Samstag, März 29th, 2008 | Author: Meg

Oh. Kompromittierendes Thema, bin ich doch selbst ein Geschwindigkeitsjunkie. Ich liebe hohe Geschwindigkeiten, fahre gerne sehr schnell, fahre gerne hoch und schnell (Achterbahnen). Genieße den Rausch, gierig sauge ich den Cocktail aus Adrenalin und Oxytocin in mir auf. Nicht selten singe ich dabei auch noch laut. Singen löst - laut neuesten Forschungsergebnissen - ähnliche Gefühle wie Sex oder Essen aus. Ein Glückshormon wird ausgeschüttet, die Konzentration von Hormonen, die aggressiver und streßanfälliger machen (Testosteron :mrgreen: und Cortison) sinkt. Und einen weiteren Vorteil hat es: Im Auto störe ich niemanden damit und kann mir einbilden, eine unglaublich tolle Stimme zu haben.

Warum das Thema kompromittierend ist? Nun, hier geht es um eine neue Kampagne, die da “Runter vom Gas” heißt. Der Name sagt schon aus, worum es geht: Raser auf unseren Straßen zu bremsen. Mit den tollen Plakaten, die wir von den Autobahnen kennen “Raser haben einen Kleinen” ist es wohl nicht gelungen. Nun möchte man schocken. Denn man hat gelernt: Erst, wenn man die Leute aufrüttelt, hören sie einem zu. Doch was schockt heute noch einen abgebrühten Bürger, der sich an Ostern 10 Horrorfilme reinzieht?

Das vielleicht? -> TV-Spot zu “Runter vom Gas”.

Ich hoffe es. Klickt auf den link, fahrt mit der Maus über die Bilder, sagt mir, was ihr denkt.

Ich wünsche derweil ein schönes WE und werde mir mit Frau Murmel und Brother Louie ein schönes machen :)

Category: Daily thoughts
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15 Kommentare

  1. Ich sehe das eher so, wie die Sache mit der heißen Herdplatte … ich muss mir zuerst die Pfoten verbrennen, bevor ich glaube, dass sie so heiß ist, dass sie mir Schmerzen zufügt. Will sagen: solche Kampagnen könnte man sich sparen, wenn man bereits bei den Führerscheinanwärtern anfinge sie aufzurütteln und mit ihnen ein Fahrtraining absolvieren würde. Sie müssen am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn das Auto auf nasser Fahrbahn oder Eis ins Rutschen gerät, wie sie reagieren müssen, wenn ihnen etwas vor’s Auto läuft etc. … und das, ohne dass sie dabei jemanden verletzen können. Dazu noch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen und Autobahnen …
    Damit wird man zwar die Unfälle durch sich überschätzende Raser nicht ausmerzen - Idioten gibt es immer wieder und überall - aber ich glaube schon, dass sich durch die o. g. Maßnahmen, die Unfälle, bzw. die Raser, reduzieren ließen.

    Was diese Kampagne angeht, halte ich nur bedingt etwas davon. Man sieht die Plakate, denkt vielleicht kurz darüber nach und drosselt sein Tempo … um dann wieder Gas zu geben. Tagtäglich sieht man in den Nachrichten Bilder von Unfällen, hört, wie es dazu gekommen ist. Ist erschüttert … und fährt am nächsten Tag doch wieder so, wie man immer fährt. Schnell. Zu schnell?

  2. Nennt mich einen Pessimisten, aber ich denke solche Kampagnen bringen rein gar nichts. Man wird heute überall mit dem Tod in Wort und Bild konfrontiert, so das einem eigentlich nichts mehr so richtig erschüttert. Man denkt kurz darüber nach, aber geändert wird an seinem Verhalten dann doch nichts.
    Das Einzige wo man die meisten Menschen heute noch mit packen kann, das sind die Stellen wo es ihnen wirklich weh tut, oder wo sie selbst am eigenen Leib miterleben was durch unnütze Raserei passieren kann. Zum Beispiel bin ich der felsenfesten Überzeugung das ein notorischer Raser bestimmt nicht mehr rasen wird, wenn er mal einen ihm nahestehenden Menschen durch einen Autounfall verloren hat.
    Oder aber wenn die wirklich dicke fette Geldkeule geschwungen wird. Ich denke hier in der Größenordnung von drei Monatsgehältern! Was meint Ihr wie sittsam es auf den Strassen zugehen würde, wenn die Strafen wirklich so extrem hoch wären. Und hier meine ich wirklich das umgerechnet in Monatsgehälter. So ein Bußgeldkatalog wie wir ihn derzeit in der StvO haben ist doch nur ein Witz und höchst unfair. Besser verdienende Menschen lachen doch über die Strafen, während es ärmere wirklich trifft.

  3. Ich find die Kampagne für den A….! Schon die Aufmachung ist meines Erachtens nicht gelungen: Die Bilder bewegen sich permanent und man kriegt einen an der Birne, wenn man da ne Weile drauf schaut. Hätte man besser machen können.

    Zum Wachrütteln reicht das nicht aus. Das muss man anders aufziehen. Die Unfallautos einfach neben der Fahrbahn “liegenlassen” als Mahnmal sozusagen. Das könnte eher wachrütteln.

    Aber seien wir mal ehrlich: wer rasen will, der tut das und nimmt das Risiko, dabei draufzugehen, in Kauf. Egal welche Abschreckungsmaßnahmen da noch auf uns zukommen werden. Wenn jeder seinen Fähigkeiten entsprechend fahren würde, wäre die Unfallstatistik sicher etwas anders. Wegen Selbstüberschätzung passieren sicher viele Unfälle!

    Genießt euer Wochenende ihr drei. Und schön vorsichtig fahren. :smile:

  4. Diese Werbung erwischt die Menschen – nach meinem Empfinden – ziemlich gut dort, wo man sie am besten packen kann: Sie spielt mit der Angst.

    Allerdings bin ich vorgeschädigt. Als ich diese Werbung zum ersten Mal gesehen habe, fühlte ich mich schlagartig – vom Gefühl her - um Jahre zurückversetzt. Dieses Gefühl, wenn jemand morgens scheinbar gesund das Haus verlässt und am Abend tot ist, vergisst man nie. Die Werbung hat mir noch tagelang nachgehangen und dieses elende Verlustgefühl flackert immer noch ab und an auf. Ich habe diesen Clip nur einmal gesehen und habe ernsthaft damit zu kämpfen, meine Gefühle wieder runterzufahren. Leider bin ich nicht die Zielgruppe – sondern nur der Beifahrer.

    Mich hat, der Clip aufgerüttelt auf – allerdings weiß ich nicht, wie er auf Menschen wirkt, die eine andere Vorgeschichte haben. Vielleicht lässt sie dieser Clip völlig kalt? Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass man, wenn man im Geschwindigkeitsrausch über die Autobahn brettert, gerade diesen Werbespot im Hinterkopf hat. Und den Menschen, die nicht nur ihr Auto betankt haben, sondern auch sich selbst, gehen solche Werbespots sicher am Allerwertesten vorbei. Ich denke, die rasende Zielgruppe wird damit nicht erreicht.

    Und sonst: Ein schönes WE für euch. :arrow:

  5. Also das mit den laufenden Bilder stresst schon mal wirklich und besser wäre es gewesen hinter die Gesichter nicht eine Todesanzeige zu setzen sondern das Bild vom Unfallort.
    Obwohl es selbst dann richtige Raser nicht aufhalten wird.
    Vor Jahren hatte ich mit einem Kumpel einen Motorradunfall er fuhr auch zu schnell in die Kurve und ein Kuhfladen brachte die Maschine dann zusätzlich ins Trudeln, wir knallten hin, das Motorrad in ein Geländer und wir klebten am Straßenrand.
    Glück gehabt das wir nur Prellungen und so hatten.Es war heilsam dieser Schock
    Ich fahre mit dem Auto gern etwas schneller aber immer nur so wie ich sicher bin das ich mein Auto beherrsche.
    Wenns voll ist, Sch…Wetter oder so pass ich doppelt und dreifach auf.Sicher ist mir da lieber als 5 Minuten eher am Ziel zu sein.

  6. also, den spot finde ich persönlich ‘gut’ wie schon sisou sagt, wird dort mit der angst gespielt und ich fdenke da muss man den menschen packen.
    allerdings denke ich ebenfalls, dass es nicht viel bringen wird. die wirklichen raser denke, dass ihnen sowas nicht passieren kann. denn ’sowas’ passiert ja immer nur anderen. sicher ist das auch eine strategie um die angst zu unterdrücken, aber bringt letztendlich nix.

    ich selber zähle du den zügigen fahrern und rege mich auch gerne mal auf wenn jemand mit 100 die linke spur blockiert. allerdings hatte ich selber schon enen unfall und weiss was passieren kann. ich denke deswegen bin ich nicht mehr ganz so der aggresive fahrer von früher.

  7. Soll ich ehrlich sein? Ich fahre gerne schnell. Für mich sind auf der Autobahn 200/220 km/h eine wunderbare Reisegeschwindigkeit bei der ich noch nicht einmal Adrenalin ausschütte. Das Adrenalin kommt dummerweise erst dann, wenn irgendwelche unaufmerksamen Autofahrer einen Kilometer vor dem Überholen ohne zu gucken auf die linke Spur wechseln, oder nicht rechtzeitig blinken.

    Die Unfallverursacher sind in den allermeisten Fällen nicht diejenigen, die schnell fahren, sondern die, die sich über diese Schnellfahrer aufregen und in ihrer Transusigkeit einen Fehler nach dem anderen machen.

    Aber um das Thema abzuküzen bin ich eh dafür, *jeden* Autofahrer in regelmäßigen Abständen auf seine Tauglichkeit zu überprüfen. Damit würde diverse Jugendliche und Rentner aus dem Verkehr gezogen werden, die wirklich eine Bedrohnung für den Verkehr darstellen.

  8. 8
    Schwesterchen 
    Sonntag, 30. März 2008

    Dieser Spot richtet sich in erster Linie nicht an die “hardcore-Raser”, denn die müssten wohl schon am eigenen Leib erfahren, wie ein Unfall sich anfühlt. Diese Kampagne richtet sich an Menschen wie du und ich, die ab und an auch mal gedankenlos das Gaspedal durchtreten oder beim Fahren telefonieren oder sich unbewusst anderweitig verantwortungslos verhalten.
    Aber selbst an dieser Stelle verfehlt die Kampagne an mancher Stelle Ihr Ziel, wenn ich den Beitrag von Meg hier so lese… :o(

  9. Ich möchte meinen Kommentar noch etwas ergänzen. Mir ist nicht wirklich, was die Allgemeinheit wirklich unter “Raser” versteht. Sind es im Allgemein diejenigen, die schnell fahren, oder doch eher die, die mit Lichthupe, Blinker und Dicht-Auffahren andere zur Weißglut bringen?

    Ich möchte nur anmerken, dass ich noch nie einer von den letzten war. Ich fahre meine 200 km/h, aber noch nie habe ich jemanden versucht, von der Straße zu drängeln. Ich hasse das, was das jemand mit mir macht, also mache ich das auch nicht. Ich halte immer genug Abstand, um ein gewisses Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

    Was ist nun Raserei?

  10. ich finde die kampagne an sich gar nicht so schlecht, aber total doof umgesetzt. ich wusste oft gar nicht, welches bild ich schon angeklickt hatte und welches nicht.

    fast noch schlimmer als “raserei” finde ich, wenn die abstände nicht eingehalten werden. wenn man selbst gerade einen lkw überholt und dann plötzlich jemand von hinten angeschossen kommt und einem schon im kofferraum sitzt, da bekomm ich hass. soll ich mich dann in luft auflösen?

  11. Wann ist man denn ein Raser? ich fahre auch gerne schnell. 200 ist meine bevorzugte Reisegeschwindigkeit aber ich fahre sie nur dort wo es geht. Ich bedränge niemand. Halte mich an die Geschwindkeitsbegrenzungen und nehme Rücksicht auf andere. Bin ich nun ein Raser?

  12. ich fahre auch schnell, gerne schnell. aber nicht wenn es geschwindigkeitsbegrezungen gibt, ja doch, ausnahmen gibt es,und nicht wenn ich meine kinder mit im auto habe.
    diese kampagne läuft für mich unter dem motto: gewollt und nicht gekonnt.
    gerade auf den autobahnen müsste flächendeckender überwacht werden. klar werden viele gleich meckern, aber das sind auch die, die sich nie ans tempolimit halten, zu dicht auffahren und mit lichthupe die autos von der linken spuir drängen…

  13. 13
    Schwesterchen 
    Montag, 31. März 2008

    @alexandra: Hm, wenn deine Kinder nicht dabei sind, ist es also weniger schlimm? *stirnrunzel* Wenn du tot bist, bist du tot. Das ist auch schlimm.

  14. ich finde die kampagne gut. zwar glaube ich nicht, dass sie im straßenalltag etwas ändert, aber wenn man sie verstärkt auf plakaten sieht (so wie ich an der autobahnraststätte z.b.) bekommt man schon gänsehaut und denkt (leider nur) kurzfristig darüber nach. auch hier stimme ich fast allen kommentatoren zu: auch diese kampagne wird (leider) auf dauer nichts bewirken… sie spielt mit der angst, die kurz einsetzt, wenn man sich mit diesen bilder auseinander setzt, danach verpuffen die bilder wieder. besser wären bilder von unfallorten gewesen oder aber das abschlussbild der aktion im tv. hat die schonmal jemand gesehen? die finde ich hart, aber leider genauso kurzfristig wirksam (wobei ich sagen muss, dass mir das bild schon ein wenig hinterherläuft…) wollte auch darüber bloggen, freue mich, dass du es mir abgenomen hast, meg ;-)

  15. Hilli, ja, hier wird die Angst angesprochen. Ich kann mich sehr gut an Vorträge in der Schule über Krebs und Raucher erinnern. An zersetzte Lungen, Menschen, die am Kehlkopf operiert wurden, etc. Und was war die Folge? Wir mussten raus um eine zu rauchen.
    Meine Schwester schaute sich die Ausstellung “Körperwelten” an, sah die Lunge eines Rauchers … und raucht dennoch weiter.
    Was sagt uns das? Erst wenn wir betroffen sind, wird der Schalter umgelegt - doch dann ist es meist zu spät.

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