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25. Mai 2008 | Autor: Meg

Auch ich nutz(t)e seit einigen Wochen Twitter, wie einige von euch vielleicht bereits in der Sidebar des Blogs gesehen haben: Meg2Date, lautet die Rubrik und ermöglicht wildfremden Menschen, die bei Twitter registriert sind zu verfolgen, was ich da rein schreibe. So eine Art “Statusmeldungen” finden sich dort, aber auch uninterssante Pupse und Neuigkeiten über den sprichwörtlichen Sack Reis in China oder eine geplatzte Bratwurst an der Reeperbahn. Einige schreiben wirklich jeden, noch so homöopathischen Müll/Fetzen ihrer geistigen Fabrik da rein - ohne Rücksicht auf Verluste.

DAS habe ich geübt. Ich habe versucht ein Teil dieser Community zu werden und meine Launen, Kurzgedanken, Ergüsse geistiger Natur, Fragen aber auch Antworten auf ungestellte Fragen dort zu posten. Sinnlos. Es brachte nichts. Weder hatte ich das Gefühl, “dazu zu gehören”, noch hatte ich das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich dort nichts schreibe. Man muss schon sehr … unterbeschäftigt sein, um dort auch noch zu schreiben, während man über den Feed-Reader auch noch die 3-stellige Anzahl von Blogs scannt und Beiträge schreibt, Gruppen bei Studi-VZ bedient und das Xing-Profil aktualisiert.

Es ist kein Geheimnis, dass ich eine Rampensau bin, aber ich stehe auch dazu, dass ich nicht omnipräsent sein muss und möchte. Ich bin froh darüber, dass ich meine Sucht in den Griff bekommen habe und das Internet benutze, um auf dem Laufenden zu bleiben, mich zu informieren und Netzwerke zu knüpfen und nicht mehr dafür, um mich selbst zu finden, mich selbst zu positionieren, mich selbst zu offenbaren und festzustellen, dass nicht die Allgegenwärtigkeit mich glücklich macht, sondern der Gegensatz zu Omnipräsenz. Ich habe mein Twitter-Profil heute gelöscht (Frau Maksi ebenfalls, wenn auch unabhängig voneinander), genauso wie ich alle möglichen Community-Mitgliedschaften gekündigt habe, denn die Prioritäten haben sich in meinem Leben enorm verschoben und die Ressourcen sind knapp, wie überall in der Wirtschaft, in privaten Haushalten und bei einzelnen Personen.

Ich habe viele Artikel über Twitter gelesen, auch die von den s.g. A-Bloggern, doch um ehrlich zu sein, sind mir diese Menschen schon immer ein Rätsel gewesen. Ich hoffe, hier wird jetzt nicht Erstaunen mit Bewunderung verwechselt, denn ich frage mich ernsthaft, wie man es neben einem regulären Job noch schaffen kann, ein A-Blog zu befeuern, in diversen communities aktives Mitglied zu sein, ständig an seinem Blog zu basteln, diverse Neben-Blogs und Mirco-Blogging zu betreiben, den OFFLINE-Freundeskreis gewissenhaft zu pflegen UND eine Beziehung zu führen, die nicht überwiegend aus Online-Kommunikation besteht. Hut ab? Neee, ihr macht das schon richtig, für euch. Für mich ist das nichts.

Ich bleib’ lieber hier, in meinem Revier. Wer mich also lesen möchte, kann das fortan nur noch hier tun. Und als Kommentatorin in diversen anderen Blogs. Wem es nicht reicht, der sollte sich eine Tageszeitung abonnieren und diese in aller Gemütlichkeit lesen. Das macht Spaß und bildet :)