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13. August 2008 | Autor: Meg

Wir haben einen Schatz. Einen Schatz, um den wir in Zukunft beneidet werden. Mit Sicherheit.

Wir haben eine Putzfrau. Wobei ich gerade etwas unsicher bin, ob das die politisch korrekte Beschreibung ist. Facility Manager trifft es besser, wobei es der guten Seele recht egal ist, wie wir sie bezeichnen, denn sie putzt aus Leidenschaft. Ihre eigene 4-Zimmer Wohnung jeden Tag 5 Stunden. Nach ihrer eigenen Aussage. Dort kann man bestimmt vom Fußboden essen und seine Poren in jeder glatten Oberfläche betrachten.

Gut, eine Putzhilfe ist erstmal nichts allzu ungewöhnliches, aber unsere hat einen entscheidenden Vorteil: Sie spricht DEUTSCH. Und sie versteht DEUTSCH. Wir können mit ihr kommunizieren. Sie kann lesen, was auf den Falschen mit den chemischen Keulen steht (vielleicht putzt sie gerade deshalb alles mit Spüli?).

Damit nicht der Eindruck entsteht, wir wären Deutschen mit Migrationshintergrund gegenüber feindlich gesinnt: Blödsinn. Ich lege nur Wert darauf, dass man mich versteht. Notfalls mit Händen und Füßen, aber ich möchte verstanden werden. Bei der letzten Perle habe ich sogar mein Kyrillisch ausgegraben und mit einer Kollegin einen Brief verfasst. Zwecklos, wobei wir bis heute nicht wissen, ob es an den verstaubten Kenntnissen oder an der Schulungsresistenz der Dame lag. Fakt ist, dass sie die Fenster mit dem Toiletten-Reiniger putzte und unter Fliesen niemals die an der Wand, sondern immer die auf dem Boden verstand. Sie hinterließ mehr Chaos, als vorher vorhanden.

Umso glücklicher sind wir faulen Säcke darüber, dass uns unser Liebchen versteht und auch noch sowas von gerne putzt, dass wir ums Verrecken keinen Krümel gefunden haben. Seit einer Weile sitzen wir nun hier, erfreuen uns der blinkenden Oberflächen, der funkelnden Spüle (so gut hat sie nicht mal ausgesehen als sie neu war!) und trauen uns nicht, irgendwas anzufassen. Ich habe sogar das Bedürfnis mir ein Paar Filzpantoffeln von einer Burg zu besorgen, damit ich keine Sockenflusen auf dem Boden hinterlasse.

Ein wenig Luxus kann verdammt glücklich machen :mrgreen:

6. August 2008 | Autor: Meg

Auch verliebte Menschen reagieren auf die Sonne im Sommer mit anderen Gefühlen als zu den restlichen Jahreszeiten.
Bei mir ist das der Fall. Meine Endorphine und alle anderen Glücksbotenstoffe spielen in meinem Bauch verrückt. Die Flugzeuge fliegen, oder sind es die Hummeln im Arsch?
Liebe ist in allen Ritzen der Beziehung, sie ist nicht immer offensichtlich und hüpft nicht ausschließlich von Zungenspitze zur Zungenspitze. Aber man kann - wenn man “sehend” ist - die Funken hüpfen sehen.
Liebe hat unendlich viele Gesichter. Sie ist manchmal ein Hundeblick, ein Seufzer, sie kann ein Streichler im Vorbeigehen sein oder der Gedanke daran, einen Brief vom Schreibtisch mitzunehmen.
Manchmal nimmt sie bunte Formen an und wird mutig, dann ist sie der Streichler über den Po, wenn man in der Schlange vor dem Kino steht, der leidenschaftliche Kuss in den Fußgängerzone, das Drängen an die Wand und heisser Atem in aller Öffentlichkeit.
Wenn sie verschmitzt und süß ist, ist sie das Karamellsirup-Herz auf dem Latte Macchiato oder das letzte von 10 Würstchen (wobei 9 verbrannt sind).
Liebe bringt auch Opfer und macht Menschen zu Krankenpflegern - sie ist die Hand, die cremt oder die Stirn kühlt und streichelt. Sie ist die massierende Hand auf dem Bauch oder die, die das Pflaster anbringt und den Daumen 1 Minute wärmt, damit das Pflaster halten kann.
Sie ist stark, diese Liebe, so stark, dass sie fast nie die Geduld verliert und einen in den Arm nimmt, wenn man wieder die “krawalski butzki” angezogen hat. Die Hydra unter den Geduldigen - wenn man ein graues Haar verspielt hat, wächst ein neues nach und man muss es nicht färben.
Liebe ist niemals müde, auch wenn der Alltag ihre Symptome manchmal zwischen Einkäufen, Wäsche-Ladungen und Diskussionen über Gardinenstangen versteckt.

Liebe genießt, wenn beide zum Genuss kommen.
Liebe hat unendlich viele Gesichter.
Liebe ist die Quintessenz.

Welche Gesichter trägt eure Liebe?

15. Juli 2008 | Autor: Meg

… an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Gerade bin ich im Büro angekommen. Für heute sind ca. 23-24 Grad vorhergesagt, mehr nicht. Ein laues Lüftchen geht, ich trage Jens¹, Leinenschuhe und ein weißes Hemd. Andere scheinen subtropische Temperaturen zu erwarten, in Anbetracht ihrer … Kleidchen.  Einige sehen sehr attraktiv aus, andere sollten mal eine Farbanalyse machen oder zumindest mal die Füße pflegen, wenn sie schon in Riemchen-Sandalen rumlaufen. Oben Huuuui! unten Pfuuuui! - Leider.

Was ist eigentlich Attraktivität?

Wir finden etwas attraktiv, was uns anzieht, was wir schön finden. Im Englischen unterscheidet man zwischen “physical attractiveness” und “attractiveness”. Das gibt es im Deutschen nicht. Hier bezieht es sich fast immer auf das Äussere. “Es muss passen” - negativ gewickelt, wer denkt, dass er DAS in einem Telefonat oder einer mail rausfindet (mehrere Telefonate und mails helfen auch nicht!) - Augenkontakt ist wichtig. Zwischenmenschliche Chemie und so`n Kram.
Fragt Dr. Sommer. Aber gibt es ein allgemein gültiges Schönheitsbild?

Es ist falsch, davon auszugehen, dass Schönheit etwas ganz Subjektives ist. Natürlich fließen in die Beurteilung auch individuelle Dinge ein, aber ich habe festgestellt, dass es Maßstäbe gibt, die auf jeden zutreffen. Ein Beispiel dafür ist die Symmetrie von Gesichtern: Gesichter, die zu stark von der Symmetrie abweichen, werden generell als unattraktiver eingestuft.
Dafür ist mein Gesicht interessant - die Klingonen-Stirn, der Mund, der nicht ganz ebenmäßig ist und dennoch sinnlich, die Ohren (ja, auf dem einen schlief ich immer als Baby - umgeklappt), die etwas zu eng stehenden Augen und die Nase - von manchen als “niedlich” von anderen² als “doof” bezeichnet.

Trotzdem sind wir, anders als die notgeilen, weil schwanz-gesteuerten Lurchmännchen, bei denen man die Uhr nach dem Akt stellen kann, keine willenlosen Spielbälle von Doktor Sexus, der uns nur zu “dem einen, du weißt schon was” versklaven will. Glücklicherweise gibt es ja Alternativhandlungen wie Holzhacken, Vokabeln pauken oder Autowaschen. Oder, um Freud zu bemühen: Manchmal ist eine Zigarre auch einfach nur eine Zigarre …

Ich werde mal einen Zettel aufhängen: Wer pimpern will, sollte Füße pflegen.

Ob das hilft? ;)

In dem Sinne: einen sonnigen und attraktiven Tag!

¹ Eigentlich trage ich jeAns, aber offensichtlich dachte ich beim Schreiben gerade an Jens - deshalb der Freud’sche. Zur eurer Beruhigung: Jens würde meinen Popo natürlich nur zusätzlich aufhübschen ;)

² Meine Schwester ist der Meinung, die hübschere Nase von uns beiden zu haben. VETO.

1. Juli 2008 | Autor: Meg

… gibt es in den verschiedensten Varianten: Träume, Gegenstände, Bücher, Musik, Gerüche, Geschmäcker und auch Bilder. Die dürfen nicht fehlen. Vor einigen Wochen schrieb mich Sophie an. Ich kannte sie bis dato nicht, aber sie hatte ein interessantes Angebot für mich, nachdem sie sich die Seelenvögel genauer angeschaut hat. Sie war der Meinung, ich könnte mich für das Angebot interessieren, da ich doch ab und an meine Texte mit Bildern auflockere …
Deshalb habe ich ein Angebot von Snapfish getestet: Dort kann man sich neben den üblichen Foto-Büchern, Alben, etc. auch Poster machen lassen und genau das habe ich getestet.

Sehr viel gibt es nicht zu sagen, denn jeder kann das intuitiv bedienen, dessen bin ich mir sicher: Angemeldet, Bilder hoch geladen. Das war einfach. Ich konnte das Format wählen, eine Überschrift, Farben und Schrift. Auch das ist sehr intuitiv und einfach. Schade finde ich nur, dass ich die Bilder nicht per drag & drop schieben kann, sprich: auf dem Poster selbst anordnen, das hätte ich wichtig gefunden. Ich habe einige Male neu angefangen, verworfen, wieder begonnen in der Hoffnung, dass sich die Bilder irgendwann von selbst so ordnen, wie ich sie gerne hätte - doch Fehlanzeige. Danach habe ich das fertige Poster bestellt und nun - nun bin ich sehr gespannt, wie mein Liebster und ich an der Wand wirken werden, in 50×75 cm! :)

Falls ihr das auch mal ausprobieren wollt, habe ich nicht nur einen Nachlass von 25% für euch, sondern auch einen Tipp: Konzentriert euch auf ein Thema und ladet nicht wahhlos 30 Bilder rein, sonst kann man kaum was erkennen. So eine 30 Bilder-Collage ist gut, wenn man jemandem ein Poster als Junggesellenabschied-Doku schenkt oder sowas in der Art :)

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3. Juni 2008 | Autor: Meg

Seit Tagen würde ich am liebsten mit den Fäusten gegen eine Wand donnern. Schreien. Ich bin sprachlos, wütend und entsetzt:

Was ist das für eine Welt, in der Menschen LITERWEISE Milch in die Gülle schütten, damit sie Druck ausüben können?

Was müssen sich Menschen denken, für die ein Becher Wasser die Lebenserhaltung bedeutet?
Ist das wirklich der einzige Weg, den man gehen kann? Milch tagelang, wochenlang in rauen Mengen WEGSCHÜTTEN, um einige Cent mehr zu bekommen? Kann sie nicht exportiert werden oder Käse daraus gemacht werden, welcher sich länger hält?

Ich bin gerade nicht in der Lage strukturierte Sätze zu bilden, Recherche zu betreiben und … logisch, wirtschaftlich zu denken. Das tut die Politik gerade auch nicht.

Milch. Weggeschüttet.
Manchmal kostet es mich etwas Überwindung, diese Welt zu ertragen.

Kategorie: MegLosophie  | Tags: , , , , , ,  | 46 Kommentare
21. April 2008 | Autor: Meg

Dieses Mal habe ich gleich 2 Themen des Projektes in einem Beitrag, da ich leider etwas hinterher hinke.

Da haben wir zum einen das Thema der 15. KW, welches lautet: “Lebensmittel richtig präsentieren” - ich gebe zu, dass ich das nicht besonders gut kann. Ich könnte an der Stelle mein Thema der 1. Woche posten. Damals habe ich Glückskekse fotografiert, was mir recht gut gelungen ist. Doch dann ist mir noch ein Bild eingefallen, welches bei uns in der Küche in 1,20×0,80m an der Wand hängt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von ElMar und mir.

Lebensmittel

Zum Thema der 16. KW “Geheime Orte” habe ich ein Bild gemacht. Der Ort ist nicht geheim, doch für mich ist das seit fast 3 Jahren der sicherste Ort der Welt. Egal wie fies das Leben spielt, wenn ich abends umarmt werde, kann ich es danach mit der ganzen Welt aufnehmen. Was ist Geborgenheit? Geborgenheit sind zwei offene Arme, die einen umschließen und in denen man sich sicher fühlt, aber nicht eingeengt.

Geheimer Ort

26. Februar 2008 | Autor: Meg

Found.

Es war einmal …

… ein Mann, der nicht sehr beliebt bei Frauen war. Er war ein netter Kumpel, aber wenn es darum ging, die Frauen ins Bett zu bekommen, suchten diese eher nach anderen Kerlen. Das frustrierte ihn zutiefst.
Eines Tages hatte er eine Idee und ging glücklich zum Sport. Die ganze Zeit schon grinste er, was seinen Freunden nicht verborgen blieb. Also fragten sie ihn nach dem Sport:
„Hey, was grinste so?”
„Ah nichts”, antwortete der Gräfi.
„Komm schon, Du grinst nicht einfach so, erzähl!”, drängten ihn seine Freunde.
„Na gut”, ließ sich Gräfi überreden. „Gestern war ich mit einer tollen Frau im Bett. Während ich sie also streichelte und meine Finger ihre Lippen teilten, massierten und liebkosten, bäumte sie sich plötzlich auf, krallte ihre Nägel in meine Schulter und ging ab wie eine Rakete! Sie schrie, warf den Kopf hin und her und ihr ganzer Körper wand sich in glühender Ekstase.”
Die Jungs schauten ungläubig.
„Was war denn passiert?!”
„Tja, ich hatte ihn gefunden!”, prahlte Gräfi.
„Ihn?! Wen?!”, fragten seine Freunde und drängten sich noch näher an ihn.
„Den G-Punkt”, sagte Gräfi triumphierend.

Bisher ist das Fiktion. Ehrlich. Das habe ich mir gerade ausgedacht.  Doch das wäre eine Erklärung dafür, warum es einen Haufen Männer gibt, die mit Schweißperlen auf der Stirn ihrer Entdecker-Seele freien Lauf lassen und wühlen, suchen, stöbern … in der Hoffnung, diesen ominösen Punkt zu finden.

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