahn-Wahn ist krank. Und er macht mich krank. Und die Menschen, die nur darauf lauern, anderen einen Verstoß nachzuweisen, machen mich richtig krank. [ Ups, wenn ich so weitermache, kriege ich ein Magengeschwür... :oops: ] Gegen alles muss man sich absichern, damit einem keiner an den Karren fahren kann. Wenn man nur noch mit Maulkorb schreiben/bloggen kann, dann kann man es gleich sein lassen. Der Sinn ist ja eigentlich, seine Meinung kundzutun. Natürlich nur, solange man nicht irgendwelche Gerüchte in die Welt setzt.
Sicher ist die Sache mit dem Urheberrecht problematisch. Ich würde meine Fotos oder Texte auch nicht gerne woanders sehen. Wenn aber deutlich auf die Quelle hingewiesen wird und man sich nicht mit fremden Federn schmückt, finde ich das nicht so tragisch.
Tatsache ist doch, dass man auf manche Dinge erst aufmerksam wird, eben weil man ihnen im Web ständig auf den verschiedensten Seiten begegnet. Da denke ich an den Herren mit den wunderbaren Zitaten, der sich sehr pingelig hat, wenn man seine Zitate - mit Quellenangabe - veröffentlichen möchte.
Donnerstag, 6. März 2008
Alexandra - das wird mit der Zeit noch schlimmer werden. Ein Blick über den Teich reicht aus …
Donnerstag, 6. März 2008
na ja…ich hab ja meine erfahrungen damit auch gemacht….mittlerweilen geb ich, wo immer möglich, die quellen an…..obschon in der schweiz noch etwas humanere gesetze bezgl. urheberrechte gelten!
Donnerstag, 6. März 2008
Was da mittlerweile abgeht ist erschreckend und nicht mehr feierlich :twisted:
Als Blogger kann man ja selbst beeinflussen, was man an Bildern und Texten einstellt und was nicht. In Foren gestaltet sich das schon etwas schwieriger, da muß man auf “seine” User schon ein Auge haben. Gibt ja genug Präzedenzfälle die einen zur Vorsicht mahnen, fremdverlinkte Bilder am besten gleich zu löschen und alte, tote links doch regelmässig zu überprüfen. Was’n (zeit)aufwändiger Spaß aber bevor einer klagt
Donnerstag, 6. März 2008
Also bei denjenigen die ihr Geld eher mit dem Abmahnen als dem Herstellen von Fotos/Texten etc. verdienen, finde ich es einfach nur traurig. Allerdings gibt es im Internet halt noch immer bei vielen die Meinung das dort ja alles umsonst ist. Und das “stehlen” von digitalen Bildern, Software etc. wird als voellig normal angesehen. Ich kenne auch genug Leute die fuer einige 1000 Euro Software, Lieder und Videos auf dem Rechner haben die nicht gekauft sind. Auf die Idee z.B. mal ein Auto zu klauen fuer die gleiche Summe wuerden sie nie kommen.
Da ich eben selber davon lebe Fotos zu erstellen die oftmals auch im Internet erscheinen und so leicht geklaut werden koennen (wie gerade neulich als rund 250 auf einer Chinesischen Internetseite aufgetaucht sind, finde ich es schon OK das es Mittel dageben gibt und so manche es sich vieleicht doch mal ueberlegen.
Der Fall mit dem Kochbuch ist reines Abzocken. Die verlangen erstmal eine Summe die sie vor Gericht nie bekommen wuerden in der Hoffnung das manche zahlen.
Vor Gericht ght es danach wo das Foto veroeffentlich wurde und ob es einen besonderen Wert darstellt (dann ist es teurer. Ein Studiofoto z.B. ist dann teurer als der Schnappschuss von Tante Frieda). Man kann dann in etwa den dreifachen Wert dessen bekommen was normalerweise dafuer bezahlt wird ohne Nennung des Urhebers und das zeifache mit der Nennung. Bei Veroeffentlichung in einem Blog der nicht international ausgelegt ist (also nur in deutscher Sprache) sollten das so maximal 150 Euro sein. Aber eher deutlich weniger. Verlangt werden aber dann gleich deutlich mehr und da man selber erst einen Anwalt etc. braucht werden das auch einige zahlen.
Wenn man nicht selber davon lebt ist das vieleicht schwer zu verstehen aber auch wenn man genannt wird, moechte man trotzdem nicht das die Fotos einfach genommen werden. Das ist nicht die tolle Werbung wie viele sich dann rausreden und man moechte als Urheber durchaus auch selber etwas steuern koennen wo die Fotos veroeffentlicht werden.
Man kann ja auch nicht einfach keine Miete zahlen mit der Begruendung das man aber allen erzaehlt wer der Vermieter ist und wie toll doch die Wohnung ist….
Donnerstag, 6. März 2008
ich dürfte eigentlich nicht mal die konzertbilder auf meinem blog hochladen, die ich selbst geschossen habe. ich mache das zwar auch nur sehr selten, aber eigentlich dürfte ich es gar nicht.
ich kann schon verstehen, dass es leute gibt, die das nicht möchten, so wie jens das oben schon beschreibt. aber es ist einfach so unübersichtlich und oft weiß man das als “laie” ja auch nicht so richtig. ok…unwissenheit schützt vor strafe nicht, oder wie hieß das gleich?
Donnerstag, 6. März 2008
Sisou, an den Herrn habe ich auch denken müssen. Mensch, das hat mich damals so aufgeregt, dass ich seitdem nichts mehr von ihm gelesen, gekauft oder verschenkt habe. Das hat er davon und ich hoffe, er leidet auch ein bisschen. Vielleicht bekomme ich ja irgendwann eine E-Mail von ihm mit der Bitte, eines seiner Gedichte zu posten
Angeblich gibt es kein besseres Kompliment als Plagiat. Das sehe ich nicht so. Auch ich möchte mein Gedankengut nicht auf anderen Seiten sehen, auf denen es als Text von X und Y ausgegeben wird. Wenn man zu mir linkt oder mein Name drunter steht, bin ich fein damit. Sicher ist es was anderes, wenn einem ein finanzieller Schaden durch Kopieren, Urheberrechtsverletzung entsteht.
Donnerstag, 6. März 2008
@ Bluetime, gibt es auch Fälle, in denen man die Quelle nicht nennen kann?
@ Lily: Ich selbst bin in einem Forum und ziehe meinen Hut vor unserer Godmother, wenn ich sehe, worauf sie achtet und achten MUSS! Songtexte dürfen nicht gepostet werden, etc. Das ist schon … krass!
Donnerstag, 6. März 2008
James, in dem Fall ist es leider wirklich so. Deshalb musste der Mann auch 2000€ Strafe zahlen, da er Kleidung verkauft hat, die aus dem Ausland stammt und nicht für den dt. Markt gedacht war. Er wusste es nicht und ICH hätte es auch nicht gewusst und 1000 andere Leute hätten es auch nicht gewusst und ganz ehrlich? Ich finde es äusserst übertrieben! Es ist das eine, ob man sich auf Kosten anderer bereichert - bewusst! Oder ob man eine getragene Jeans verkauft, weil sie nicht mehr passt oder gefällt.
Bei uns wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Donnerstag, 6. März 2008
Lieber Jens, danke schön für die Sichtweise von der “anderen Seite”, nämlich der eines Menschen, der von Bildern und deren Verkauf lebt!
Bin ich froh, dass ich Dich damals gefragt habe, als ich Dein Bild hier einstellte. Auch wenn ich Werbung für DICH gemacht habe hast Du Recht, indem Du sagst, dass DU entscheiden willst, WO Deine Arbeiten veröffentlicht werden.
Ich fühle mich geehrt!
Donnerstag, 6. März 2008
@meg…klar gibts die, zu hauf!
Donnerstag, 6. März 2008
Du darfst meine Fotos immer nehmen wenn es Fotos sind bei denen ich das auch darf :hugh:
Es kann da aber ganz andere Probleme geben, wenn z.B. ein Model auf dem Bild ist mit dem man einen Vertrag hat das die Fotos nur auf der Seite xy veroeffentlicht werden duerfen. Dann kann es sein das der Fotograf vom Model deswegen verklagt wird wie es durchaus vorgekommen ist. (also jetzt nicht bei mir. Ich hatte es bisher erst zweimal das ich wirklich klagen musste weil sie es nicht eingesehen hatten mich zu zahlen. Beide mal hatte ich dann das Geld bekommen das ich Anfangs wollte auch wenn ich mehr haette bekommen koennen. Fuer die Gegenseite war es halt teuer da sie Anwalt und Gericht zahlen mussten.)
Donnerstag, 6. März 2008
@ Bluetime, hast Du ein Beispiel?
Donnerstag, 6. März 2008
Jens
Hast Du klagen müssen, weil man Dich *gar nicht* bezahlen wollte, obwohl Du Deine Arbeit gemacht hast oder weil man Deine Bilder “mißbraucht” hat?
Donnerstag, 6. März 2008
Beides. Einmal weil man nicht zahlen wollte und einmal weil jemand meine Fotos fuer einen Katalog genommen hatte und meinte das es doch OK waere. Ich war noch so nett und habe nur das verlangt was ich sonst genommen haette, also ohne irgendwelche Aufschlaege. Das wollte er nicht und so wurden es fuer ihn halt das fast vierfache mit Gericht und seinem und meinem Anwalt.
Donnerstag, 6. März 2008
das ist schon alles ziemlich vertrackt und keiner wird richtig durchsteigen. Immer aufpassen, damit man nicht wegen jedem Shayz abgemahnt wird, ist wirklich lästig.
Und seien wir doch ehrlich die kleinen Wurstbildchen sind doch wirklich pillepalle.
Wobei ich nicht gesagt haben will, dass sich jeder nehmen soll, was er mag. Fragen kostet doch nichts.
Donnerstag, 6. März 2008
@ Meg: Siehste und genau von diesem Herren habe ich mir eben kein Buch gekauft, obwohl ich das ganz fest vorhatte. Wer sich in dieser Beziehung so pingelig hat, dem kann ich leider diese ganzen schönen Worte nicht mehr abnehmen. Das hat er nun davon. :neutral:
Ich kann es voll und ganz verstehen, dass niemand seine Texte einfach so auf anderen Seiten finden möchte. Aber wenn vorher angefragt und dann entsprechend verlinkt wird, finde ich das nicht so problematisch. Vorausgetzt natürlich, dass sich der Autor mit der Seite, auf der seine Texte veröffentlicht werden, halbwegs identifizieren kann. Mit manchen Seiten möchte man ja besser nicht in Verbindung gebracht werden. ;-)
Donnerstag, 6. März 2008
ich schreibs dir per mail….aber sag mal, du kannst mir ja nicht verklickern dass du nicht selber schon seiten gefunden hast wo man keine quellenangaben findet oder?
Donnerstag, 6. März 2008
@ Jens: für einen Katalog?! Das ist dreist! In dem Fall wirklich kein Fall von Naivität, oder?
@ Barbara: Das ist es eben! Ich habe bereits einen Ordner im Mail-Programm mit Freigaben für Bilder, Texte, Gedichte und die hüte ich wie meinen Augapfel. Bloß Herr Kruppa wollte nicht, dass wir seine Gedichte hier zeigen. Auch nicht mit © und link, etc.
Donnerstag, 6. März 2008
Sisou, aber nicht, dass DER Herr uns beide demnächst wg. Verdienstausfall verklagt
Nunja, er möchte, dass man seine BÜCHER kauft und ist der Meinung, das würde man nicht tun, wenn man sie schon online gelesen hat. Gut, die meisten werden das so handhaben, kann ich mir gut vorstellen. Dennoch ist das der Lauf der Zeit - Musiker haben auch Einbußen, seit es das Internet und mp3 gibt. Da müssen andere Lösungen als Klagen her!
@ Bluetime - das war ein klassisches Missverständnis, auch Du hast Post
@ Martin: Es soll dieses Jahr *in* sein, sich eine tote Ratte um die Schulter zu hängen
Donnerstag, 6. März 2008
Nein, in dem Fall war das keine Naivitaet sondern derjenige wusste genau was er macht. Er hatte wohl nur nicht gedacht das ich es merke und dann auch noch klage…
Donnerstag, 6. März 2008
Wie hast Du es denn gemerkt? Hat Dich jemand darauf hingewiesen oder hat Dir der Zufall gar den Katalog in die Hände gespielt?!
Donnerstag, 6. März 2008
Das war eher Zufall das ich es gesehen habe. Er lag bei einem Kunden rum….
Freitag, 7. März 2008
Oh ja gezahlt habe ich auch mal etwas über 600€ das bild nutzen durfte ich die bilder dann trotzdem net. *nicht lustig*
ist seit her eine Tabu Seite für mich
Freitag, 7. März 2008
@ Jens: Das ist echt dreist!
@ Ela, meinst Du eine bestimmte Seite?!
Freitag, 7. März 2008
Ja, man muss wirklich sehr vorsichtig sein… Versuche deshalb immer meine eigenen Bilder zu verwenden. Ansonsten schadet nicht wenn man die Quelle angibt oder fragt, ob man sie verwenden darf.
Alles soweit gut, aber diese Abmahnwelle ist wirklich nur Abzocke! :sad:
Ein schönes WE! Rubinherz
Freitag, 7. März 2008
Rubinherz, das Problem ist, dass eine Angabe der Quelle oftmals *nicht* ausreicht und auch nicht vor einer Klage schützt. Wenn es nicht die eigenen Bilder sind, sollte man vorsichtshalber keine anderen nehmen oder *vorher* um eine Genehmigung fragen und diese aufbewahren