Tag-Archive for » Armut «

10. Juli 2008 | Autor: Meg

Eben habe ich bei Google nach schönen Synonymen gesucht, für meine neue FSK 18-Geschichte. Bei Wikipedia stieß ich auf ‘Maria Moese, DDR-Fernsehansagerin’, Mensch, arme Socke! :)

Ich habe nie recht verstanden, warum man überhaupt Synonyme sucht. Schwanz, Möse, Glied, Muschi sind vollkommen in Ordnung, nichts daran auszusetzen. Die englischen Wörter (pussy, cunt, dick, hard on) scheinen mir zwar angenehmer im Klang (besonders “Möse” klingt, durch das ö in der Mitte, wie ein sich vor Ekel zusammenziehender Mund), aber das kann auch bedingt sein durch die Fremdheit der anderen Sprache, die bei so delikaten Bezeichnungen angenehm distanziert anmutet. “Suck my dick, bitch” sagt sich wesentlich leichter als “Oh, entschuldige, ich habe unseren Hochzeitstag vergessen”.

Sehr gelacht habe ich, als ich in “Harte Jungs” etwas von “Lulu” und “Blumentopf” hörte und gewöhnte es mir an, diese beiden Worte zu benutzen, während ich kleine Geschichten darum spinne. Doch wenn es wirklich hart auf weich kommt, dann kommt man um einen klaren NAMEN nicht herum und was spricht dagegen, die Dinge beim Namen zu nennen (außer die ästhetische Armut der deutschen Sprache)?

Wie nannten das eure Eltern? Sprachen sie von Pullermann und Blümchen? Wie erklärt ihr es euren Kindern? Welche Bezeichnungen nutzt ihr selbst?

Los, traut euch … :)

Für den lustigsten gibt es eine … Kleinigkeit :)

10. April 2008 | Autor: Meg

Vor einigen Tagen waren wir bei ElMars Bruder, der Geburtstag gefeiert hatte. Er hat 3 Kinder, der Älteste ist dieses Jahr 14 geworden. Wie das bei Gesprächen zwischen kinderlosen und kinder”reichen” Paaren mit Kindern im Teenager-Alter so ist, wir landeten irgendwann zwangsläufig bei dem Thema Aufklärung von Kindern, Sexualität, etc. Während man darüber diskutierte, wer für die Aufklärung von Kindern verantwortlich ist, wann diese statt zu finden habe und was genau aufgeklärt werden sollte, machte ich mir meine Gedanken darüber, wie ich aufgeklärt wurde. Frau W. hatte das Thema ebenfalls vor einigen Tagen und dort schrieb ich: Als ich 8 war (also 1 Jahr vor der 1. Beichte) haben wir bei einer Freundin die einen Videospieler hatte (sowas war damals so rar wie Bananen und echte Schokolade) einen Bum*i geguckt.
Mir wurde übel.
Auf dem Weg nach Hause wurde mir erst schlagartig bewusst, was ich da gesehen hatte und ich habe mich neben den Polski Fiat 126p der Schulhausmeisters erbrochen. Als ich das nächste Mal “Geräusche” aus dem Zimmer meiner Eltern hörte, fing ich ganz laut an zu singen …  :???:  …

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann war das tatsächlich mein erster “Kontakt” zur menschlichen Sexualität. Warum menschlicher? Nun, ich bin sehr ländlich aufgewachsen und habe gesehen, wie diverse Tier-Babies auf die Welt gekommen sind und auch wie Kühe gedeckt wurden, dennoch mochte ich damals keine Verbindung zu Menschen herstellen. Als ich 3 Jahre alt war, kam meine Schwester auf die Welt und ich bin sicher, dass ich auch irgendwelche Geschichten von Störchen erzählt bekommen habe, sicherlich wunderte ich mich auch darüber, wie der Storch das Baby aus Mamas Bauch bekommen hat, um es zu uns zu bringen, doch es interessierte mich nicht weiter. In der Schule wurde nicht aufgeklärt. Meine Eltern kümmerten sich auch nicht darum. Warum? Ich schätze, dass damals Kinder noch die Möglichkeit hatten, lange Kinder sein zu dürfen. Es bestand keine Notwendigkeit, ein Kind darüber aufzuklären, wie man schwanger werden oder wie man das vermeiden konnte. Alles war entspannt. Ich kannte niemanden im Dorf, der minderjährig Mutter geworden wäre.

Dann kam ich nach Deutschland, in die 6. Klasse und plötzlich sah ich mich mit der Sexualität konfrontiert: Im Religionsunterricht sprachen wir über Verhütung und über Abtreibung. Es war kein gesund aufklärender Unterricht, sondern die beliebte Schockmethode á la: Willst Du mit 14 Jahren Dein Leben quasi an den Nagel hängen oder gar zur Mörderin werden, indem Du abtreibst? Alle Mädchen lasen mit feuchten Augen das “Tagebuch eines Ungeborenen” und sympathisierten mit dem (später abgetriebenen) Baby und nicht mit dem Mädchen. Und den Jungs ging es am sprießenden Sack vorbei.

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28. November 2007 | Autor: Meg

Nun ja, so ganz richtig ist das nicht, denn es geht um einige Milliarden Würste, die man sich leisten könnte, würde man heute den JACKPOT gewinnen. Jeder von uns weiß, dass es wahrscheinlicher ist, 2x im Leben vom Blitz getroffen zu werden, als einmal im Lotto zu gewinnen, bzw. den Jackpot zu knacken.
Nun, die Möglichkeit den Jackpot zu gewinnen gibt es. Das ist keine Lüge und auch kein Trick. Aber ganz ehrlich? Das kann sich niemand leisten und diejenigen, die es sich leisten könnten, die haben es nicht nötig, Lotto zu spielen.

Man müsste lediglich 140 Millionen Tipps abgeben. 140 Millionen! Das würde 110 Millionen kosten. Nun kann sich jeder (auch ohne Mathe-LK ausrechnen, dass dies Grütze und eine beschissene Milchmädchenrechnung wäre.) Hier wären wir wieder bei den komischen Redewendungen der Deutschen: Milchmädchenrechnung. Was bedeutet das?

Kuriose Zahlen gab es im Februar 2004 einmal in Deutschland im Mittwochslotto: Gezogen wurden: 1, 2, 16, 21, 31, 41 und die Zusatzzahl 11. Dieses Zahlenmuster hatten sehr viele Lottospieler angekreuzt und deshalb gab es nur sehr niedrige Quoten. Für fünf Richtige und Zusatzzahl gab es zum Beispiel nur 2.300 Euro. Da hatten sich einige zu früh gefreut. Als ich das erste Mal im Leben Lotto spielte, hatte ich 4 Richtige + Zusatzzahl. Mit Müh’ und Not konnte ich mich selbst davon abhalten, einigen Kollegen den Stinkefinger zu zeigen, die “Was ich Dir schon immer mal sagen wollte …”-Nummer abzuziehen und laut zu brüllen: “NIE WIEDER ARBEITEN” oder “Eure Armut kotzt mich an!”. Zum Glück. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal Gott und allen Schutzengeln für diese Contenance dankbar war, denn an dem Tag war ich nicht die einzige, die diese Zahlen getippt hatte. Als ich beim Lotto-Lädchen ankam und äußerst cool sagte: “Bitte in kleinen, gebrauchten Scheinen”, erwiderte die Dame lächelnd: “Wenn ich das heute noch EINMAL höre, schreie ich, verdammt nochmal!”

Immerhin hatte ich 98 € gewonnen :cool:

Seit 2 Wochen habe ich nun ein, bis zwei Augen auf den Jackpot geworfen, trotze JEDEM Vernunftsgedanken und besuche täglich die Seite von Westlotto. Zwei mal durfte ich bereits lesen: Gewinnbenachrichtigung.

Beim ersten Mal waren es 2,50€. Beim zweiten Mal hatte ich den Einsatz bereits raus mit 12,50€, die logische Schlussfolgerung sind 12,5 Millionen (werdet jetzt bloß nicht kleinlich!), 30 Millionen sind im Pott, ich teile gerne :)

Wenn ich die 30 Millionen gewinnen würde, würde ich mir erstmal meinen Traumwagen holen. So egoistisch wäre ich auf jeden Fall. Es wäre der F-150 Lightning (Autogas) oder ein Mini Cooper D mit allem Schnickschnack.

Danach würde ich viele andere Dinge machen, aber als erstes würde ich den Wagen holen und dann den Kofferraum voll mit Geld füllen und damit Familie & Freunde besuchen, mit einer Liste, wer wieviel bekommt. Bzw. würde ich das Geld für die Menschen anlegen, so dass sie sehr gut von den Zinsen leben könnten. Meine Eltern, Geschwister und sehr gute Freunde. Wenn ich das gemacht habe, würde ich mit ElMar eine schicke Hütte in Kanada kaufen/bauen, ein paar wunderbare Hunde holen und von dort aus ein paar Fonds leiten, ich würde Organisationen unterstützen, vielleicht ein Buch schreiben und Freunde einladen, besuchen, Zeit mit ihnen verbringen. Man kann Zeit nicht KAUFEN, aber man kann sie sich mit Geld leisten.

Wie lautet Deine persönliche Lotto-Geschichte?
Was würdest Du mit 30 Millionen Euro machen?

Highlight of the day: 50×25 in 45
Lowlight of the day: Mir geht die Pumpe, wenn ich mich verkaufen soll.

4. November 2007 | Autor: Meg

Weltweit können schätzungsweise 2,6 Milliarden Menschen keine Toilette benutzen. Sie können es nicht, weil sie nicht wissen wie, sondern weil sie keine haben. Sie machen ihr Geschäft im Freien, verschmutzen Wasser, verbreiten Krankheiten. Menschen, die in Armut leben, in niederen Kasten in Indien, z.B. In Neu Deli tagte der 7. „Welt-Toilettengipfel“. Delegierte aus mehr als 40 Ländern trafen sich unter dem Motto „Toilette für alle“ und berieten, wie mehr sanitäre Einrichtungen geschaffen werden können.

„Welt-Toilettengipfel“. Tut mir leid, aber ich mußte lachen. Das klingt so absurd. Ist es nicht, wenn man länger darüber nachdenkt, denn für uns ist das normal! Wir gehen ins Bad, wenn wir müssen. Ohne darüber nachzudenken. Sicher rümpfen wir auch mal die Nase, wenn wir eine Toilette in Ägypten oder der Türkei aufsuchen, die nicht unseren Hygiene-Ansprüchen gerecht wird. Aber wir kennen es nicht anders. Ich habe es anders kennengerlent. Als ich einige Monate alt war, kam ich zu meinen Großeltern „aufs“ Dorf. Sie wohnten in einem alten Haus, in dem es kein fliessendes Wasser gab, kein Badezimmer und keine Toilette. Als Säugling war mir das egal, doch schon bald hatte ich einen Nachttopf und kurz darauf mußte auch ich das Plumpsklo draussen nutzen. Es war ca. 300 m vom Haus entfernt Richtung Feld und für solch einen primitiven Abort recht „hübsch“ angestrichen, sauber. Im Winter war es etwas kalt und man sah zu, daß man schnell sein Geschäft verrichtete. Oma erzählte, wenn ich länger drauf sitzen bliebe, würde mir was festfrieren.
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