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5. Oktober 2008 | Autor: Meg

Wir nähern uns immer mehr den Amerikanern an. Auch wenn diese gerade alles versuchen, ihre Service-Kultur den Bach runtergehen zu lassen. Für uns ist das gut, so haben wir Zeit, ein paar Dinge von ihnen abzugucken und umzusetzen.
Bereits vor 10 Jahren war ich begeistert davon, dass ich meine Bankgeschäfte an einem drive-thru-window erledigen konnte: Geld abheben, Überweisungen tätigen. Checks ausstellen und einlösen. Perfekt, wenn man zwei Kinder auf dem Rücksitz hat. Diesen Service genoss ich ebenfalls bei der Post: Vorfahren, Pakete/Briefe/Postkarten am Schalter abgeben, fertig. Keine Schlangen, kein Stress mit Kindersitzen, etc.
Und glaubt mir, das ist nicht der Grund dafür, warum jeder 2. Amerikaner Übergewicht hat. Das hat eher etwas mit dem Liefer-Service der Fast-Food-Ketten zu tun und den extrem niedrigen Preisen für Nahrung und Sprit.
Wenn mich nicht alles täuscht, liefert McDonald’s in Berlin auch aus, stimmt das?

Kommen wir jedoch zum Handy-Porto: Ich glaube sehr wohl daran, dass wir in den kommenden Jahren immer mehr Geschäfte über unser Mobiltelefon abwickeln werden. Vor einigen Jahren auf der CeBIT zahlte ich bereits meine Getränke am Automaten via Handy-Rechnung. So habe ich auch vor einigen Tagen zum ersten Mal das Handy-Porto ausprobiert und bin sehr zufrieden. Allerdings habe ich sofort einige Verbesserung- bzw. Erweiterungsvorschläge gehabt und mir gewünscht, man könnte Postkarten direkt mit Porto kaufen und per QR-Code (in meiner Sidebar zum mitnehmen, damit ihr MegGyver auch unterwegs lesen könnt ;) ) bestimmen, ob Inland oder Ausland. Das wäre super.

Ich frankiere meine Post via Internet + Drucker zuhause. Jetzt wäre es nur noch fair, wenn der Postfiffi meine Post auch mitnehmen würde, denn leider weiß ich derzeit kaum noch, wohin ich sie bringen soll, nachdem die meisten Filialen wegrationalisiert worden sind.

Welchen Service würdet ihr euch wünschen? Was würde euren Alltag erleichtern? Was haltet ihr von dem Handy-Porto?

6. Januar 2008 | Autor: Meg

Menschen, Beziehungen, Kindheiten, Leben.
Wohlgemerkt der übermäßige Missbrauch von Alkohol. Es spricht nichts gegen ein Gläschen Wein am Abend, wenn auch nicht am jeden, denn: Wer täglich Alkohol konsumiert, ist aus medizinischer Sicht alkoholkrank. Das ist Fakt. Argumente, die da lauten: “Aber das ist doch nur ein Bier/Glas Wein/1 Schnäpschen” lässt die Medizin nicht zu.

Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr mehr als 10 Liter reinen Alkohols. Während bei den Erwachsenen der Trend vom Bier zum Wein geht, waren bei Jugendlichen zuletzt Mixgetränke aus Spirituosen und Limonade (”Alcopops”) der Renner. Der Anteil dieser Getränke nimmt aber seit der letzten Getränkesteuerreform wieder ab. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf 1,5 Millionen. 1,9 Millionen sind durch Alkoholmissbrauch gefährdet. Insgesamt konsumieren 5,6 Millionen Deutsche Alkohol auf riskante Weise. Der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal: Schon wer täglich einen Liter Bier trinkt, riskiert alkoholabhängig zu werden oder alkoholbedingte Organschäden zu bekommen. 30 bis 40 Gramm reiner Alkohol für Männer und 20 Gramm täglich für Frauen gelten als Grenze für körperliche Folgeerkrankungen.

Ich bin in einem Land geboren und aufgewachsen, in dem eine Menge Alkohol konsumiert wurde. Kann man das so derb sagen: “Polen trinken mehr als Deutsche?”, ja, meiner Meinung nach ist das der Fall. Die meisten sind Pegel-Trinker, die trotz Alkoholkonsum ihrer Arbeit nachgehen (können - fraglich). Mein Opa war so einer. Ich habe ihn selten stocknüchtern gesehen, meist, wenn er zu irgendwelchen Untersuchungen musste. Er war dann fahrig, unkonzentriert, anstrengend, aggressiv. Sobald er ein Gläschen vom Selbstgebrannten getrunken hat, war er der liebste Opa auf Erden: geduldig, witzig, lieb, aufmerksam. Es gibt immer einen Grund zu trinken, irgendwas zu begießen, zu feiern. Notfalls erfindet man etwas. Wenn Besuch ins Haus kommt, verschwindet die Frau in der Küche und zaubert was Essen, während der Mann die selbst gebrannten Schätzchen aus dem Keller holt.

In meiner Kindheit und Jugend musste ich viele unschöne Erfahrungen mit Betrunkenen machen und habe eine Aversion dagegen entwickelt. Immer, wenn ein neuer Mann in mein Leben trat und sich alles wunderbar anfühlte, fieberte ich dem “Alkohol-Test” entgegen: Wir würde er unter Alkoholeinfluss sein? Wie viel trinkt er? Kennt er seine eigene Grenze? Trinkt er, um sich zu besaufen oder ist er ein Genießer? Wird er lustig, aggressiv, müde?
Erst wenn der “Test” gut verlaufen ist, konnte ich entspannten. Niemals könnte ich mit einem Menschen zusammenleben,d er ein Alkoholproblem hat.

Vor einigen Jahren entdeckte ich ein paar Postkarten in einer Kneipe. Es handelte sich um eine Anti-Alkohol-Kampagne, hier ein paar Bilder/Eindrücke:

Alkohol 1 Alkohol 2

Alkohol 3 Alkohol 4

Ob es etwas gebracht hat? Bleibt zu hoffen.

31. Dezember 2007 | Autor: Meg

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu und ich werde das Gefühl nicht los, dass irgendwann jemand einen Schalter umgelegt hat, der dafür sorgt, dass die Stunden, Tage, Wochen und Monate schneller an einem vorbeiziehen, als es früher der Fall war. Liegt es daran, dass man das Gefühl für die Zeit anders wertet oder empfindet? Schaue ich mir das Blog an, habe ich das Gefühl, wir schreiben schon seit JAHREN zusammen, doch die meisten von euch sind erst 2007 zu den Seelenvögeln gestoßen und was machen wir? Wir schreiben uns Postkarten, schicken uns kleine Aufmerksamkeiten, pflegen Freundschaften. Ich finde das wunderbar, wenn auch sehr schnelllebig.

Es gibt Millionen von Blogs auf der Welt und viele von ihnen sind austauschbar, viele sind – auch in meinen Augen – sinnfrei, Blogs, die die Welt nicht braucht, weil sie nicht von der Aktualität leben, weil sie nicht authentisch sind, weil ihnen ein Gesicht, ein Name, ein Mensch dahinter fehlt.

Ich freu mich darüber, dass ich zu euren Namen/Blogs/Geschichten einen Namen habe, ein Gesicht habe, eine Vorgeschichte habe.

1997 (vor 10 Jahren erst …) habe ich gelernt, was Internet ist. Ich richtete mir damals einen Yahoo-Account ein und da ich in den Staaten lebte, loggte ich mich in einen deutschen Chat ein. Das war der Anfang. Ein Chat. Sehr anonym, sehr gemein, voller Lügen, falscher Identitäten, Wunschdenken und Märchengestalten. Hinter dem Vorhang der Anonymität konnte jede Null eine Persönlichkeit spielen. Mehr oder weniger.

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