Werbung ist heutzutage echt anspruchsvoll (und ich weiß, wovon ich spreche): Da gibt es ein Katzenfutter mit Life-Care-Garantie, ein Deo mit dem Frische-Reload, massenhaft Anti-Aging-Produkte usw. Besonders heikel ist das „After Shampoo Liquid“. Zwar ist das nichts für den Popo, sondern bloß für die Haare, aber woher soll man das ohne Denglisch-Kenntnisse wissen?
Auch mir geben die Werbefritzen bisweilen Rätsel auf: „Come in and find out”. Was soll ich herausfinden? Den Sinn des Werbespruchs, Verzeihung: Slogans möglicherweise? Den suche ich bis dato noch vergeblich. O2 can do – vielleicht auch mal Deutsch mit uns reden? (Macht ja McDonald’s und T-Mobile auch!) Nun muss man der Fairness halber natürlich erwähnen, dass dieser grauenvolle Sprachmix – auch Denglisch genannt – nicht nur in der Werbung Einzug gehalten hat.
Besonders schlimm ist es im Medienbereich. Über Kabel bekommt die „Fun“ und „Action“ liebende MTV-Generation eingetrichtert, dass Anglizismen „cool“ sind. Aber nur weil plötzlich “Entertainment in“ ist, wird die Unterhaltung davon auch nicht besser. Oder nehmen wir die Mode: Gut, niemanden kratzt es, dass nur noch „Shirts“ und „Shorts“ in den Regalen liegen. Mich auch nicht. Erst neulich habe ich mir ein T-Shirt gekauft. So ein schlichtes, simples Teil, was man von der angehefteten Produktbeschreibung nicht behaupten kann. Vollmundig werden darin die bequemen Basics und die schlichten Styles des Modelabels gepriesen. Kurz frage ich mich, ob ich wohl in der Spalte verrutscht bin und versehentlich den englischen Text gelesen habe. Nein, zumindest die Füllsel zwischen den englischen Schlagwörtern sind deutsch. Und dann, zum krönenden Abschluss, klärt man mich darüber auf, dass ich mit diesem T-Shirt ein „must have“ erworben habe. Ein bitte was? Eins ist sicher: Wenn das so weitergeht, ist Englischunterricht im Kindergarten bald auch ein „must have“.


G:Sagt