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7. Oktober 2008 | Autor: Meg

Ich wurde mit einer starken Hand, mehr oder minder logischen Argumenten und dem Regime einer Großfamilie erzogen. Das Wort “anti-autoritär” existierte nicht im Zusammenhang mit Erziehung. Doch immerhin hatte Erziehung einen großen Stellenwert in einer polnischen Familie, in der mindestens 2 Generationen das Recht und die Pflicht als ihre ansahen, dem Kind Anstand und Ordnung beizubringen. Hatte man das Glück und erblicke nicht als Erstgeborenes das Licht der Welt, bestanden die Chancen, einiges von den älteren Geschwistern abgucken zu können, bevor man in ein Fettnäpfchen oder die Hände der Erwachsenen fiel. War man zu voreilig, lernte man es von der Pike auf selbst. Und fürs Leben.

Ich möchte euch nicht mit den einzelnen Stufen der Evolution eines Kindes zum Erwachsenen langweilen, wenn man - wie ich damals - der Meinung war, die Welt wäre höchstens so groß, wie ich sie zu Fuß bewältigen kann, also in etwa von zuhause bis zur Kirche und dann noch den Umkreis von ca. 5 km, denn dort spielte sich mein Leben in den ersten 5 Jahren ab. Klein? Nicht doch. Es war “satt groß und genug”, wie der Rheinländer sagt: Pfarrei, Friedhof, Felder, altes, verlassenes Jagdhaus mit Dachboden UND Keller (!) und Wald mit Hochsitzen, einer Menge Tiere und Früchte.

Bedingt durch meine - über das kindliche Maß hinausgehende - Neugierde, lernte ich sehr schnell die Bedeutung des Wortes “Respekt”. Nicht umsonst siezen die polnischen Kinder ihre Eltern und Verwandte. Mag für Deutsche etwas befremdlich sein. Ist es auch, aber nur für andere Völker und Kulturen. Ich lernte auch recht früh, zwischen schwarz und weiß zu unterscheiden, zwischen gut und schlecht, böse und lieblich, Zu- und Abneigung (nicht ausschließlich in Bezug auf Rosenkohl) - zumindest auf dem kindlichen Niveau. Mein Gerechtigkeitssinn stand mir des öfteren im Weg und ich stand bei dem ein oder anderen Spiel als Außenseiter am Spielfeld, als Sonderling mit der Nase im Buch. Und dennoch: Die Tragödie sollte noch einige Jahre auf sich warten, der Tag an dem Unrecht über das Recht und Böse über Gut siegt. Das Leben ist nun mal kein Märchen. Worauf will ich hinaus?

Ich habe ein großes, sehr großes Problem damit, wenn FREUNDE Angst vor mir haben. Angst davor, mir etwas zu sagen … mein Problem besteht nicht darin, dass meine Neugierde nicht befriedigt wird, sondern darin, dass ich mittlerweile sehr oft zu hören bekomme:
“Ich hatte Angst es Dir zu sagen, denn ich dachte, Du würdest sauer/enttäuscht/böse werden”.

Ist das eine Ausrede?
Warum sagt man solche Sätze?

Ich bin kein Monster. Ich bin ein Menschenkind.

Edit: So kann ich das nicht stehen lassen. Es stimmt schon, dass ich manchmal meine Freunde verprügel, vierteile und hier und da einen schizophrenen Schimpansen auf sie loslasse, aber das mache ich doch nur, weil sie meine Freunde sind!
Schlechter Scherz beiseite: Wer bin ich schon, als dass man Angst vor mir haben müsste? Mich kann man nicht dadurch enttäuschen, dass man
vermeintliche Fehler macht, denn davon bin ich auch keineswegs frei. Enttäuscht bin ich jedoch, wenn man mir zutraut, ich würde mich abwenden, weil man entgegen meinen Empfehlungen gehandelt hat.
Ich mag in meinen Äußerungen bisweilen zu klar und deutlich sein, aber wer Geschwafel möchte, sollte sich jemande anderen suchen. Ich habe noch nie einen Freund fallen lassen, weil er einen “Fehler” gemacht hat oder etwas nicht gemacht hat.
Und der Nächste, der schreibt/sagt, er hätte etwas nicht gesagt/getan, weil er Angst hatte, ich würde/könnte … dessen Angst wird berechtigt sein!
:box:

1. April 2008 | Autor: Meg

Kein Thema für jedermann. Also bitte nur lesen, wenn ihr darüber sprechen wollt.

Die Suche bei Google spuckt 112.000 Treffer aus.
Sucht man nach „geschwisterliebe ärzte” sind es bereits um einiges weniger, aber immer noch eine Menge.
Ich werde hier kein Video und auch keinen Text zu dem indizierten Song „Geschwisterliebe” posten, ich möchte dennoch über dieses Thema sprechen.
Neulich habe ich in der Zeitung einen großen, doppelseitigen Artikel über das Geschwisterpaar, welches sich nicht nur liebt, sondern auch Kinder miteinander hat, gelesen. Doch Karlsruher Richter haben entschieden: Inzest bleibt in Deutschland strafbar.
Tante Wiki sagt dazu:

Inzest (auch Blutschande) bezeichnet Geschlechtsverkehr zwischen nahen Verwandten, insbesondere die Komponente des Verbots, der gesellschaftlichen Akzeptanz oder auch der gesellschaftlichen Verpflichtung.Jede Kultur, jede Gesellschaft, jede Religion und jeder Stamm hat andere Vorstellungen davon, was verbotener Inzest ist bzw. welcher Inzest von den Mitgliedern gewünscht oder sogar gefordert wird. Das Inzesttabu richtet sich in allen Kulturen nach der verwandtschaftlichen Nähe. Jedoch unterscheidet es sich von Kultur zu Kultur wer als nah gilt.

Weiter heißt es:

Inzest wird in Deutschland und Österreich nur zwischen in gerader Linie Verwandten - also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, und deren Kindern, Enkeln, Urenkeln - sowie zwischen Voll- und Halbgeschwistern (letzteres ist rechtlich umstritten) verfolgt. In Deutschland werden die Abkömmlinge und Geschwister nicht bestraft, wenn sie zur Tatzeit jünger als 18 Jahre waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dabei gar keine Straftat vorliegt. Die Tat stellt bei Begehung durch Minderjährige eine gegenüber den Minderjährigen bloß nicht verfolgbare rechtswidrige Straftat (die dogmatische Einordnung ist streitig) dar. Damit bleiben aber jedenfalls etwa Anstiftung und Beihilfe dazu strafbar. In Österreich wird nicht bestraft, wer zur Tatzeit jünger als 19 Jahre war und zur Tat verführt wurde.

Nachdem ich den Artikel über Patrick und Susan gelesen habe, habe ich einige Vorurteile abbauen müssen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin nicht dafür, dass Geschwister miteinander Kinder in die Welt setzen, welche in dieser Gesellschaft verloren haben, da sie ihr lebtag entweder behindert sind oder aber von der Umwelt geschubst werden, als „Produkt” einer inzestuösen Verbindung. Dennoch liefen mir die Tränen über die Wangen, als ich davon las, dass sich die beiden lieben. Sie sind nicht zusammen aufgewachsen. Patrick wurde nach der Scheidung der Eltern von einer Pflegefamilie adoptiert, seine Schwester war geistig zurückgeblieben. Als sie sich trafen, blühte sie auf, die beiden verliebten sich. Sie haben 4 Kinder, die ihnen nach der Geburt abgenommen wurden. Patrick ließ sich sterilisieren, nachdem man ihm immer und immer wieder einredete, dass die Kinder das ganze Übel seien.

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19. Dezember 2007 | Autor: Meg

Erinnert ihr euch an die Kampagne von vor ca. 2 Jahren?
Du bist Deutschland” titelten große Zeitungen in Deutschland und druckten großflächige Anzeigen. Im Fernsehen lief andauernd der Werbespot, für den hochkarätige A-Prominenz bemüht wurde. Es folgten etliche Parodien auf den TV-Spot, die alles etwas düsterer malten und ins Lächerliche zogen. Hier könnt ihr den Original-Text aus dem Spot lesen. Das ganze hatte damals schon einen sehr neoliberalen Anstrich - damit meine ich allerdings wirklich neoLIBERAL und nicht nationalistisch, es erinnert sogar ein wenig an eine Untergrund-Parole: Wenn wir alle in die Hände spucken, dann schaffen wir alles. Schöne und löbliche Theorie, die in Klein- und Großfamilien funktionieren kann, nicht jedoch in einem 80-Millionen-Land mit unglaublich vielen Kulturen, Meinungen und Wurzeln. Und dann noch Herr Jauch, den jede Mama gerne als Schwiegersohn hätte und Herr Wickert (siehe Jauch) und ein paar Prominente anderer Coleur.

Nun gibt es einen neuen Spot. Jetzt sind nicht WIR alle Deutschland, sondern unser Nachwuchs ist es. Deutschland braucht mehr Kinder. Sie rauben Zeit, kosten Geld, Nerven, Freizeit und Träume, doch sie sind das höchste Glück auf Erden. Sagt der neue Spot.

Ich möchte mit meiner Meinung nicht vorgreifen und auch nicht beeinflussen.
Lasst ihn auf euch wirken und sagt mir spontan eure Meinung - ich bin neugierig:

via

Highlight of the day: Was gegessen wurde, geht erst verdaut wieder raus!
Lowlight of the day: Noch 5 Tage bis Weihnachten und mir fehlt 1 Karton!