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2. Oktober 2008 | Autor: Meg

Männer sind Denker, Analytiker, Macher, Theoretiker und Praktiker in Einem, während eine Frau sich für eines entscheiden muss. Sie sind in der Lage komplexe Bau- und/oder Schaltpläne zu lesen, einen Motor zu reparieren, Spinnen zu töten und ganz viele andere Zaubereien zu machen.

Das Exemplar, mit dem ich den Hauptteil meines Lebens verbringen möchte, kann all diese Sachen und noch viel mehr. Er ist zwar etwas vergesslich und manchmal arg langsam gemütlich, aber er kann zaubern. Unter anderem kann er klemmende Deckel aus Tupperdosen befreien, während ich mir dabei mit Sicherheit in den Finger schneiden oder einen Zahn ausschlagen würde.
Er kann qietschende Dinge wieder zum Schweigen bringen, Nachttische bauen, für die andere Leute Hunderte von € zahlen würden, den Auspuff mit Kaugummi flicken - eigentlich ist er der wahre MegMcGyver.

Es gibt nur einen gravierenden Unterschied: Er hat eine immens lange “Vorbereitungsphase”.
Egal wie lange die praktische Umsetzung und Durchführung eines Projektes dauern mag, die Theorie und Planung dauern immer mind. 10x so lang.
Dies führt mitunter zu einem spontanen Geduldverlust auf meiner Seite und dem Vorhaben, niemals wieder etwas von ihm zu verlangen oder um etwas zu bitten und lieber eine “How to … ” oder “Do it yourself”-Bücherei zu überfallen und mir deren Inhalt - nicht nur theoretisch - anzueignen.

Einiger der Projekte mussten abgeblasen werden, weil der Herr im Vorfeld bereits viel zu kompliziert und umständlich dachte (deshalb spielen wir auch nicht mehr “Tabu”, denn dabei verliere ich IMMER: SO umständlich wie er, kann niemand denken und erklären :aua: ), anstatt mal die simple gestrickte Freundin zu fragen, die bei solchen Dingen eher sehr pragmatisch vorgeht.

Ich sehe immer, wenn er mal wieder eine grandiose Idee ausbrütet. Sehr schweigsam wird der Mann dann (noch schweigsamer als sonst) und man muss ihn mehrmals ansprechen, bevor man seine Aufmerksamkeit bekommt. Doch Fehlanzeige, wenn man glaubt, er würde TEILEN. Erst wenn der Plan für die Rettung der Welt hieb- und stichfest ist, keine Sekunde vorher. Also ließ ich ihn. Schob es auch auf seine Erkältung.
Wir schauten gestern noch 2 Folgen “Men in trees” und 3 Folgen “Greys Anatomy” und es wurde etwas spät. Ich lag schon im Bett als er zu mir kam.

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7. August 2008 | Autor: Meg

Wisst ihr, ob es ein internat. Ranking der Sprachen gibt im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad? Mit anderen Worten: Welche Sprache ist die schwierigste Sprache der Welt?
Ich habe immer gehört/geglaubt, dass Mandarin/Chinesisch die schwierigste Sprache sei. Über 10.000 Zeichen, die man auswendig lernen muss.

Auf der anderen Seite:
Ein Ranking kann es (eigentlich) nicht geben, denn das ist eine Frage, die man nur individuell beantworten kann. Für einen Deutschen ist Polnisch die Hölle. Für einen Polen ist Thai die Hölle, weil man dort ein Wort für 10 Sachen hat, aber durch die Tonlage der Stimme bestimmt, welches man gerade meint.
Polnisch gehört zu den schwierigsten Sprachen aufgrund der Grammatik und der Aussprache. Habt ihr eine Idee, ob es so ein Ranking gibt? Seid ihr fremdsprachen-affin?

30. Mai 2008 | Autor: Meg

Renate bog von der mehrspurigen Fahrbahn nach rechts und winkte nochmal über die Schulter. Sie hatte noch 5 km nach Hause und der Himmel zog sich bereits zu. Ich versuchte mein Fahrrad zwischen einen Kinderwagen und einen älteren Mann mit Hund zu manövrieren und wunderte mich, dass ich diesmal kaum etwas von der Bodenhaftung des schweren Mountainbikes spürte, im 4. Gang flog das Rad fast über die Straße und ich spürte, dass mein Rücken unter dem Shirt und der Regenjacke feucht wurde. Eine innere Euphorie ergriff von mir Besitz, als ich daran dachte, dass ich es geschafft hatte. Merkwürdigerweise schnürte ein hässlicher Kloß meinen Hals zu und machte mir das Atmen schwerer, als es nach den 15 km ohnehin schon war. Meine Beine waren jedoch von einer eigenartigen Leichtigkeit, als wären sie nicht an meinem Körper angewachsen. Auf der Zielgeraden verlor ich plötzlich die Kontrolle über das Rad, schlingerte gefährlich nahe am Straßengraben und blieb erschrocken stehen. Ein Blick auf den Hinterreifen zeigte, dass ich in einen Nagel gefahren sein musste, der sich vollends durch den dicken Reifen bohrte. Ich nutzte die Gelegenheit einige von den Erdbeeren zu essen, die ich eingekauft hatte und schob das Fahrrad nach Hause, als meine Schwester mich überholte.

In dem Moment bleib die Welt fast stehen und ich stellte bewusst fest, dass das Leben in dem Augenblick in Zeitlupe ablief. Ich habe das gehässige Lächeln – oder war es ein hämisches Grinsen? – meiner Schwester genaustens sehen können, als sie quälend langsam an mir vorbeifuhr, die Farben der Welt um uns herum waren verschwommen, bis auf die gestochen scharfen Umrisse unser beider Personen. Es war bedrückend still, man konnte es als ‚Todesstille’ bezeichnen, auch wenn ich dem Ausdruck bisher keine Definition zuordnen konnte, jetzt schien es mir sehr passend, das so und so zu fühlen zu umschreiben. Diese Begegnung dauerte keine 15 Sekunden, da war sie auch schon an mir vorbei und trat noch heftiger in die Pedalen, ihre langen blonden Haare flatterten dabei im Wind – dabei war es doch windstill. Fahrtwind.
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21. April 2008 | Autor: Meg

Dieses Mal habe ich gleich 2 Themen des Projektes in einem Beitrag, da ich leider etwas hinterher hinke.

Da haben wir zum einen das Thema der 15. KW, welches lautet: “Lebensmittel richtig präsentieren” - ich gebe zu, dass ich das nicht besonders gut kann. Ich könnte an der Stelle mein Thema der 1. Woche posten. Damals habe ich Glückskekse fotografiert, was mir recht gut gelungen ist. Doch dann ist mir noch ein Bild eingefallen, welches bei uns in der Küche in 1,20×0,80m an der Wand hängt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von ElMar und mir.

Lebensmittel

Zum Thema der 16. KW “Geheime Orte” habe ich ein Bild gemacht. Der Ort ist nicht geheim, doch für mich ist das seit fast 3 Jahren der sicherste Ort der Welt. Egal wie fies das Leben spielt, wenn ich abends umarmt werde, kann ich es danach mit der ganzen Welt aufnehmen. Was ist Geborgenheit? Geborgenheit sind zwei offene Arme, die einen umschließen und in denen man sich sicher fühlt, aber nicht eingeengt.

Geheimer Ort

27. März 2008 | Autor: Meg
Freiheit, Freiheit,
ist das einzige, was zählt!

sang Marius Müller Westernhagen bereits vor etlichen Jahren. Zum Geburtstag habe ich das Buch “Kind 44″ geschenkt bekommen, welches ich in kürzester Zeit verschlungen habe, auch wenn mir bisweilen das Herz bis zum Halse schlug und ich mir mehr als einmal bewusst wurde, wie gut es mir in der Demokratie geht. Ich kenne noch die Lebensmittelmarken aus Polen, mit denen Lebensmittel zugeteilt wurden. Stundenlang standen wir uns die Beine in den Bauch, wenn es hieß: es gibt Brot/Fleisch/Butter. Doch egal wie lange man in so einer Schlang stand, man wusste nicht, ob es für alle reichen würde. Dennoch: Hunger habe ich nie leiden müssen.
Ich kenne auch die Polizeistunde. Doch auch das war nichts, was mir oder meinen Eltern Angst gemacht hat.
In Russland musste man unter Stalin jederzeit damit rechnen, als Volksfeind denunziert zu werden und im Gulag sein - dann nicht mehr nennenswertes und als solches betrachtetes - Leben(sende) zu fristen. Ein Leben war dort nichts wert. Tausende von Menschen starben unschuldig, bloß, weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren, anders geschaut haben, als man es von ihnen verlangte oder nicht die Antwort gaben, die man hören wollte.

Seit Tagen verfolge ich, was in Tibet los ist. Seit Tagen scanne ich die Presse, denn … eine liebe Bekannte von mir, Marloes, ist derzeit in Tibet. Gestern habe ich endlich in ihrem Blog gelesen, dass sie Tibet verlassen haben. Sie macht ein Jahr Pause und reist um die Welt. Schaut euch das Blog an, es ist spannend.

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14. Februar 2008 | Autor: Meg

Ich schlafe erstaunlich gut in Anbetracht der Tatsache, dass die Birke einen Knall hat, dennoch, ich bin sau müde jeden Morgen und das Hirn weigert sich, die Augen zu öffnen, also wühle ich mit halb geschlossenen Augen in den Klamotten und versuche, anhand des Stoffes das gesuchte Stück zu finden. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 15%. Meist habe ich ein Sommerhemdchen oder ein T-Shirt in der Hand. Ich WEIGERE mich Licht anzumachen

Ein Typ bei ebay hatte wohl keine Lust mehr, seine Schränke aufzuräumen, seine Freunde zu treffen und verkaufte deshalb sein Leben. Ob das die Lösung ist? Obwohl: Das gebot lag bei bei AU $30,300.00. Das sind umgerechnet immerhin über 18.000 €. Ist das der Preis für ein Leben?
Meines ist mehr wert - ganz sicher sogar. Es ist voller unbezahlbarer Dinge, Erinnerungen, Momente, Erlebnisse und auch Gegenstände, wie z.B. der potthässliche goldene Ring, den ich vor meiner Oma bekommen habe. Er ist nicht nur protzig, er wird sogar von einer Lisbeth-Krone geschmückt. Korallen. Hässlich. Aber er ist vom Oma. Dann hätten wir noch die alten Bücher aus Polen, mit abgegriffenen Umschlägen, Erstausgaben aus den frühen 20er Jahren. Um kein Geld der Welt würde ich sie verkaufen. Oder die olle Jacke. Die dunkelblaue Regenjacke. 3 Wochen habe ich mit Mama damals diskutiert, erklärt, gefleht und gebettelt, bis sie etwas Geld dazugelegt hat und ich mir meine allererste Jacke gekauft habe. Kostenpunkt vor 15 Jahren: 150 DM! Ich trage sie heute noch! Ich hatte sie gerade auf Rügen an :)

Und meine Freunde, meine Familie, (mein) ElMar - unbezahlbar. Dann tausche ich lieber meine Payback-Punkte ein und versuche meine pornographischen Comics für etwas Geld an den Mann zu bringen :)

Was nennt ihr euer eigen und würdet es um kein Geld der Welt verhökern?

Highlight of the day: Die chemische Keule macht das Leben wieder schön. Und müde.
Lowlight of the day: Ich kapiere diese komische Programmiersprache nicht! Möchte doch einige Änderungen am jetzigen Theme (Kleidchen) vornehmen! :idea:

Übrigens: Küsst heute!

8. Januar 2008 | Autor: Meg

Müsste ich. Eigentlich. Andererseits würde er das nicht verstehen. Nicht, dass ich ihm nicht vertraue, das tu ich. Mein Leben würde ich ihm anvertrauen. Ich schliesse die Augen, wenn er Auto fährt, das ist ein Liebesbeweis, schliesslich bin ich die schlechteste Beifahrerin der Welt. Ich spreche mit ihm über Frauen-Probleme, Pickelchen hier oder Rasurbrand da. Auch das kommt vor. Gut, ich schliesse die Tür, wenn ich auf die Toillete gehe, doch das hat nichts mit mangelndem Vertauen, sondern mit guter Kinderstube zu tun. Wenn ich auf eine einsame Insel ziehen müsste würde, würde ich ihn mitnehmen. Aber eben nicht nur ihn. Das ist das Problem.

Ich erkläre ihm gerne und plausibel das PMS-Problem, ich kann ihm auch erklären, warum eine 178 cm kleine Frau eine Hose mit Beinlänge von 116 cm braucht, obwohl die Beine sooo lang nicht sind. Ich kann ihm auch erklären, warum Zutaten für Plätzchen 90€ kosten und warum Deko tatsächlich keinen praktischen Zweck erfüllen muss.
Er versteht auch - denke ich - dass eine Frau mehr als 2 Paar Jeans braucht und ein Mantel nicht gleich ein Mantel ist.

Auch die Tatsache, dass ich das Büro wohnlicher gestalten will, hat er geschluckt, obwohl es ihm reicht, dass es praktisch ist.

Doch eines kann ich ihm nicht plausibel erklären.

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31. Dezember 2007 | Autor: Meg

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu und ich werde das Gefühl nicht los, dass irgendwann jemand einen Schalter umgelegt hat, der dafür sorgt, dass die Stunden, Tage, Wochen und Monate schneller an einem vorbeiziehen, als es früher der Fall war. Liegt es daran, dass man das Gefühl für die Zeit anders wertet oder empfindet? Schaue ich mir das Blog an, habe ich das Gefühl, wir schreiben schon seit JAHREN zusammen, doch die meisten von euch sind erst 2007 zu den Seelenvögeln gestoßen und was machen wir? Wir schreiben uns Postkarten, schicken uns kleine Aufmerksamkeiten, pflegen Freundschaften. Ich finde das wunderbar, wenn auch sehr schnelllebig.

Es gibt Millionen von Blogs auf der Welt und viele von ihnen sind austauschbar, viele sind – auch in meinen Augen – sinnfrei, Blogs, die die Welt nicht braucht, weil sie nicht von der Aktualität leben, weil sie nicht authentisch sind, weil ihnen ein Gesicht, ein Name, ein Mensch dahinter fehlt.

Ich freu mich darüber, dass ich zu euren Namen/Blogs/Geschichten einen Namen habe, ein Gesicht habe, eine Vorgeschichte habe.

1997 (vor 10 Jahren erst …) habe ich gelernt, was Internet ist. Ich richtete mir damals einen Yahoo-Account ein und da ich in den Staaten lebte, loggte ich mich in einen deutschen Chat ein. Das war der Anfang. Ein Chat. Sehr anonym, sehr gemein, voller Lügen, falscher Identitäten, Wunschdenken und Märchengestalten. Hinter dem Vorhang der Anonymität konnte jede Null eine Persönlichkeit spielen. Mehr oder weniger.

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