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19. November 2008 | Autor: Meg

“Ich habe Hunger! Ich muss auf Toilette! Ich will ein Pony!”

Kaum waren wir 2 Stunden unterwegs, ließ sich Stefan bereits die ersten 10 DAB durch den Kopf gehen, kotzte die Bus-Toilette voll und sorgte somit dafür, dass wir Mädchen Blasenkrämpfe hatten, da der Bus auf dem Weg nach Ungarn nicht alle 2 Stunden hielt.
Doch wir freuten uns wie Bolle: KLASSENFAHRT in Ungarn und auch noch spottbillig, denn das Haus gehörte dem Lehrer, Essen und Bier sollte es in Ungarn für ein paar Pfennig geben und außerdem: Wer braucht schon ESSEN, wenn man auf Klassenfahrt geht? Eine Woche Balaton und die letzten Wochen und Monate der Plackerei, der Klassenarbeiten und Tests waren vergessen. Der Rücken konnte sich endlich von der schweren Last der Bücher und der Verantwortung erholen. Die Generäle blieben zuhause und konnten sich ihrerseits vom Nachwuchs erholen und von dem Loch in der Haushaltskasse, aus der die Klassenfahrt bezahlt wurde.

Nach uns die Sintflut!

Naja. Die war vor uns, aber das ist ein Thema für eine ganz andere Geschichte. Ich zähle mal ein paar Dinge auf, die ich erwähnenswert finde, sozusagen meine Top 5 der Klassenfahrt-Geschehnisse (unabhängig davon, ob ich heute stolz darauf bin oder nicht. Dabei sein ist alles, war schon damals die Devise und mit “Ich wars nicht!” bin ich - ironischerweise - stets gut gefahren:

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30. Juli 2008 | Autor: Meg

Ich gehöre zu den Menschen, die mindestens 3 Plastikkarten in der Brieftasche tragen, mit denen man bezahlen kann. Da wäre die ec-Karte, die MasterCard und dann noch die SparCard. Alles schön und gut, doch beim Bäcker meines Vertrauens zählt nur Bargeld und das ist Mangelware in meinen Kleingeld-Fächern. Also musste ich heute morgen auf dem Weg zur Arbeit zum Geldautomaten.
Ein Geldautomat ist eine feine Sache. Man füttert ihn mit einer ec-Karte und schon macht er Bäuerchen und spuckt die gewünschten Banknoten aus. Sofern man genug Geld auf dem Konto und die Geheimzahl im Kopf hat. Diese Zahlenkombination ist so eine Art modernes „Sesam, öffne dich!”, das Bösewichten den Zutritt zur Schatzkammer verwehren soll. Darum hüte ich meine PIN-Nummer wie meinen Augapfel. Sie im Portemonnaie herum zu tragen, wäre mir viel zu riskant. Sogar unter Folter würde ich die Geheimzahl nie rausrücken. Nicht, weil ich besonders tough, sondern weil ich so vergesslich bin … Es ist wirklich zum Mäusemelken!

Konzentriert starre ich auf die Tastatur des Geldautomaten. 0815, 4711 – so was könnte ich mir merken. Warum bekomme ich bloß immer so Allerweltszahlen zugeteilt? Aber ich bin ja nicht blöd. Für Notfälle wie diesen habe ich mir eine Eselsbrücke zurechtgezimmert: Zuerst unsere Hausnummer, dann ElMars Schuhgröße geteilt durch zwei (schließlich hat er ja auch zwei Füße) und zum Schluss der Geburtsmonat meiner Schwester.
Frohgemut tippe ich drauflos – und erhalte eine Abfuhr. Liegt es daran, daß der Tastaturziffernblock anders angelegt ist, als der des Telefons? Verflixt, war es vielleicht die Hausnummer meiner Schwester und meine Schuhgröße? Mit Zahlen habe ich es schon in der Schule nicht so gehabt. Was war das für eine Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass der „Satz des Pythagoras” keineswegs aus Subjekt, Prädikat und Objekt besteht. Und dass der Begriff „Kurvendiskussion” eine totale Mogelpackung ist. Mein Mathematik-Lehrer war jedenfalls zu keiner Diskussion bereit. Schade, denn meine Neigungen lagen schon immer im sprachlichen Bereich. Ergo müsste es mir also leicht fallen, mich an ein Computer-Passwort zu erinnern. An EINS, aber doch nicht an Hunderte! Die Biester vermehren sich wie die Karnickel. Eins zum Einloggen ins System, eins zum Bestellen beim Online-Shop (würde frau in nur einem shoppen, was natürlich nicht der Fall ist), eins zum E-Mails abrufen … Aber hier habe ich mich eines kleinen Tricks bedient. Seitdem jongliere ich jeden Tag mit mindestens 7 Passwörtern, die ich alle 3 Monate ändern muss und ich behalte sie immer im Kopf. Patentieren sollte ich das. Aber dann heißt es wieder: “Mädchenkram, das ist keine Logik.”

Die Anzahl der PIN-Nummern steigt genauso inflationär. Zum Glück wurde ich noch rechtzeitig wach und erinnerte mich an die PIN. Bisher habe ich niemals mehr als 2 Versuche gebraucht. Dabei ist es die einfachste Nummer, die man sich wünschen kann. Nur eben keine 08/15 …

… und die Bank hat auch dazu gelernt: Die PIN darf ich jetzt selbst festlegen.

Welchen Trick habt ihr?

13. Juni 2008 | Autor: Meg

In diesem Beitrag werde ich wieder 2 Bilder abliefern.
Das erste Bild zum Thema der Woche 23, welches lautet: “Die Farbe GELB”. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, außer: GELB ist eine Farbe, die man a) in meinem Kleider- und Schuhschrank auf keinen Fall finden wird. Gelb steht mir nicht. Ich habe nicht mal gelbe Deko, denn die steht mir auch nicht. Wir haben jedoch 2 Bäder: 1 Sylvester und 1 Tweety-Bad, denn in jedem steht eine Figur, ich zeige euch natürlich nur die gelbe ;)

Das zweite Bild bezieht sich auf das Thema der aktuellen Woche 24: “Werkzeuge”. Nun gut, hier muss ich etwas ausholen: Ich habe so ziemlich 2 linke Hände. Wenn man mir etwas einige Male zeigt und Geduld an den Tag legt, stelle ich mich nicht zu dumm an, doch meist habe ich selbst keine Geduld und bin auch nicht gerade … feinmotorisch begabt. In der Schule wickelte ich ein paar Jungs um den Finger, die mir im Werkunterricht ihre gebastelten Sachen gaben, damit ich mir dafür eine 1-2 beim Lehrer holte, während sie eine 2-4 dafür bekamen. Es dauert ein Weilchen, bis sie merkten, dass etwas grundsätzlich schief läuft, aber da waren wir schon aus der Schule raus.

In Handarbeit wurde ich aus Mitleid von der Arbeit ausgeschlossen, nachdem ich mir - fragt mich nicht wie - die Häkelnadel zwischen Mittel- und Ringfinger rammte und man schneiden wollte, da so eine Häkelnadel einen fiesen Widerhaken hat. Beim Stricken beraubte ich meine arme Großmutter beinahe ihres Augenlichtes, als ich mit den langen Stricknadeln eine Reihe von hier bis nach Castrop-Rauxel strickte, da ich es nicht schaffte, in die 2. Reihe zu kommen. Deshalb entschloss ich mich - zum Leidwesen meines Vaters, der bis heute der Ansicht ist, dass man mit Schwielen an den Händen, Schmerzen im Rücken, Knien und nach einem Job an einer Maschine nach Hause kommt, denn nur das wäre Arbeit - etwas zu machen, wofür ich meine Hände nicht brauche und wo mir meine Grobmotorik das Leben nicht zur Hölle macht.

Dazu muss man sagen, dass meine Eltern Deutschland verließen, damit die Kinder ein besseres Leben hatten. Also sah man mich als Ärztin oder Anwältin, die nebenbei noch etwas … Handarbeit macht, damit sie abends zu müde ist, das viele Geld auszugeben, das sie verdient hat. Nach einem Ausflug in die Uni, einem erfolgreichem Abbruch des Studiums beschloss ich etwas solides zu machen und ging “in die Werbung”. Mein Werkzeug ist primär mein Kopf. Dazu kommen noch die Hände, die das ausführen, was der Kopf sich ausgedacht hat, indem sie mit ca. 250 Anschlägen/Minute tippen. (Die Tasten sind groß, eine Tastatur überlebt bei mir max. 6-12 Monate, auch für Grobmotoriker geeignet). Kopf, Hände und Tastatur. Meinen Kopf kennt ihr. Meine Hände kann ich nicht knipsen, sie sind einfach zu schnell und das Bild zeigt die 3 wichtigsten Tasten auf meiner Tastatur: Das Internet, die E-Mail und die Favoriten. Vielen Dank ;)

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15. Mai 2008 | Autor: Meg

Oh herrjeh, wie die Zeit vergeht! Und wenn man mal ein paar Tage nichts gemacht hat, wird man gleich bestraft und darf nun zusammen fassen. Das letzte Mal berichtete ich von Louies sensationellen Besuch bei Tante von Krötengrün und seiner Ehrenurkunde, die er als Gast-Berliner bekommen hat. Danach reiste Louie zu Tante Michi und Onkel Dürrbi, wo er sogar in der Kategorie “Getier” landete. Ich hoffe, er hat davon nichts mitbekommen, sowas nimmt er sehr persönlich ;) Obwohl ich angenommen hatte, Louie sei etwas ruhiger geworden nach all den aufregenden Wochen, stürzte er sich gleich wieder in gleich 2 Schweinereien, die ihm eine Menge Spaß machten. Doch dann ging es richtig los:

“Ich muß mich gleich entschuldigen, es kann nämlich sein, daß ich noch eine leichte Alkoholfahne habe. Aber der Reihe nach… Gestern wollte ich zuerst nur ins Bett gehen, zumindest habe ich das gesagt. Aber ich bin in die Kuscheltier-WG eingeladen worden und die Einladung konnte ich auf gar keinem Fall ablehnen …”

und das Übel nahm seinen Lauf! Es gab eine Party und im Anschluss danach Katzenjammer! Weiterlesen

Es wurde gekocht und geduscht, Louie durfte Auto fahren und Baileys saufen, er hatte ein richtig tolles Leben bei den beiden, doch nach einer Woche musste er weiter, denn Oma Maksi erwartet den kleinen Racker voller Vorfreude, nichts ahnend, was sie sich da ins Haus holt. Es fing auch sehr harmlos an und Louie tat, was die strenge Oma verlangte, zeigte sogar all seine Zähne (ich wusste nicht, dass er mitunter zum Werwolf mutieren konnte, aber ich sollte im Laufe der Zeit noch mehr über dieses Schaf lernen .. :roll: ) Am meisten freute ich mich darüber, dass Louie nicht zu eitel ist und beim Lesen auch seine Lesebrille aufsetzt, die er von Tante Murmel bekommen hatte. Als ich allerdings gesehen habe, WAS er da liest, war ich etwas … geschockt und fürchtete, Oma Maksi hätte nicht nur derartige Literatur frei zugänglich rumliegen, sondern gar noch mehr Spielzeug oder Material! :shock:

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10. April 2008 | Autor: Meg

Vor einigen Tagen waren wir bei ElMars Bruder, der Geburtstag gefeiert hatte. Er hat 3 Kinder, der Älteste ist dieses Jahr 14 geworden. Wie das bei Gesprächen zwischen kinderlosen und kinder”reichen” Paaren mit Kindern im Teenager-Alter so ist, wir landeten irgendwann zwangsläufig bei dem Thema Aufklärung von Kindern, Sexualität, etc. Während man darüber diskutierte, wer für die Aufklärung von Kindern verantwortlich ist, wann diese statt zu finden habe und was genau aufgeklärt werden sollte, machte ich mir meine Gedanken darüber, wie ich aufgeklärt wurde. Frau W. hatte das Thema ebenfalls vor einigen Tagen und dort schrieb ich: Als ich 8 war (also 1 Jahr vor der 1. Beichte) haben wir bei einer Freundin die einen Videospieler hatte (sowas war damals so rar wie Bananen und echte Schokolade) einen Bum*i geguckt.
Mir wurde übel.
Auf dem Weg nach Hause wurde mir erst schlagartig bewusst, was ich da gesehen hatte und ich habe mich neben den Polski Fiat 126p der Schulhausmeisters erbrochen. Als ich das nächste Mal “Geräusche” aus dem Zimmer meiner Eltern hörte, fing ich ganz laut an zu singen …  :???:  …

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann war das tatsächlich mein erster “Kontakt” zur menschlichen Sexualität. Warum menschlicher? Nun, ich bin sehr ländlich aufgewachsen und habe gesehen, wie diverse Tier-Babies auf die Welt gekommen sind und auch wie Kühe gedeckt wurden, dennoch mochte ich damals keine Verbindung zu Menschen herstellen. Als ich 3 Jahre alt war, kam meine Schwester auf die Welt und ich bin sicher, dass ich auch irgendwelche Geschichten von Störchen erzählt bekommen habe, sicherlich wunderte ich mich auch darüber, wie der Storch das Baby aus Mamas Bauch bekommen hat, um es zu uns zu bringen, doch es interessierte mich nicht weiter. In der Schule wurde nicht aufgeklärt. Meine Eltern kümmerten sich auch nicht darum. Warum? Ich schätze, dass damals Kinder noch die Möglichkeit hatten, lange Kinder sein zu dürfen. Es bestand keine Notwendigkeit, ein Kind darüber aufzuklären, wie man schwanger werden oder wie man das vermeiden konnte. Alles war entspannt. Ich kannte niemanden im Dorf, der minderjährig Mutter geworden wäre.

Dann kam ich nach Deutschland, in die 6. Klasse und plötzlich sah ich mich mit der Sexualität konfrontiert: Im Religionsunterricht sprachen wir über Verhütung und über Abtreibung. Es war kein gesund aufklärender Unterricht, sondern die beliebte Schockmethode á la: Willst Du mit 14 Jahren Dein Leben quasi an den Nagel hängen oder gar zur Mörderin werden, indem Du abtreibst? Alle Mädchen lasen mit feuchten Augen das “Tagebuch eines Ungeborenen” und sympathisierten mit dem (später abgetriebenen) Baby und nicht mit dem Mädchen. Und den Jungs ging es am sprießenden Sack vorbei.

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3. März 2008 | Autor: Meg

Ich habe eine Macke. Es ist keine schlimme Macke, keine, die eine Beziehung gefährden würde oder mir selbst wie ein Stein im Weg hierhin und dorthin läge. Aber es ist eine Macke, die ich bereits sehr lange habe.
Es fing damit an, dass ich mit meiner damaligen Polnisch-Lehrerin an der Bushaltestelle stand und auf den Bus wartete. Wir plauderten ein wenig über das bevorstehende Wochenende, als mein Blick auf eine Schmiererei an einer Häuserwand fiel. Ich kniff die Augen zusammen und dachte schnell nach.

“Frau Komar?”
“Ja, was ist denn?!, antwortete meine Lehrerin.
“Nutte schreibt man doch mit 2 t, richtig?”
Sie schaute mich entsetzt an.
“Wie kommst Du denn jetzt darauf, mein liebes Kind?!”
“Nun, da hinten am Haus steht “Kasia ist eine Nute”. Das ist falsch”.
Ich war 6.

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19. Februar 2008 | Autor: Meg

20 kg. Das ist die magische Zahl. Jedes Jahr aufs Neue werde ich mit ihr konfrontiert und jedes Jahr bin ich optimistisch und frohen Mutes, dass ich diesmal unter dieser magischen Grenze bleiben werde. Die Rede ist von den 20 kg Reisegepäck, die man in den Urlaub nehmen darf.

“Oh Frauen”, werden die Herren nun denken und “Oh Göttin”, werden die Damen verständnisvoll seufzen.  Doch ich muss an dieser Stelle ein mögliches Missverständnis aus der Welt schaffen, bevor es sich in euren Köpfen verankern kann: Es sind nicht die Schuhe, die unzähligen Paare, von denen man am Ende eh nur 3 Paar trägt (wenn man die FlipFlops mitrechnet),  es sind auch nicht die Klamotten und auch nicht die Kosmetik. Es sind Bücher  :oops:

Nun wird sich euch eine neue - berechtigte - Frage stelle, auch wenn ihr an der Antwort auf die erste noch knabbert: “Warum - in aller iPods Namen - reist diese Frau mit Büchern durch die Welt?”
Berechtigt ist sie. Ich gebe es zu: Bis zu 10 Bücher könnte ich auf diese Art & Weise mitnehmen und diese würden nicht mal 100 Gramm wiegen. Doch ich muss etwas gestehen: Schon als Kind habe ich es nicht ausstehen können, wenn mir jemand vorliest. Immer, wenn Omi, Mama oder eine nette Tante ein Märchen vorgelesen hat, habe ich das jeweilige Gesicht, die Mimik und Gestik der Person studiert, mir lustige Eigenheiten gemerkt, über falsche Aussprecher geschmunzelt oder einfach nur die Tatsache genossen, dass jemand neben mir sitzt und liest. Doch verstanden habe ich kein einziges Wort. Ich war zu konzentriert auf die Stimme, zu abgelenkt von der Person, als dass ich den Inhalt hätte verstehen und behalten können. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich höre gerne Radio, kurze Nachrichten, Sendungen zum bestimmten Thema - aber sobald es länger als 10 Minuten am Stück ist, schalte ich ab.

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10. November 2007 | Autor: Meg

Seit Tagen renne ich mit einigen Gedanken im Kopf durch die Welt, bemüht um den Versuch, diese zu ordnen, in Sätze zu formen und eine Geschichte daraus zu machen. Es geht um die Schulzeit und den millionenfach zitierten Satz: „Kind, Du lernst nicht für mich, sondern für das Leben“. Heute habe ich bei Herrn Eismann gelesen, daß sich daran nichts geändert hat. Man lernt nach wie vor nicht für die Lehrer, auch wenn man in deren Gunst ein paar Punkte nach oben steigen kann, wenn man das gewünschte Wissen endlich verinnerlicht hat.

Ich muß dazu sagen, daß ich stets sehr gerne zur Schule gegangen bin. Von der Klasse 0 bis zur Klasse 10 habe ich punkten können und gehörte zu den Top 5 in der Klasse/Stufe, das änderte sich erst, als ich die Höhere Handelsschule besuchte und mit Fächern wie BWL, VWL, ReWe konfrontiert wurde. Hätte ich nicht auch noch Deutsch, Englisch, Spanisch und Religion gehabt, wäre ich eingegangen, wie ein verdustetes Pflänzchen. Seit ich denken kann, habe ich mich mehr für die Geisteswissenschaften interessiert, während mich bei den Naturwissenschaften lediglich Biologie interessierte. Chemie, Physik, Mathe und die oben genannten Fächer waren für mich der blanke Horror, denn hier mußte ich eine andere Fähigkeit anwenden, als Intuition: Auswendig lernen. Ich habe es gehasst. Es fiel mir leicht, das war nicht das Problem, ich schaffte es locker, 10 DIN A4-Seiten in 2-3 Stunden auswendig zu lernen (vorwärts und rückwärts), doch ich hasste es deshalb, weil nach der Klausur dieses Wissen verschwand. Als würde ich einen Handel mit meinem Kurzzeitgedächtnis eingehen: „Ich werde all den Kram behalten, aber nur für 2 Tage!“. Während meine Klassenkameraden bereits 2 Wochen vorher paukten, nutzte ich die Zeit und fasste zusammen. All das geforderte Wissen für die Klausur fasste ich auf 10 Seiten zusammen und fing einen, max. 2 Tage vor der Klausur an zu lernen. Zum einen brauchte ich den Druck, zum einen kannte ich den „deal“ mit meinem Kurzzeitgedächtnis. Man braucht keinen astronomisch hohen IQ um zusammenzurechnen, daß die Fächer, für die ich auswendig lernte, nicht meine Steckepferdchen waren. Schriftlich schaffte ich es immernoch eine gute 2, manchmal sogar eine 1 zu bekommen, doch mündlich scheiterte ich kläglich, denn ich konnte den Stoff, den ich auswendig gelernt hatte, nur mit geschlossenen, vor dem geistigen Auge „ablesen“. Das funktionierte jedoch nicht, wenn 5 Lehrer einen anschauten und der Meinung waren, ich wäre entweder bekloppt oder einem Ohnmachtsanfall nahe. Es stellte kein Problem dar, aus der mündlchen Deutschprüfung mit einer 1 rauszukommen und das gleiche Ergebnis bei einer Englischprüfung zu schaffen, aber bei Mathe wunderten sich stets die Lehrer über meinen merkwürdigen Rechenweg, auch wenn das Ergebnis +/- 10 stimmte. Sicherlich fragte ich mich auch mal bei meinen Lieblingsfächern, wofür ich eines Tages das Wissen um die Reimformen von Gedichten brauchen würde, schließlich wollte ich Fremdsprachen studieren und nicht die eigene Muttersprache (doch es sollte sich herausstellen, daß das nicht so einfach ist, wie ich mir das vorgestellt habe). Viel öfter fragte ich mich allerdings, wofür ich eines Tages wissen muß, wie ich das Lot zu fällen habe oder was die 10. Potenz von Irgendwas ist. Fremdsprachen-Profis brauchen das nicht. Sie müssen aush nicht wissen, ob man in ReWe die Buchung von Forderungen an Bank oder Fuhrpark an Kasse oder Verbindlichkeiten buchen mußte. Es war mir egal, welche Art von Gütern es in der Marktwirtschaft gab und ob der Wunsch nach einem Fürherschein ein Luxusgut oder ein Exsistenzgut ist. Algebra, das Periodensystem, Bruchrechnung oder Betriebsabrechnungsbogen, DNA oder andere schicken Gen-Ketten – das brauchte doch kein Mensch.

Allerdings bin ich meinem SoWi-Lehrer bis heute dankbar, daß er uns das Thema „Steuererklärung“ bis zum Ohrenbluten beigebracht hat, so daß ich mit 16 Jahren die elterliche Steuererklärung machen konnte und von der Rückzahlung (10% hatte mir mein Vater von dem versprochen, was sie zurückbekommen würden) meinen Führerschein bezahlte, ohne daß es ein Luxusgut war.

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Kategorie: MegLosophie  | Tags: , ,  | 13 Kommentare