Bedrohlich zuckt die knochige Hand in Richtung des schlafenden Körpers. Die Klauen verfehlen das Herz um einen Atemzug. Blitze machen die Nacht zum Tag, als sich die Finger um den Hals legen, augenblicklich durchfährt ein Kältestrahl den eben noch warmen Körper und ein Sog versucht, ihm alles pochende Leben zu entziehen.
Nein!
Es riecht nach Gummi, Metall prallt auf Metall, Funken sprühen und ein widerliches Knirschen betäubt die Ohren, ein Schrei, so laut, so berstend, so unmenschlich und plötzlich weicht der Gummigestank einem anderen, einem Geruch, der den Magen zusammenkrampfen lässt.
Nein! Nein!
Der Körper wirft sich hin und her, greift um sich, die Lider fest aufeinander gepresst, Tränen strömen über glühende Wangen, eine Hand tastet, greift, schließt und öffnet sich wieder. Vier Finger berühren abwechselnd den Daumen, das alte Spiel, doch es beruhigt nicht. Nicht dieses Mal.
Nein! Nein! Bitte nein!
Keine Qual die es nicht wert gewesen wäre sie auch 100-fach zu erleiden, keine Einsamkeit die es nicht wert war gelebt zu werden, kein Sturm der nicht erlitten, kein Gefängnis das nicht überlebt, kein Durst und kein Hunger der nicht erduldet, keine Gespenster die nicht verscheucht werden konnten, nichts konnte den Weg aufhalten der uns zueinander führt, uns zu dem machte was wir sind, alle Qualen geduldig und froh ertragen, denn es war die Gewißheit, dass alles gut war wie es war und ein Ziel hatte zu dem alle streben.
Ja!
Eine warme Hand tastet, findet, berührt.
„Meg, wach auf, ich bin da, Meg, Meg, Meg, wach auf!”
Ja! Ja! Bitte ja!

G:Sagt