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17. August 2008 | Autor: Meg

& open chaos.

Aber eines nach dem anderen.

Am Freitag freuten wir uns sehr darauf, endlich nach Nümbrecht in den Kurpark fahren. Mit Sicherheit nicht, um dort Urlaub zu machen, sondern um eine Band live zu sehen, die ich das erste und letzte Mal vor 15 Jahren im Soester “Alter Schlachthof” gesehen und seitdem gerne gehört habe: Fury in the Slaughterhouse. Ein MUSS, vor allem live und weil es eine der letzten Chancen ist, die Jungs auf der Bühne zu sehen, sie machen nämlich Schluss nach 20 Jahren. Wenn ihr mich fragt, ist das eine der besten deutschen Live-Bands, die wir haben. Und ich möchte KEIN einziges Wort über die pfeifenden Windbeutel lesen, verstanden?

Ein Blick auf das Publikum auf der Wiese im Kurpark reichte aus, um sich verdammt jung zu fühlen. Als wir ankamen spielte bereits eine Band, die unsere Aufmerksamkeit nicht zu fesseln vermochte, weshalb ich erstmal das Gelände erkundete, um einige Bilder zu machen. Dann wurde die Vorband angekündigt. Moment, der Support Act kam jetzt erst? Wer waren dann die Pfeifen von eben? Egal, der Name blieb nicht hängen. Doch wir hatten dennoch einen kleinen “Fehler” begangen: Zum ersten Mal bei einem Konzert wusste ich den Namen der Vorband nicht. Erst als sie auf der Bühne standen, ich hörte, dass sie von der Insel Föhr stammen und die ersten Takte hörte, dachte ich bei mir: ‘VERDAMMT! Die habe ich mir sogar neulich runtergeladen‘. Das Lied habt ihr bestimmt schon mal gehört und dieses mit Sicherheit auch. Mir haben die Jungs - StanFour heißen sie - sehr gut gefallen. Die einen kommen, die anderen gehen … doch vorher spielten Fury noch ein großartiges Konzert!

Doch leider stand das WE auch unter einem Schatten: Ich fing mir zum ersten Mal in meinem Internet-Leben einen Trojaner ein. Das Bangen und Fürchten um die Früchte meiner Synapsen, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind, die Angst um die Bilder, Mails, Texte, Kontakte … Panik machte ich sich meinem Herzen breit und lähmte mich teilweise, wobei ich auf dem Konzert so gut abschalten konnte, dass ich am Samstag nicht nur Rücken, sondern auch Hüfte und Knie hatte. ROCK’N'ROLL, VERDAMMT! :dance:

Heute hat allerdings jemand einen Tag vor seinem Geburtstag seinen freien Tag geopfert, um meinen Rechner & Daten zu retten - dafür danke ich ihm vielmals, auch wenn Worte dafür nicht reichen.

:hug:   &  :flower:

Das Bild von einem anderen, absolut un-heroischen, Vorfall werde ich euch ersparen, da ich selbst nicht auf f*** content stehe. Nur soviel: Es ist blau und sieht eklig aus.

Ich hoffe, ihr habt ein schönes WE gehabt?

P.S. Welcome back an alle Urlauber, Abbrecher und Geniesser :)

31. Juli 2008 | Autor: Meg

Sexuelle Belästigung – das Thema fiel mir neulich im im Zuge des “Safer Internet Day” vor die Füße.
Sexuelle Belästigung kennt viele Spielarten, aber sie zielt immer auf das Geschlecht. Längst ist es nicht mehr ausschließlich so, dass sich Frauen belästigt fühlen, es gibt auch immer mehr Männer, die unter ihren weiblichen Führungskräften zu leiden haben. Doch wo fängt sexuelle Belästigung an? Reicht ein blöder oder gar unglücklich formulierter Spruch, ist es das Hinterherpfeifen auf der Strasse oder erst die Handgreiflichkeit, die Gegenwehrmaßnahmen rechtfertigt?

Vor einigen Jahren hatten wir eine Praktikantin bei uns. Sie war damals 19 Jahre alt, ein sehr fähiges und aufmerksames Mädchen, welches allerdings – um es charmant zu formulieren – die Schönheit nicht gerade in die Wiege gelegt bekommen hat. Sie war stark übergewichtig, trug unvorteilhafte Kleidung, ihre Frisur schmeichelte nicht unbedingt dem Mondgesicht und außerdem transpirierte sie beledigend für jede Nase. Sei es drum, sie war lustig, sie hatte tolle Ideen und sie machte ihren Job gar hervorragend. Zu der gleichen Zeit fing in einer anderen Abteilung ein junger Mann an. Er war groß, hübsch und sorgte bei der ein oder anderen für sehr angenehme Tagträume, alleine durch seinen Charme und seine Ausstrahlung.

Eines Tages sass ich mit Mary (Name erfunden) in der Cafeteria, als sie anfing zu schluchzen. Ich erschrak, denn bis dato hatten wir nett über das bevorstehende Wochenende geplaudert, und fragte sie, was denn auf einmal los wäre.

Ah, gar nichts’, sagte Mary und rieb sich die kleine Schnoddernase.
Los, sag schon! Habe ich etwas falsches gesagt?“, fragte ich erstaunt.
Sie schnäuze sich die Nase in die Serviette, die ich ihr reichte.
Ich bin nicht sicher, was ich tun soll, es ist nämlich so: Gestern war ich mit Paul (Name erfunden – Paul war Mr. Beau aus der anderenAbteilung) bei der Agentur ‚XY’. Auf dem Weg zurück ins Büro haben wir etwas geplaudert und dabei hat er seine Hand auf meinen Oberschenkel gelegt!
Ich: “Aha. Und?
Sie: „Er hat mich angefasst!
Ich: „Ähm … „
Sie: „Glaubt denn jeder Mann, eine Frau sei Freiwild, nur weil sie eine Frau ist?! Ich bin es leid! Ständig verfolgt er mich mit diesen Blicken und kaum sind wir alleine in einem Auto hat er nichts besseres zu tun, als mich zu begrapschen. Mir ist schon länger klar, dass er auf mich steht, aber werde ich auch mal gefragt?!

Dem Ausbruch folgten ein paar theatralische Seufzer.

Ich biss mir einige Male auf die Zunge, nicht, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein Paul auf eine Mary stehen könnte – so oberflächlich DENKE nicht mal ich, aber das war das erste Mal, dass ich einem ‚sexuelle Belästigung’-Fall gegenüber saß und keinen sah.

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23. Juli 2008 | Autor: Meg

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16. Juli 2008 | Autor: Meg

Schöpfungsgeschichte

Am Anfang
… bedeckte Gott die Erde mit Brokkoli, Blumenkohl und Spinat, grünen und gelben und roten Gemüsesorten aller Art, dass Mann und Frau lange und gesund leben konnten.

Und Satan schuf Mövenpick und Bahlsen. Und er fragte: “Noch ein paar heiße Kirschen zum Eis?” Und der Mann antwortete “Gerne” und die Frau fügte hinzu: “Mir bitte noch eine heiße Waffel mit Sahne dazu.” Und so gewannen sie jeder 5 Kilo.

Und Gott schuf den Joghurt, um der Frau jene Figur zu erhalten, die der Mann so liebte.

Und Satan brachte das weiße Mehl aus dem Weizen und den Zucker aus dem Zuckerrohr und kombinierte sie.
Und die Frau änderte ihre Konfektionsgröße von 38 auf 46.

Also sagte Gott: “Versuch doch mal meinen frischen Gartensalat.” Und der Teufel schuf das Sahne-Dressing und den Knoblauch-Toast als Beilage.

Und die Männer und Frauen öffneten ihre Gürtel nach dem Genuss um mindestens ein Loch. Gott aber verkündete: Ich habe Euch frisches Gemüse gegeben und Olivenöl, um es darin zu garen.”

Und der Teufel steuerte kleine Bries und Camemberts, Hummerstücke in Butter und Hähnchenbrustfilets bei, für die man schon fast einen zweiten Teller benötigte.

Und die Cholesterin-Werte des Menschen gingen durch die Decke.

Also brachte Gott Laufschuhe, damit seine Kinder ein paar Pfunde verlören.

Und der Teufel schuf das Kabelfernsehen mit Fernbedienung, damit der Mensch sich nicht mit dem Umschalten belasten musste. Und Männer und Frauen weinten und lachten vor dem flackernden Bildschirm und fingen an, sich in Jogginganzüge aus Stretch zu kleiden.

Daraufhin schuf Gott die Kartoffel, arm an Fett und von Kalium und wertvollen Nährstoffen strotzend. Und der Teufel entfernte die gesunde Schale und zerteilte das Innere in Chips, die er in tierischem Fett briet und mit Unmengen Salz bestreute.

Und der Mensch gewann noch ein paar Pfunde mehr.

Dann schuf Gott mageres Fleisch, damit seine Kinder weniger Kalorien verzehren mussten, um trotzdem satt zu werden.
Und der Teufel schuf McDonalds und den Cheeseburger für 99 Cent.

Dann fragte Luzifer: “Pommes dazu?”
Und der Mensch sagte: “Klar - ne extra große Portion mit Mayo!”

Und der Teufel sagte “Es ist gut.”

Und der Mensch erlitt einen Herzinfarkt.
Gott seufzte und schuf die vierfache Bypassoperation am Herzen.

Und der Teufel erfand die gesetzliche Krankenversicherung!
via E-Mail

15. Juli 2008 | Autor: Meg

… an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Gerade bin ich im Büro angekommen. Für heute sind ca. 23-24 Grad vorhergesagt, mehr nicht. Ein laues Lüftchen geht, ich trage Jens¹, Leinenschuhe und ein weißes Hemd. Andere scheinen subtropische Temperaturen zu erwarten, in Anbetracht ihrer … Kleidchen.  Einige sehen sehr attraktiv aus, andere sollten mal eine Farbanalyse machen oder zumindest mal die Füße pflegen, wenn sie schon in Riemchen-Sandalen rumlaufen. Oben Huuuui! unten Pfuuuui! - Leider.

Was ist eigentlich Attraktivität?

Wir finden etwas attraktiv, was uns anzieht, was wir schön finden. Im Englischen unterscheidet man zwischen “physical attractiveness” und “attractiveness”. Das gibt es im Deutschen nicht. Hier bezieht es sich fast immer auf das Äussere. “Es muss passen” - negativ gewickelt, wer denkt, dass er DAS in einem Telefonat oder einer mail rausfindet (mehrere Telefonate und mails helfen auch nicht!) - Augenkontakt ist wichtig. Zwischenmenschliche Chemie und so`n Kram.
Fragt Dr. Sommer. Aber gibt es ein allgemein gültiges Schönheitsbild?

Es ist falsch, davon auszugehen, dass Schönheit etwas ganz Subjektives ist. Natürlich fließen in die Beurteilung auch individuelle Dinge ein, aber ich habe festgestellt, dass es Maßstäbe gibt, die auf jeden zutreffen. Ein Beispiel dafür ist die Symmetrie von Gesichtern: Gesichter, die zu stark von der Symmetrie abweichen, werden generell als unattraktiver eingestuft.
Dafür ist mein Gesicht interessant - die Klingonen-Stirn, der Mund, der nicht ganz ebenmäßig ist und dennoch sinnlich, die Ohren (ja, auf dem einen schlief ich immer als Baby - umgeklappt), die etwas zu eng stehenden Augen und die Nase - von manchen als “niedlich” von anderen² als “doof” bezeichnet.

Trotzdem sind wir, anders als die notgeilen, weil schwanz-gesteuerten Lurchmännchen, bei denen man die Uhr nach dem Akt stellen kann, keine willenlosen Spielbälle von Doktor Sexus, der uns nur zu “dem einen, du weißt schon was” versklaven will. Glücklicherweise gibt es ja Alternativhandlungen wie Holzhacken, Vokabeln pauken oder Autowaschen. Oder, um Freud zu bemühen: Manchmal ist eine Zigarre auch einfach nur eine Zigarre …

Ich werde mal einen Zettel aufhängen: Wer pimpern will, sollte Füße pflegen.

Ob das hilft? ;)

In dem Sinne: einen sonnigen und attraktiven Tag!

¹ Eigentlich trage ich jeAns, aber offensichtlich dachte ich beim Schreiben gerade an Jens - deshalb der Freud’sche. Zur eurer Beruhigung: Jens würde meinen Popo natürlich nur zusätzlich aufhübschen ;)

² Meine Schwester ist der Meinung, die hübschere Nase von uns beiden zu haben. VETO.

12. Juli 2008 | Autor: Meg

Niemand von den treuen Lesern dieses Blogs würde mir auch nur eine Sekunde Glauben schenken, würde ich erzählen, ich sei introvertriert. Deshalb lasse ich es. Es wäre eine Lüge am hellichten Tag. Doch bisher habe ich selten über meinen Job geschrieben. Der ein oder andere wird wissen, wo ich arbeite oder hat schon mal “Marketing-Tussi” aus meinen eigenen Fingern gelesen. Es stimmt, ich arbeite im Marketing. Genauer gesagt: Internet/Online-Marketing und eines meiner Projekte habe ich euch vor einigen Tagen hier vorgestellt. Heute sage ich ein paar Worte zu einem anderen Projekt, welches seit ungefähr Anfang März meine Ressource sehr stark bindet und mir unheimlich viel Spaß macht: Street Gigs. Das ist eine Community, deren Mitglieder die Chance bekommen, angesagte Bands an sehr ungewöhnlichen Locations für umme zu sehen. Billy Talent spielten auf einem Autofriedhof in der Nähe von Köln, Revolverheld in der Sternwarte in Hamburg passend zu ihrem Album “Chaostheorie”, Maximo Park im Burggraben in Nürnberg passend zu ihrem Song “By the monument”. Die Locations sind super, die Gigs sehr exclusiv und man muss sich lediglich bewerben, um ein mobiles Ticket aufs Handy zu bekommen, welches für 2 Personen gilt. Das ist in aller Kürze die Story um diese Konzertreihe erzählt. Diese Geschichte steht und fällt mit den Mitgliedern dieser Community und diese habe ich gestern kennen lernen dürfen, denn gestern war ich auf meinem ersten Gig in Solingen: Clueso spielte am “Alten Hauptbahnhof” passend zu “Laß Dich mitnehm‘”.

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30. Juni 2008 | Autor: Meg

Ich bin mal in mich gegangen, nachdem die Aktivität meiner Leser in den letzten Tagen nachgelassen hat - verhält sich übrigens proportional zu meiner eigenen Lustlosigkeit in Bezug auf das Lesen von Blog und das Schreiben/Kommentieren. Auf meinem Schreibtisch und in meinem Kopf häufen sich tatsächlich eine Menge Themen, die ich gerne … verbraten würde, doch die habe ich nun in einen großen Ordner gepackt, auf dessen Rücken in großen Buchstaben “Winter” und “Regentage” steht. Denn derzeit verbringe ich ungern meine sonnigen, freien Stunden mit einem klebenden Hintern auf dem ChefLedersessel, sondern schmiege diesen lieber an den ergonomisch geformten Mädchen-Sattel meiner Super-Bikes, eigens mit einer Aussparung für die empfindlichen Weichteile (die sinnbefreiteste Erfindung bei Fahrrädern, wenn man mich fragt) oder lasse ihn in einen Badeanzug gleiten und versuche ihn möglichst elegant durch das 50-Meter-Becken zu ziehen.

Gestern musste ich ihn allerdings in die Motorrad-Kluft zwängen. Zumindest nahm ich an, dass ich zwängen musste, doch Dank einiger Anstrengungen der letzten Wochen und 10,5 kg weniger Gewicht am Hintern und Hüfte sprang ich quasi in diese Hose und musste mir nicht mehr abbrechen, als beim letzten Mal. Wobei damals lediglich meine Würde temporär einen Bruch erlitten hatte.
Ich schwang mich mühelos auf die Gummikuh (damals brauchte ich noch ein Treppchen :flenn: ) und wir düsten nach Leverkusen. Dort konnten Tommy und ich einen langhaarigen Biker so richtig zum schwitzen bringen. Der Schweiß rann ihm in Bächen runter, er war knallrot angelaufen und japste - aber er ließ uns nicht los, verdammtnochmal! Weshalb wir gestern nur ein paar Runden machen konnten und ich mir teilweise vorkam, als hätte ich eine Reise in die Vergangenheit gewählt, wo mein Papa einen Stock in das Mofa steckte, damit ich nicht umkippe, als ich mit 9 Jahren meine ersten Fahrversuche unternahm. Damals bin ich meinem Papa jedoch davon gefahren.

Dafür kann ich jeder Frau so eine Motorrad-Hose empfehlen, statt teurer Lymphdrainagen: Gestern hatten wir 30 Grad, als ich in dieser atmungsaktiven Polyester-Kombi auf einem Platz ohne Schatten stand und spürte, wie mir mein eigener Schweiß in die Schuhe läuft. Lecker. Doch danach spürte ich etwas Fahrtwind bei ca. 6 km/h. Gut, ich war schon immer ein Optimist.

Soviel zum Wochenende und für jetzt … möchte ich euch noch etwas auf den Weg zur nächsten Fußball-WM oder EM geben: “Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Sieg, Niederlage oder Unentschieden!”

Einen schönen Wochen-Start,
Meg

13. Juni 2008 | Autor: Meg

In diesem Beitrag werde ich wieder 2 Bilder abliefern.
Das erste Bild zum Thema der Woche 23, welches lautet: “Die Farbe GELB”. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, außer: GELB ist eine Farbe, die man a) in meinem Kleider- und Schuhschrank auf keinen Fall finden wird. Gelb steht mir nicht. Ich habe nicht mal gelbe Deko, denn die steht mir auch nicht. Wir haben jedoch 2 Bäder: 1 Sylvester und 1 Tweety-Bad, denn in jedem steht eine Figur, ich zeige euch natürlich nur die gelbe ;)

Das zweite Bild bezieht sich auf das Thema der aktuellen Woche 24: “Werkzeuge”. Nun gut, hier muss ich etwas ausholen: Ich habe so ziemlich 2 linke Hände. Wenn man mir etwas einige Male zeigt und Geduld an den Tag legt, stelle ich mich nicht zu dumm an, doch meist habe ich selbst keine Geduld und bin auch nicht gerade … feinmotorisch begabt. In der Schule wickelte ich ein paar Jungs um den Finger, die mir im Werkunterricht ihre gebastelten Sachen gaben, damit ich mir dafür eine 1-2 beim Lehrer holte, während sie eine 2-4 dafür bekamen. Es dauert ein Weilchen, bis sie merkten, dass etwas grundsätzlich schief läuft, aber da waren wir schon aus der Schule raus.

In Handarbeit wurde ich aus Mitleid von der Arbeit ausgeschlossen, nachdem ich mir - fragt mich nicht wie - die Häkelnadel zwischen Mittel- und Ringfinger rammte und man schneiden wollte, da so eine Häkelnadel einen fiesen Widerhaken hat. Beim Stricken beraubte ich meine arme Großmutter beinahe ihres Augenlichtes, als ich mit den langen Stricknadeln eine Reihe von hier bis nach Castrop-Rauxel strickte, da ich es nicht schaffte, in die 2. Reihe zu kommen. Deshalb entschloss ich mich - zum Leidwesen meines Vaters, der bis heute der Ansicht ist, dass man mit Schwielen an den Händen, Schmerzen im Rücken, Knien und nach einem Job an einer Maschine nach Hause kommt, denn nur das wäre Arbeit - etwas zu machen, wofür ich meine Hände nicht brauche und wo mir meine Grobmotorik das Leben nicht zur Hölle macht.

Dazu muss man sagen, dass meine Eltern Deutschland verließen, damit die Kinder ein besseres Leben hatten. Also sah man mich als Ärztin oder Anwältin, die nebenbei noch etwas … Handarbeit macht, damit sie abends zu müde ist, das viele Geld auszugeben, das sie verdient hat. Nach einem Ausflug in die Uni, einem erfolgreichem Abbruch des Studiums beschloss ich etwas solides zu machen und ging “in die Werbung”. Mein Werkzeug ist primär mein Kopf. Dazu kommen noch die Hände, die das ausführen, was der Kopf sich ausgedacht hat, indem sie mit ca. 250 Anschlägen/Minute tippen. (Die Tasten sind groß, eine Tastatur überlebt bei mir max. 6-12 Monate, auch für Grobmotoriker geeignet). Kopf, Hände und Tastatur. Meinen Kopf kennt ihr. Meine Hände kann ich nicht knipsen, sie sind einfach zu schnell und das Bild zeigt die 3 wichtigsten Tasten auf meiner Tastatur: Das Internet, die E-Mail und die Favoriten. Vielen Dank ;)

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10. Juni 2008 | Autor: Meg

Komisch, seit ich Henry Millers ‘Opus pistorum’ gelesen habe, sehe ich immer gekringelte Haare und runzeliges Fleisch, wenn ich das Wort ‘Thursday’ lese oder schreibe. Liebhabern von Herrn Miller wird bekannt sein, was ich meine. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, da mein heutiges Thema anders lautet, nämlich:
Kontaktanzeigen.

Wenn man, wie ich, jahrelang sein (Liebes-)Glück in in diversen ‘dating communities’ gesucht hat und den Anspruch an sich hatte, ANDERS zu sein (”Wie individuell!”, werdet ihr denken, aber ‘anders’ definiert sich bei 60% der Menschen gleich :) ), fragte ich mich mit der Zeit zwangsläufig, ob es eine ‘Killer Anzeige’ geben kann, mit der man JEDE(N) bekommt.
Die gibt es nicht. Ich habe alles mögliche durchprobiert und für mich herausgefunden, dass weniger tatsächlich mehr ist. Es geht um dieses eine Wort, die eine Zeile, den einen Satz, der sich einprägen muss, der ansprechen muss, der NEUGIERIG machen muss. DER Köder. Romane folgen später, wenn der erste Eindruck bestätigt und das Interesse an einem ‘MEHR’ gefruchtet hat.

Doch welches Wort?
Dass Sex fast alles verkaufen kann, ist nicht neu. Doch will man einen Kerl, der sich ausschließlich durch Sex definiert? (Jaaaaa, wenn frau gerade auf einen unverbindlichen Fick aus ist, aber doch nicht für MEHR!) - während ich also weiterhin über das eine Wort, die eine Zeile, den einen Satz nachdenke, hier das Zwischenergebnis, bzw. Rohfassung:

Ich bin eine sozialkritische, sozial engagierte Persönlichkeit, gestalte meine Klamotten selber (Batik), umsorge meine Schafe gut, wegen der Wolle für die Socken die Omi mir strickt. Für geselliges Beisammensein mit Trommelmusik und Konsum von diversen Kräutern bin ich jederzeit zu haben. Jegliche Körperbehaarung trage ich stets natürlich und ohne Zusätze von Chemikalien. An den Wochenenden gehe ich gern auf Demos, um danach bei Grünkernbratlingen und Sojaprossensalat über die Weltverbesserung zu diskutieren. Ich liebe SEX, verhüte mit der Knaus-Ogino-Methode, denn Latex kommt mir nicht zwischen die Beine. Du trägst Deine Haare wahlweise lang und offen und siehst sie als Brutstätte für individuelle Lebensformen an, magst ebenso wie ich Körperbehaarung an den richtigen Stellen, Deine Unterhemden haben Seltenheitswert, genauso wie Dein einmaliger und eigensinniger Kleidungsstil. Berufliche Qualifizierung mit viel Tagesfreizeit ist selbstverständlich erwünscht.

Könnte das funktionieren?
Warum das so komisch klingt? Nun, 80% der Männer stehen auf TOTAL natürliche Frauen, ohne das “ganze Tussi-Zeug, MakeUp, Tussi-Klamotten, etc.”.

Ich leih sie euch gerne aus, wenn ihr im Gegenzug versprecht zu berichten, ob sie erfolgreich war.

Und dieses EINE Wort … fällt mir einfach nicht ein, verdammt.

27. Mai 2008 | Autor: Meg

Norma Loh ist als eine sehr belesene Frau bekannt. Über die Qualität der Literatur streiten sich die müden Geister ihrer Freunde und Bekannten, doch wenn man etwas über das Lifestyle, Mode, Horoskope oder Psycho-Tests wissen möchte, ist Norma Loh eine Quelle, die ohne Hintergrundrecherche angezapft und gerne zitiert wird.

Norma Loh ist außerdem sehr internetaffin und beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Adaption dieses Mediums in ihren Alltag: Sie vereinbart Termine via E-Mail, kauft in Internet-Shops ein, nimmt an unzähligen Gewinnspielen teil und verkauft die wertlosen Gewinne bei ebay, damit sie genug Platz für diverse Test-Produkte hat, die sie für einige Portale vertestet.

Außerdem ist sie Mitglied in allen namhaften communities, hat alle notwendigen Tools auf dem Rechner, so dass sie immer mitreden kann. Nun, sie ist ja derzeit auch Single, weshalb sie sich all dem multimedialem Kram in aller Seelenruhe widmen kann. Und es macht ihr eine Menge Spaß: Sie hat neulich sogar ein Video von sich aufgenommen, während sie mit einem flauschigen Handtuch der Marke Wel*a auf dem Kopf (einer ihrer ersten Online-Gewinne) das neueste Liedchen von den No Angels trällert und erfreut sich der Tatsache, dass ihre Freunde, die sie bereits via Rund-E-Mail informiert hat, auch fleißig für sie stimmen.

Danach rief sie den Chat in ihrer Lieblingscommunity auf und mischte sich aus dem Stand in eine Unterhaltung zwischen me_lady75 und prinzesschen ein, die gerade die Beziehungsprobleme zwischen prinzesschen und ihrem Prinzen redeten. Nach 5 Minuten wurde ihr zu langweilig und Norma Loh klickte sich in die Single-Börse ihres Vertrauens ein um festzustellen, dass Biker_Manfred Marke: Single, 43, Fußballfeld mit Zuschauern auf dem Kopf und Bauchansatz in Leder gezwängt sie gerne daten würden. Sie klickte ihn ohne einen Kommentar weg und klickte sich zur Entspannung auf die Schuhe24-Seite, wo sie sich erstmal nach Herzenslust durch die Sommerkollektion 2008 klickte, einige der wunderschönen Ballerinas in ihren Warenkorb legte um diesen gleich zu löschen, als ihr Messenger blinkte und sie sich in eine Unterhaltung mit Basti vertiefte, dem sie nach 10 Minuten die “Darf ich Dich zu meinen Kontakten hinzufügen”-Anfrage schickte. 1 Stunde später gönnte sie sich doch noch die hübsche Bluse bei Ramsch4u.de, weil diese die meisten Sternchen als Bewertung hatte.

Danach ging sie glücklich und zufrieden ins Bett.
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