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10. Juni 2008 | Autor: Meg

Komisch, seit ich Henry Millers ‘Opus pistorum’ gelesen habe, sehe ich immer gekringelte Haare und runzeliges Fleisch, wenn ich das Wort ‘Thursday’ lese oder schreibe. Liebhabern von Herrn Miller wird bekannt sein, was ich meine. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, da mein heutiges Thema anders lautet, nämlich:
Kontaktanzeigen.

Wenn man, wie ich, jahrelang sein (Liebes-)Glück in in diversen ‘dating communities’ gesucht hat und den Anspruch an sich hatte, ANDERS zu sein (”Wie individuell!”, werdet ihr denken, aber ‘anders’ definiert sich bei 60% der Menschen gleich :) ), fragte ich mich mit der Zeit zwangsläufig, ob es eine ‘Killer Anzeige’ geben kann, mit der man JEDE(N) bekommt.
Die gibt es nicht. Ich habe alles mögliche durchprobiert und für mich herausgefunden, dass weniger tatsächlich mehr ist. Es geht um dieses eine Wort, die eine Zeile, den einen Satz, der sich einprägen muss, der ansprechen muss, der NEUGIERIG machen muss. DER Köder. Romane folgen später, wenn der erste Eindruck bestätigt und das Interesse an einem ‘MEHR’ gefruchtet hat.

Doch welches Wort?
Dass Sex fast alles verkaufen kann, ist nicht neu. Doch will man einen Kerl, der sich ausschließlich durch Sex definiert? (Jaaaaa, wenn frau gerade auf einen unverbindlichen Fick aus ist, aber doch nicht für MEHR!) - während ich also weiterhin über das eine Wort, die eine Zeile, den einen Satz nachdenke, hier das Zwischenergebnis, bzw. Rohfassung:

Ich bin eine sozialkritische, sozial engagierte Persönlichkeit, gestalte meine Klamotten selber (Batik), umsorge meine Schafe gut, wegen der Wolle für die Socken die Omi mir strickt. Für geselliges Beisammensein mit Trommelmusik und Konsum von diversen Kräutern bin ich jederzeit zu haben. Jegliche Körperbehaarung trage ich stets natürlich und ohne Zusätze von Chemikalien. An den Wochenenden gehe ich gern auf Demos, um danach bei Grünkernbratlingen und Sojaprossensalat über die Weltverbesserung zu diskutieren. Ich liebe SEX, verhüte mit der Knaus-Ogino-Methode, denn Latex kommt mir nicht zwischen die Beine. Du trägst Deine Haare wahlweise lang und offen und siehst sie als Brutstätte für individuelle Lebensformen an, magst ebenso wie ich Körperbehaarung an den richtigen Stellen, Deine Unterhemden haben Seltenheitswert, genauso wie Dein einmaliger und eigensinniger Kleidungsstil. Berufliche Qualifizierung mit viel Tagesfreizeit ist selbstverständlich erwünscht.

Könnte das funktionieren?
Warum das so komisch klingt? Nun, 80% der Männer stehen auf TOTAL natürliche Frauen, ohne das “ganze Tussi-Zeug, MakeUp, Tussi-Klamotten, etc.”.

Ich leih sie euch gerne aus, wenn ihr im Gegenzug versprecht zu berichten, ob sie erfolgreich war.

Und dieses EINE Wort … fällt mir einfach nicht ein, verdammt.

17. Juli 2006 | Autor: Meg

Ich lese … “Die einsamen Schrecken der Liebe’ von James Meek. Wunderschön!
“Ich bin eine Verkörperung. Des Zorns, der ist, und der Liebe, die sein wird”

Ich trage … einen pochenden Kopf auf meinem Hals, immer noch Schuhe, obwohl ich zuhause am liebsten barfuß laufe und Kontaktlinsen. Außerdem etwas viel Verantwortung, aber am Wochenende lege ich sie ab.

Ich habe … ein Ziel vor Augen, weshalb ich heute nach der Arbeit wieder 40 Bahnen schwimmen werde.

Ich höre … den Atem des besten Mannes in meinem Leben und das neue “Coldplay”-Album

Ich trinke … einen Traube-Cassis Eis-Tee mit Kamille und Vitamin C. EISkalt schmeckt er nicht schlecht.

Ich esse … gerne.

Ich stehe … nicht gerne. Lieber laufen oder sitzen.

Ich gehe … gleich raus in den Hof und atme tief ein. Vor dem Fenster steht ein Springbrunnen.

Ich lache … oft. Manchmal auch gehässig.

Ich sehe … am liebsten den Menschen direkt ins Auge.

Ich mag … mein Leben.

Ich schreibe … jeden Tag. Manchmal nur im Kopf.

Ich weiß … dass ich manchmal auf sehr hohem Niveau jammere. Und schäme mich nicht dafür.

Ich möchte … nichts ändern. Nur etwas mehr Zeit für das Wesentliche haben.

Wer möchte?