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10. April 2008 | Autor: Meg

Vor einigen Tagen waren wir bei ElMars Bruder, der Geburtstag gefeiert hatte. Er hat 3 Kinder, der Älteste ist dieses Jahr 14 geworden. Wie das bei Gesprächen zwischen kinderlosen und kinder”reichen” Paaren mit Kindern im Teenager-Alter so ist, wir landeten irgendwann zwangsläufig bei dem Thema Aufklärung von Kindern, Sexualität, etc. Während man darüber diskutierte, wer für die Aufklärung von Kindern verantwortlich ist, wann diese statt zu finden habe und was genau aufgeklärt werden sollte, machte ich mir meine Gedanken darüber, wie ich aufgeklärt wurde. Frau W. hatte das Thema ebenfalls vor einigen Tagen und dort schrieb ich: Als ich 8 war (also 1 Jahr vor der 1. Beichte) haben wir bei einer Freundin die einen Videospieler hatte (sowas war damals so rar wie Bananen und echte Schokolade) einen Bum*i geguckt.
Mir wurde übel.
Auf dem Weg nach Hause wurde mir erst schlagartig bewusst, was ich da gesehen hatte und ich habe mich neben den Polski Fiat 126p der Schulhausmeisters erbrochen. Als ich das nächste Mal “Geräusche” aus dem Zimmer meiner Eltern hörte, fing ich ganz laut an zu singen …  :???:  …

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann war das tatsächlich mein erster “Kontakt” zur menschlichen Sexualität. Warum menschlicher? Nun, ich bin sehr ländlich aufgewachsen und habe gesehen, wie diverse Tier-Babies auf die Welt gekommen sind und auch wie Kühe gedeckt wurden, dennoch mochte ich damals keine Verbindung zu Menschen herstellen. Als ich 3 Jahre alt war, kam meine Schwester auf die Welt und ich bin sicher, dass ich auch irgendwelche Geschichten von Störchen erzählt bekommen habe, sicherlich wunderte ich mich auch darüber, wie der Storch das Baby aus Mamas Bauch bekommen hat, um es zu uns zu bringen, doch es interessierte mich nicht weiter. In der Schule wurde nicht aufgeklärt. Meine Eltern kümmerten sich auch nicht darum. Warum? Ich schätze, dass damals Kinder noch die Möglichkeit hatten, lange Kinder sein zu dürfen. Es bestand keine Notwendigkeit, ein Kind darüber aufzuklären, wie man schwanger werden oder wie man das vermeiden konnte. Alles war entspannt. Ich kannte niemanden im Dorf, der minderjährig Mutter geworden wäre.

Dann kam ich nach Deutschland, in die 6. Klasse und plötzlich sah ich mich mit der Sexualität konfrontiert: Im Religionsunterricht sprachen wir über Verhütung und über Abtreibung. Es war kein gesund aufklärender Unterricht, sondern die beliebte Schockmethode á la: Willst Du mit 14 Jahren Dein Leben quasi an den Nagel hängen oder gar zur Mörderin werden, indem Du abtreibst? Alle Mädchen lasen mit feuchten Augen das “Tagebuch eines Ungeborenen” und sympathisierten mit dem (später abgetriebenen) Baby und nicht mit dem Mädchen. Und den Jungs ging es am sprießenden Sack vorbei.

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24. März 2008 | Autor: Meg

So lautet das Thema in der 12. KW

Ich habe euch bereits an einigen Kindheitserinnerungen teilhaben lassen. Manchmal komme ich mir ein wenig symptombefallen vor, wenn ich mich an die Geschichten aus der Kindheit gestochen scharf erinnern kann. Viele davon könnte ich fotografisch nicht mehr festhalten, da die meisten Erinnerungen eine Menge mit Rollenspielen zu tun haben, die wir als Kinder gespielt haben. Ich bin zwar gerade dabei, die meisten der Statisten unter www.nasza-klasa.pl wiederzufinden, aber bisher waren es nicht genug, um große Schlachten nachzustellen.

Der entscheidende Hinweis fiel gestern auf einem Geburtstag, als mir jemand Süßstoff zu meinem Tee anbot und ich leicht angewidert ablehnte.

Ich lebte noch bei meinen Großeltern, konnte also nicht älter als 5 Jahre sein. Mein Opa war Diabetiker. Ich wusste nicht genau, was das war, hatte nur mitbekommen, dass er sich Spritzen selbst setzen musste und keinen Zucker in den Kaffee geben durfte (letzteres aus Mangel an Süßstoff). Ich beobachtete Opa des öfteren, wenn er sich Insulin spritze. Einmal bat er mich darum, ihm zu helfen. Ich sollte es lernen, für den Fall der Fälle.
Kinder zu verkloppen berührte meine Pazifisten-Seele nicht im geringsten, das wurde als Notwehr abgespeichert, zumal ich mich noch einige Jahre von der 1. Beichte befand und fest davon überzeugt war, bis dahin Absolution durch Mehrarbeit auf dem Hof meiner Großeltern zu erlangen. Doch Spritzen geben sollte nicht dazu gehören. Die Hand beißen, die einen fütterte, bzw. piecksen? Niemals. Ich habe doch gesehen, dass es ihm weh tat, wenn er selbst die Nadel in die Hautfalte jagte.

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20. März 2008 | Autor: Meg

Ich war 8 Jahre alt, als der Ernst des meines Lebens begann: immerhin war ich nun eine Anwärterin auf den Leib eines 33-jährigen, langhaarigen Mannes.Ich war eine Leseratte, wie sie im Buche stand, verschlang ein Buch nach dem anderen und war das liebste Kind in der Familie (Tanten, Onkel und Großeltern eingeschlossen), denn es war sehr einfach mich glücklich zu machen: Bücher schenken.
Zu Weihnachten, Ostern, Geburtstag, intenat. Kindertag - ich ließ keinen Feiertag aus, um mir Bücher zu wünschen und besaß im Alter von 12 Jahren eine kleine Bibliothek, die ca. 250 Bücher umfasste. Ja, ich führte sogar Buch über diese Bücher, denn ich verlieh sie und achtete penibelst darauf, dass ich sie rechtzeitig zurückbekam.

Doch nun sah ich mich einer verdammt großen Herausforderung gegenüber. Mein Wortschatz mag damals für eine 8-jährige recht umfangreich gewesen zu sein, doch schien er in Anbetracht dieser Lektüre infantil. Man legte mir die Bibel und den Katechismus in die Hand. Das war hart.
Doch das Ziel lautete: Prüfung bestehen, zur Kommunion gehen und endlich den Leib Christi legal empfangen, denn: bevor ich überhaupt zur Kommunion zugelassen wurde, hatte ich bereits gar schrecklich gesündigt: ich hatte mich - jedes Mal, wenn wir in einer anderen Kirche als der „heimischen” zum Gottesdienst gingen - nach vorne geschlichen und habe die Kommunion entgegengenommen.

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10. Februar 2008 | Autor: Meg

Als ich das Thema der 5. KW las, dachte ich spontan: “Hey, das ist ja einfach!”
Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon auf einem Bild inmitten von Büchern, Tee, Kerzen, ElMar um den Hals oder Bauch gewickelt ;) Doch dann dachte ich kurz nach, erinnerte mich an das Studium und daran, was SUCHT bedeutet. Mir wurde schlagartig klar, welches meine Sucht war, ist und sein wird. Doch wie fotografiere ich etwas, was mir einerseits das Leben zur Hölle und andererseits zur Freude gemacht hat? Wie sollte ich etwas darstellen, dass so ungreifbar ist, so “un:plastisch”, wie meine Sucht?

Vor 11 Jahren hatte es angefangen und damals, ja, damals hat es mich in einen Menschen verwandelt, der ich niemals sein mochte. Es hat mich nicht einfach so verwandelt, ich habe es zugelassen. Der Versuch einer Gegenwehr war zwecklos, denn plötzlich wurden alle schlechten Charaktereigenschaften bedient: Superbia (die Eitelkeit), Avaritia (der Geiz), Invidia (der Neid), Ira (der Zorn), Luxuria (die Wollust), Gula (die Völlerei) und Acedia (die Faulheit) und der Teufel auf meiner Schulter grinste hämisch zum Engel rüber, der gerade … nunja, immer wieder mal versuchte dem Teufel eine aufs Maul zu hauen und ein paar Tatsachen vor Augen führen, doch es war zwecklos. Das BÖSE ERWACHEN ließ (zum Glück) nicht lange auf sich warten, doch irreparable Schäden waren entstanden, die ich mir mein Lebtag nicht verzeihen werde. Mir wurden sie verziehen, meine Fehler - doch mir selbst kann ich immer noch nicht richtig in die Augen schauen.

Heute habe ich die Sucht im Griff, auch wenn ich täglich über mehrere Stunden mit ihr konfrontiert werde. Wir haben jedoch ein stilles Abkommen und zum Glück gehört es auch ins Leben, ist kein Exot mehr. Dennoch: manchmal sieht immer noch der Teufel, doch ich passe auf.
Meine Sucht:

Meine Sucht

Was ist DEINE Sucht?

31. Januar 2008 | Autor: Meg

Als Teenie liebte ich die Serie “My so called life” mit Claire Danes und Jared Leto.  Ich erinnere mich sogar daran, dass er in meinem ersten feucht-erotischem bewegendem Traum eine große Rolle spielte. Heute zappte ich rum und landete bei der A*D, wo gerade “Verbotene Liebe” lief. Mir gefror das Blut in den Adern, als ich den Typen sah. Jared?! Bei den öffentlich-rechtlichen?! :eek: Das konnte doch nicht wahr sein! Er ist doch gerade so erfolgreich mit seiner Band “30 seconds to Mars” (sehr geiles Album!)

Es ist nicht Jared, es ist Joscha Kiefer. DAS hier ist Jared. Doch ist die Ähnlichkeit nicht verblüffend?

30. Januar 2008 | Autor: Meg

Gestern auf dem Weg nach Hause sah ich einen Aufkleber an einem Auto, welches vor mir fuhr. Normalerweise achte ich nicht drauf, denn entweder ich kann es nicht entziffern oder die Sprüche sind alt und unlustig (z.B. Ich unterstütze jede Frauenbewegung - Hauptsache sie ist rhytmisch oder Meiner ist 21 m lang), doch diesmal war es der Wagen UND der Aufkleber:

‘Frauen, die versuchen so gut zu sein wie Männer, haben keinen Ehrgeiz’
Der Aufkleber klebte auf einer nigelnagelneuen S-Klasse, die von einer Frau gefahren wurde.
Gut, soweit würde ich nicht gehen, aber der Spruch ist gut.

Daraufhin:

Remember, Ginger Rogers did everything Fred Astaire did - but she did it backwards & in high heels :)

Ich wünsche euch eine schöne Wochen:Mitte. Ich passe heute. Akku (fast) leer.

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30. Dezember 2007 | Autor: Meg

Sie kletterte auf den großen und uralten Baum und fummelte das Fernrohr aus der Umhängetasche heraus. Die Sonne stand recht tief, in max. 2 Stunden würde sie untergehen. Sie kniff die Augen leicht zusammen und suchte den Horizont ab. Am Horizont konnte sie den Kirchturm der kleinen Stadt sehen, in der sich die Truppen des Sheriffs und seines Bluthundes Guy de Gisbourne versammelten.

Die Fallen waren ausgestellt, im Lager herrschte ein wildes Durcheinander, wie jedes Mal vor der Schlacht. Sie lächelte, als sie Bruder Tuck dabei beobachtete, wie er versuchte ein wildes Pferd dazu zu bringen, das Feld zu räumen, damit es nicht verletzt würde.

Will, Scathlock, Much und Little John prüften den Sitz ihrer Bögen und die Anzahl der Pfeile. Die ganze letzte Woche hatten wir gemeinsam die Abende dafür geopfert, Pfeile herzustellen und zu üben. Sie schaute auf die Uhr, noch 10 Minuten! Flink sprang sie vom Baum und stieß einen schrillen Pfiff aus. Nachdem alle versammelt waren, schaute sie ihre tapfere Truppe an. Will hat eine chronische Schnodder-Nase, schön sah das nicht aus und er wurde des öfteren deswegen gehänselt und aufgezogen, sie fuhr sich mit dem Zeigefinger der linken Hand unter der Nase entlang und er verstand den Wink, schnell zog er ein Taschentuch aus der Tasche und schnäutzte sich. Little John hatte sich in den Kopf gesetzt, seine Hosen nur mit einer Kordel am Leib zu halten, wie er es im Buch gelesen hatte, doch sie ahnte jetzt schon, dass ihm diese spätestens beim Schwertkampf vom Hintern rutschen würde, wenn er sie nicht mehr mit einer Hand halten könnte.

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