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6. Januar 2008 | Autor: Meg

Menschen, Beziehungen, Kindheiten, Leben.
Wohlgemerkt der übermäßige Missbrauch von Alkohol. Es spricht nichts gegen ein Gläschen Wein am Abend, wenn auch nicht am jeden, denn: Wer täglich Alkohol konsumiert, ist aus medizinischer Sicht alkoholkrank. Das ist Fakt. Argumente, die da lauten: “Aber das ist doch nur ein Bier/Glas Wein/1 Schnäpschen” lässt die Medizin nicht zu.

Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr mehr als 10 Liter reinen Alkohols. Während bei den Erwachsenen der Trend vom Bier zum Wein geht, waren bei Jugendlichen zuletzt Mixgetränke aus Spirituosen und Limonade (”Alcopops”) der Renner. Der Anteil dieser Getränke nimmt aber seit der letzten Getränkesteuerreform wieder ab. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf 1,5 Millionen. 1,9 Millionen sind durch Alkoholmissbrauch gefährdet. Insgesamt konsumieren 5,6 Millionen Deutsche Alkohol auf riskante Weise. Der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal: Schon wer täglich einen Liter Bier trinkt, riskiert alkoholabhängig zu werden oder alkoholbedingte Organschäden zu bekommen. 30 bis 40 Gramm reiner Alkohol für Männer und 20 Gramm täglich für Frauen gelten als Grenze für körperliche Folgeerkrankungen.

Ich bin in einem Land geboren und aufgewachsen, in dem eine Menge Alkohol konsumiert wurde. Kann man das so derb sagen: “Polen trinken mehr als Deutsche?”, ja, meiner Meinung nach ist das der Fall. Die meisten sind Pegel-Trinker, die trotz Alkoholkonsum ihrer Arbeit nachgehen (können - fraglich). Mein Opa war so einer. Ich habe ihn selten stocknüchtern gesehen, meist, wenn er zu irgendwelchen Untersuchungen musste. Er war dann fahrig, unkonzentriert, anstrengend, aggressiv. Sobald er ein Gläschen vom Selbstgebrannten getrunken hat, war er der liebste Opa auf Erden: geduldig, witzig, lieb, aufmerksam. Es gibt immer einen Grund zu trinken, irgendwas zu begießen, zu feiern. Notfalls erfindet man etwas. Wenn Besuch ins Haus kommt, verschwindet die Frau in der Küche und zaubert was Essen, während der Mann die selbst gebrannten Schätzchen aus dem Keller holt.

In meiner Kindheit und Jugend musste ich viele unschöne Erfahrungen mit Betrunkenen machen und habe eine Aversion dagegen entwickelt. Immer, wenn ein neuer Mann in mein Leben trat und sich alles wunderbar anfühlte, fieberte ich dem “Alkohol-Test” entgegen: Wir würde er unter Alkoholeinfluss sein? Wie viel trinkt er? Kennt er seine eigene Grenze? Trinkt er, um sich zu besaufen oder ist er ein Genießer? Wird er lustig, aggressiv, müde?
Erst wenn der “Test” gut verlaufen ist, konnte ich entspannten. Niemals könnte ich mit einem Menschen zusammenleben,d er ein Alkoholproblem hat.

Vor einigen Jahren entdeckte ich ein paar Postkarten in einer Kneipe. Es handelte sich um eine Anti-Alkohol-Kampagne, hier ein paar Bilder/Eindrücke:

Alkohol 1 Alkohol 2

Alkohol 3 Alkohol 4

Ob es etwas gebracht hat? Bleibt zu hoffen.