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2. August 2008 | Autor: Meg

Heute morgen wurde mir schlagartig bewusst, dass ich über 1/3 meines Lebens bereits hinter mir habe. Die Tatsache, dass mir das jetzt erst auffällt liegt nicht ausschließlich darin begründet, dass ich mir nicht viel aus Zahlen mache, es sei denn, sie sind auf meinem Konto und grün oder auf meiner Waage und 2-stellig ODER sind gar ein Mittel zum Zweck, wie z. B. eine PIN.

Diese Tatsache hat viel mehr damit zu tun, dass mir neulich eine Agentur tatsächlich Blödsinn verkaufen wollte. Ich muss an dieser Stelle ein- und gestehen, dass ich bisweilen durchaus recht (einem geübten Auge fallen mindestens 2, wenn nicht gar 3 überflüssige Wörter auf) naiv und lieblich schauen kann. Ich mache dann große Augen, ziehe die Augenbrauen hoch, wende meine komplette Aufmerksamkeit dem Redner, lächle zuckersüß, nicke an den wichtigen Stellen und lasse ihn reden, während er in seinem Redefluss dem irrtümlich aufgesessenem Glauben frönt, er könnte mir auch noch ein W-LAN Kabel verkaufen. Wir Marketing-Menschen beschäftigen uns durchaus mit Zahlen: KPI, visits, costs per click, click through rates, conversion rates, etc. pp. Doch am liebsten ist uns folgende, äußerst simple Formel:

Wenn ich XY € in etwas investiere, muss am Ende des Tages was Gutes dabei rauskommen.

Was GUT ist, haben wir im Vorfeld definiert, nur deshalb haben wir das Geld überhaupt in die Hand genommen. Nun begab es sich so, dass die Agentur am Ende des Tages nichts GUTES für mich hatte, sondern das schlichte Gegenteil. Also setzte ich mein “Newbie”-Gesicht auf (passte zum Rock, Motiv-Shirt und Flip Flops, samt wild zusammengestecktem Haar) und ließ Herrn Agentur reden. Er machte es gut, war stets bemüht und hätte in mir sogar Anflüge von Verständnis und auch etwas Mitleid geregt, wenn er sich nicht zu früh auf der Zielgeraden wähnte und mich für selten dämlich gehalten hätte, indem er den folgenschweren Satz sagte:

“Internet Marketing ist wie das Leben: Wenn man auch nur 1/3 schafft, ist das besser, als nach der Hälfte zu sterben!”

Ich möchte das nicht erklären. Ich kann es nicht. Denn ich denke immer noch darüber nach. Alles, was ich bisher herausgefunden habe: Dreisatz kann ich noch, was bedeutet, dass er irgendwas durcheinander gebracht hat. Das ist jedoch nicht so wichtig, denn ich werde ihn wohl nicht mehr sehen.

Quintessenz dieser Geschichte?
;)

29. Juli 2008 | Autor: Meg

… wenn ich mir mal die Bravo anschaue! Gerade stand ich in der Teeküche und kochte mir nen Tee. Bei uns im Marketing liegen alle möglichen Zeitschriften rum, in denen wir Anzeigen schalten, unter anderem auch die BRAVO.

1. Ein 14-jähriger leidet darunter, daß er stets so knapp bei Kasse ist und deshalb mit SAMENSPENDEN Geld verdienen möchte.

2. Eine 14-jährige leidet darunter, dass sie als einzige aus der Klasse noch keinen Sex hat und ob das normal sei.

DAS macht mir Angst!

12. Juli 2008 | Autor: Meg

Niemand von den treuen Lesern dieses Blogs würde mir auch nur eine Sekunde Glauben schenken, würde ich erzählen, ich sei introvertriert. Deshalb lasse ich es. Es wäre eine Lüge am hellichten Tag. Doch bisher habe ich selten über meinen Job geschrieben. Der ein oder andere wird wissen, wo ich arbeite oder hat schon mal “Marketing-Tussi” aus meinen eigenen Fingern gelesen. Es stimmt, ich arbeite im Marketing. Genauer gesagt: Internet/Online-Marketing und eines meiner Projekte habe ich euch vor einigen Tagen hier vorgestellt. Heute sage ich ein paar Worte zu einem anderen Projekt, welches seit ungefähr Anfang März meine Ressource sehr stark bindet und mir unheimlich viel Spaß macht: Street Gigs. Das ist eine Community, deren Mitglieder die Chance bekommen, angesagte Bands an sehr ungewöhnlichen Locations für umme zu sehen. Billy Talent spielten auf einem Autofriedhof in der Nähe von Köln, Revolverheld in der Sternwarte in Hamburg passend zu ihrem Album “Chaostheorie”, Maximo Park im Burggraben in Nürnberg passend zu ihrem Song “By the monument”. Die Locations sind super, die Gigs sehr exclusiv und man muss sich lediglich bewerben, um ein mobiles Ticket aufs Handy zu bekommen, welches für 2 Personen gilt. Das ist in aller Kürze die Story um diese Konzertreihe erzählt. Diese Geschichte steht und fällt mit den Mitgliedern dieser Community und diese habe ich gestern kennen lernen dürfen, denn gestern war ich auf meinem ersten Gig in Solingen: Clueso spielte am “Alten Hauptbahnhof” passend zu “Laß Dich mitnehm‘”.

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19. Juni 2008 | Autor: Meg

Zarter Pfirsich-Teint von Diorskin Pure Light, 42€
Glänzende Augen, von Natur aus, kostenlos
Glänzendes Haar, Guhl Rosenöl-Shampoo, 4,99€
Gerader Rücken, neues Selbstbewusstsein, kostenlos
Funkelnder Wolfram-Tungsten-Ring, Geschenk, 50€
Knackig sitzende Jeans, Apple Bottoms USA, 70US$
Ein Raum voller Marketing-Fuzzis, sensationell, gratis

Der Gesichtsausdruck einer lieben Kollegin, die auf Teufel-komm-raus versucht mir mit Blicken und Gesten begreiflich zu machen, dass mir der Bügel meines 80€ BH gleich die Hauptschlagader durchbohrt …

unbezahlbar.

Meine Wut & Scham: Unbeschreiblich.

25. März 2008 | Autor: Meg

Die Leserschaft hat entschieden:

Seelenvögel nehmen die Herausforderung an und bewerben sich hiermit um den “Sex Sells Award” von AMY & PINK.

Ich habe Tante Wiki kurz bemüht:

Sex sells ist eine in gleicher Bedeutung aus dem Englischen ins Deutsche übernommene Redewendung aus der Sprache der Werbung. Im weiteren Sinne gehört Sex sells zum Gender Marketing: Sie bringt zum Ausdruck, dass sich ein Produkt besser verkauft, wenn es in einem Kontext dargestellt wird, der sexuelle Inhalte präsentiert. Typische Beispiele sind leicht bekleidete Frauen in der Werbung für Autos oder Motorräder, die als Blickfang dienen, oder das Girlspotting in Fernsehshows.

An dieser Stelle möchte ich - mit vor Stolz geschwellter Brust (Klischees erfüllen wir gerne sofort) - verkünden, dass weder Murmel noch ich es bisher nötig gehabt haben, unsere Körper nackt einsetzen zu müssen, damit man unsere Texte liest.
Wir haben mit Herz, Augen, Seele, einem guten Gespür für Themen und die Leserwünsche (Statistik ;) ) Abwechslung, weiblichem Charme und anderen körperlosen Attributen überzeugen können. Die Erotik-Kategorie hat nur 12 Beiträge! ;)
Aber wenn man Schuhen, Schokolade und Musik eine erotische Komponente gibt - und die haben sie auch - dann verkaufe ich euch Sex. Besser: ich schenke es euch :)

Gerne hätte ich den “Sex Sells” mit dem “Riesenschnauze”-Award gemischt und dieses als Kompliment gesehen, denn wer über sich selbst lachen kann - und als Werbeschlampe (die ich nun mal bin) und Murmel als Zeitungstante können das allemal - und es auch noch schafft, so viele aktive, interessierte, authentische und partizipierende Leser dazu zu bringen, dass wir Netzwerke bauen können, haben wir das erreicht, was wir uns gewünscht haben: Ein tolles Blog mit tollen Leuten.

Danke schön! kuss2.gif

Sobald das “Voting” losgeht, zähle ich auf euch!

18. März 2008 | Autor: Meg

Ich sitze in einem Termin. 3 Herren mittleren Alters aus der IT, eingefrorene Gesichter, graue Hosen und graugewaschene Hemden. Ein Praktikant aus dem Produkt Marketing, ein Kollege aus meiner Abteilung und ich. Die Luft ist gefüllt mit Testosteron (oder wie das stinkende Zeug heißt, welches entsteht, wenn mehr als 3 Männer in einem Raum sitzen), mein “Code” von Armani kommt nicht dagegen an. Dezent, wie ich bin. Wir diskutieren. Ich hitzig, die Herren beharrlich, aber monoton.

Plötzlich klopft es an der Tür, ein Blondschopf schaut rein:

“Entschuldigen Sie die Störung, können Sie mir mit einem Tampon aushelfen?”

Die IT’ler laufen knallrot an, Prakti prustet los, ich bin hin- und hergerissen zwischen laut loslachen und dem Mädel eine Knarre in die Hand zu drücken, damit ihr einiges erspart bleibt, wenn sie einem von uns auf den Fluren dieser Firma begegnet …

Aus dem Arbeitstagebuch einer Marketingtante.

20. Januar 2008 | Autor: Meg

Das Thema der 3 KW bei “Projekt 52” lautet: Werbung.
Nun ratet mal, in welcher Branche ich seit 10 Jahren arbeite? Nicht ganz, nicht die Werbebranche direkt, aber immerhin Marketing. Dennoch schreibe ich mir nicht mit einem Edding auf die Fahne: Ich kann es BESSER, aber ANDERS kann ich es. Und versuche es mal ohne “Erklärbär”:

 

 

Projekt 21: Werbung

Bisherige Bilder findet ihr hier.

P.S. Bin ICH froh, dass die Schafe heute da waren :)

10. Januar 2008 | Autor: Meg

Hallo meine Lieben,
seit ein paar Tagen brennt mir etwas unter den Nägeln, bzw. auf der Seele. Da ich nicht weiß, wie gut ihr das Thema “Blogs als Marketing- und Marktforschungskanal” kennt, hole ich etwas aus. Es gibt einen Dienst, der Trigami heißt. Dort kann man sein Blog anmelden, sagt den Betreibern, wieviele Besucher man im Monat so hat und an welchen Themen man interessiert ist und dann wird das Blog geprüft. Die Betreiber schauen, ob es pornografische Inhalte gibt oder andere Inhalte, die gegen irgendeine Spielregen verstossen. Wenn alles in Ordnung ist, wird das Blog in die Liste aufgenommen und darf nun … prüfen, bzw. forschen.

Ich bilde mir ein, Websites, Dienste, Dienstleistungen kritsch und objektiv beurteilen zu können (immerhin bin ich Marktforscherin), weshalb ich mich für Trigami interessiert habe. Und - das möchte ich euch nicht verschweigen - ich würde mit den Beiträgen Geld verdienen.
Nicht viel, denn die Seelenvögel sind ein kleines Blog, welches keine Millionen an Besuchern hat, aber das macht ja nichts. Die Besucher, die hierherkommen, sind qualitativ äusserst wertvoll, denn sie sind loyal und authentisch.

Ich würde Vorschläge von Trigami bekommen, über Dienstleistungen im Internet oder Website zu schreiben und kann mir aussuchen, welche mich interessieren. Denn glaubt mir, ich werde nicht über private Krankenversicherungen schreiben, wenn ich nicht daran interessiert bin ;)

Die Beiträge würde ich als “von Trigami bezahlte” Beiträge kennzeichnen und habe nicht vor, jeden Tag einen zu schreiben. Ich möchte, dass die Seelenvögel weiterhin Seelenvögel bleiben und ab und an eine - hoffentlich auf für euch wichtige - Kritik hier abbilden.

Was sagt ihr dazu?
Wäre das ok für euch?

Ich frage, weil ich mir meine Leser nicht vergraulen möchte und auch den Eindruck vermeiden will, ich lasse mich kaufen. Denn: ich entscheide, ob und worüber ich schreibe.

Eure Meinung liegt mir am Herzen,
Meg

8. Dezember 2007 | Autor: Meg

ElMar und ich haben letzten Sonntag einige Schätzchen verkauft. Wieder einmal bin ich froh, dass ich ebay-affin bin und diese Plattform nicht nur bedienen kann, sondern auch noch einiges aus dem Bereich Marketing in meiner Birne gespeichert ist. Nachdem wir über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen einige Antiquariate via E-Mail kontaktiert haben, um ihnen die Bücher anzubieten (wir haben im Vorfeld alles katalogisiert und fotografiert), hatten wir sehr unterschiedliche Angebote und auch Aus-, bzw. Absagen. Von “Neeee, damit kann ich nix anfangen”, über “Mhmh, dafür gebe ich ihnen höchstens 2€/Buch” bis zu “Ah, das sind doch keine Schätzchen!” war alles dabei - ich habe es mir nicht nehmen lassen, all diesen Herrschaften heute eine E-Mail zu schreiben und ihnen mitzuteilen, dass uns ihre Ablehnung einen Haufen Geld eingebracht hat :mrgreen:

Als ich gestern einige Bücher einpacken wollte, fiel mir ein “Lesezeichen” in die Hand und ich habe herzlich lachen müssen. Es war keine Postkarte, sondern ein kleiner Werbezettel für “Desmanol“. Dem recht langen Text nach zu urteilen, handelt es sich bei “Desmanol” um eine Art Deodorant. Doch es ist in einer … Sprühflasche, die man durch zusammendrücken zum “sprühen” bringt. Und der Text - der ist einfach herrlich!

“… nicht nur an heißen Sommertagen, wenn die Transpiration besonders heftig ist, sondern auch nach körperlichen Anstrengungen, beim Sport und nach der Arbeit, nach aufregenden Sitzungen ( :mrgreen: ) oder schwierigen Verhandlungen, in den Pausen des Konzerts oder Theaters, nach erhitzendem Tanz …. “

Im Vergleich dazu ein Werbetext für ein Deo aus der heutigen Zeit:

Ein Deo für alle, die ganz bewusst in Harmonie mit ihrem Körper leben möchten. Mit seinem körperaktiven Wirksystem passt sich Rexona Women biorythm perfekt deinem persönlichen Tagesablauf an. Mikrokapseln sorgen für Extra-Schutz, wann immer du ihn brauchst. So lassen sich die Höhen und Tiefen des Tages problemlos meistern – und du bist rundherum von einem angenehm feminin-frischen Duft umgeben.”Rexona.de) (

Ich möchte hier keine Diskussion über Werbung lostreten, denn kaum ein anderes Thema spaltet die Menschen so wie Werbung es kann, doch welche Werbespots aus früherer Zeit fallen euch ein?

Clementine? Onkel Dittmeyer? Der Bärenmarkenbär? Oder gar noch älter?

Ich einigen Stunden werde ich Murmel vom Bahnhof abholen. Die nächsten Tage werden wir uns sicher immer wieder online blicken lassen und bringen sicherlich eine Menge Bilder mit. Schönen Samstag! :)