Das Jahr 2008 hat wunderbar angefangen. Kein Grund zu Besorgnis, kein Grund, um die Stirn in Falten zu legen. Dennoch: seit ich als kleine Mädchen mit meinem Opa Mühle und Dame gespielt habe, habe ich gelernt, mind. 2-3 Züge im Voraus zu planen und auch zu denken. Meine innere Stimme würde zum Glück auch nicht anderes zulassen, weshalb ich mir seit einigen Tagen die ein oder anderen Gedanken mache.
Gestern habe ich einen interessanten Artikel in meiner Lieblings-Zeitschrift “emotion” gelesen, es geht um Maslows Bedürfnispyramide. Bitte nicht verwechseln mit dem Pawlow, seinen Hunden und Theorien, das ist eine andere “Baustelle”. Ich weiß nicht, wer von euch in der Schule Sozialwissenschaften hatte oder sich mit etwas Psychologie beschäftigt hat: die Bedürfnispyramide symbolisiert - wie der Name schon sagt - die Hierarchie der Bedürfnisse. Es ist so ähnlich, wie diese Fress-Pyramide, wo wie leckersten Sachen die am ungesündesten sind immer ganz oben stehen, weil man davon am wenigsten essen darf. So ähnlich ist es auch bei Herrn Maslow. Unten (also am meisten davon) befinden sich die Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, etc.) und nach oben hin wird es immer weniger. Ganz oben steht der Luxus.
Ich bin der festen Überzeugung, dass sich diese Pyramide im Laufe eines Menschenlebens verändert. Gut, nicht ihr Aufbau, aber ich bin sicher, dass die einzelnen Symbole der Bedürfnisse wandern. Manch ein Luxusgut wird zu einem Grundbedürfnis und manch ein Grundbedürfnis wird zum Luxus, wobei das eine gravierende Veränderung wäre.
Ich habe vor Jahren während des SoWi-Unterrichts und später während des Studiums meine Pyramiden gebaut und habe gestern festgestellt, dass sich diese verändert hat.
Während man als sehr junger Mensch der Stufe “Sicherheit” und “Bindung” eher homöopathische Bedeutung beimisst, ändert sich das auf jedem Fall im “Alter”.
Es ist sicher nicht jedermanns Thema, aber auf der Seite von “emotion” könnt ihr eure Pyramide selbst ‘bestücken’ via drag&drop, danach bekommt ihr ein paar “Erklärungen”, bzw. Fakten.
Ich fände es sehr interessant zu erfahren, inwieweit sich eure Bedürfnisse mit der Zeit verändert haben.
Was waren die Auslöser? Kinder? Krankheiten? Welche Erfahrungen?

Donnerstag, 17. Januar 2008
Für mich haben sich meine Bedürfnisse ganz klar verschoben. Während es früher für mich wichtig war modisch up to date zu sein, ein tolles Auto zu fahren und mir Urlaub zu leisten, habe ich mit Mitte 20 erfahren was wirklich wichtig ist im Leben. Du kannst Dir sicher vorstellen auf was für einem Fundament meine persönliche Pyramide gebaut wird. Gesundheit, Liebe und Freunde/Familie. Alles andere findet sich ….
Donnerstag, 17. Januar 2008
Das ist ja interessant. Und außerdem stelle ich wiedermal fest, dass ich die aktuelle Ausgabe verpasse, wenn ich mir ihr Erscheinen nicht notiere…
Ich bin wohl noch ein bisschen jung, jedenfalls kommt es mir nicht so vor, als ob sich bisher etwas verändert hätte. Darüber denke ich in 5 Jahren nochmal nach. Vielleicht dann…
Donnerstag, 17. Januar 2008
Murmel? Du bist modisch “up to date”, fährst ein tolles Auto und leistest Dir Urlaub mit mir! :grin:
Aber ich weiß, was Du meinst … sehr gut sogar! :hugh:
Donnerstag, 17. Januar 2008
Alicia, ich erinnere Dich gerne, denn ich habe sie im Abo. Sie ist bereits vor knapp 2 Wochen erschienen, aber ich habe ja noch 2 Wochen Zeit sie zu lesen, bevor die nächste kommt. Mal abgesehen davon, dass man in der richtigen Stimmung sein muss …
Donnerstag, 17. Januar 2008
Ja, ich kann, wenn ich mag. Das ist toll. Ich könnte aber darauf verzichten, wenn ich müsste.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Schon merkwürdig, wenn ich so darüber nachdenke hat sich bei meiner “Pyramide” nicht viel getan. Lediglich das Kapitel Auto hat sich geändert, denn heute bin ich nicht mehr so spitz darauf ein schickes Auto, oder überhaupt ein Auto, zu besitzen.
Was mich sehr bedrückt, ist die Sache mit der Sicherheit für die Zukunft, sprich Rentenvorsorge und ähnliches. So sehr ich auch weiß das ich so etwas benötige, sehe ich mich nicht in der Lage dort etwas zu unternehmen. Früher, frisch ausgelernt und als recht gut verdienender, da sah das alles anders aus… und das stimmt mich sehr sehr traurig.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Andi, das kann ich sehr gut nachvollziehen, damit stehst Du nicht alleine da. Ich habe das Glück, dass ich seit Jahren einzahle - auch nicht wenig. Außerdem sorge ich noch privat vor, das beruhigt ein BISSCHEN, auch wenn man immer “MEHR” machen könnte, aber ganz ehrlich: Ich kann doch nicht immer nur für “später” knechten, ich lebe heute …
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du sehr bald einen Job hast!
Was genau suchst Du denn?
Donnerstag, 17. Januar 2008
Meg, gelernt habe ich ja Industrieelektroniker. Da bin ich recht vielseitig einsetzbar. Nimmt man meine Erfahrung mit Computern dazu (immerhin habe ich die Dinger jahrelang montiert und repariert), kann ich also gar nicht so schlecht sein von meinen Kenntnissen und Wissen her. So strecke ich meine Fühler in viele Richtungen.
Momentan habe ich da was an der Hand (ich habe die Woche in meinem Blog schon was zu geschrieben), wo ich wohl zusagen werde, nächste Woche setzen wir uns wahrscheinlich zur Ausarbeitung des Vertrages zusammen. Allerdings hat die Sache einen sehr sehr großen Haken… der Job ist extremst schlecht bezahlt, so das ich dann mit 1000 Euro netto auskommen muß, bei nur 24 Tagen Urlaub! Ich kann es mir in meiner jetzigen Situation leider nicht erlauben wählerisch zu sein, und das k*tzt mich so an, da ich die letzten zehn Jahre von meinen letzten Arbeitgebern schon so im Lohn gedrückt wurde. Und ich rutsche von meinem Einkommen her immer tiefer anstatt höher.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Andi, hast Du Dir mal die Jobbörse der DTAG genauer angeschaut?
Donnerstag, 17. Januar 2008
Nach meiner Ausbildung orientierte sich meine “Bedürfnispyramide” an Begriffen wie “Karriere” und “Freizeit” und ja nicht die Fehler der Eltern wiederholen… ;-)
Klappte anfangs auch ganz gut, dann kam eine Frau in´s Spiel, die die alte Pyramide ganz schön in´s wackeln brachte, bzw. meine eigentlichen Bedürfnisse umkrempelte. Studium abgebrochen, heiraten, Kind kriegen. Es war halt auch eine andere Zeit, in den Siebzigern.
Heute weiß ich, das ich die Fehler meiner Eltern doch wiederholt habe… ;-)
Donnerstag, 17. Januar 2008
Meine Pyramide hat sich im Lauf der Zeit nur minimal. Allerdings habe ich sie seit jeher auf einer ähnlichen Basis wie Murmel aufgebaut.
Natürlich freue ich mich über ein Paar Traumschuhe oder renne ewig durch die Läden, um die “perfekte Jeans” zu finden. Dennoch sehe ich sofort, war *mir* wirklich wichtig ist - beispielsweise wenn der Junior krank ist.
Den Drang, anderen mit tollen “Luxusgütern” (wie auch immer man die definieren mag) zu imponieren, hatte ich eh noch nie. Da fehlt mir wohl irgendein Gen. Wenn ich beeindrucken möchte, dann durch mein “Innenleben”.
Donnerstag, 17. Januar 2008
“geändert”. Da oben fehlt ein “geändert”
Donnerstag, 17. Januar 2008
Sisou, hier fehlt ein “geändert” und aus dem “war” mache ich “was” - menno, ich verstehe Dich auch MIT Flüchtigkeitsfehlern
Was glaubst Du, welcher Schlag Mensch diese Pyramide anders aufbaut? Luxus = viel, Gesundheit = wenig, kann man ja “kaufen”?
Donnerstag, 17. Januar 2008
Querdenker - ist es Dir gelungen, den ein oder anderen “Fehler” wieder gerade zu biegen? Ich habe vorhin bei Andi etwas von Dir gelesen. DAS kannst Du laut ein “bewegtes Leben” nennen
Donnerstag, 17. Januar 2008
@ Meg: Auch den Menschen, die sich einbilden Gesundheit kaufen zu können, werden eines Tages die Grenzen aufgezeigt. Und genau an diesem Punkt verändert sich möglicherweise der Aufbau ihrer Pyramide. ;-)
Gesundheit ist nicht käuflich. Liebe,Freunschaft und ehrliche Anerkennung sind auch nicht käuflich.
Wer die Pyramide anders aufbaut? Möglicherweise Menschen, die den Blick mehr nach außen und nicht nach innen. Aber darüber, wie jemand die Prioritäten setzt - und warum - kann man viel spekulieren und noch viel mehr hinein interpretieren, wenn man möchte. Ich möchte nicht.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Ich verstehe. (Du bekommst die Schuhe jetzt nicht aus dem Kopf, wa?)
Ich glaube, dass diese Menschen so einsam sind, dass es ihnen egal ist, ob die Anerkennung die sie bekommen, die “Freunde”, die sie um sich haben, gekauft oder ehrlich sind. Hauptsache, sie sind nicht alleine … mit ihrem Geld.
Donnerstag, 17. Januar 2008
motivationspsychologie ist ein sehr interessantes thema. nur schade das ich grade intensiv mit der bedürfnispyramide meiner chefs beschäftigt bin und mir daher die zeit fehlt. nur soviel: maslows idee ist über 50 jahre alt. wissenschaft ist inzwischen schon etwas weiter. grundsätzlich halte ich seine pyramide noch für gut. praktisch läßt sie sich aber nicht auf eine einzelne persönlichkeit eins zu eins anwenden. natürlich ändern sich persönliche vorlieben. auch meine
wichtig ist dabei nur das wir einem verhalten folgen, welches sich über jahrmillionen entwickelt hat und wir schon bei unserer geburt kein unbeschriebenes blatt sind.
Donnerstag, 17. Januar 2008
@Meg: Oh ja, bewegtes Leben trifft es wohl! Fehler “geradebiegen”? Ich nehme an, die Frage bezieht sich auf meine Fehler. Ja, ich habe mich 2x scheiden lassen, Schulden ausgeräumt, mit 50 ein IT-Studium abgeschlossen und versuche gerade, meine Ego-Pyramide neu zu entwerfen um wenigstens noch das “Älter-werden” mit Würde und Stolz zu geniessen ;-)
Beruflich gebe ich mich mit 55 keinen Illusionen mehr hin!
Auswandern, das wäre noch was…
Donnerstag, 17. Januar 2008
Querdenker, das finde ich wirklich großartig, kenne ich einige Fälle, die nach dem ersten oder zweiten “größerem Fehler” in ihrem Leben die Flinte ins Korn geworfen haben, jedes Jahr den Finger heben und all ihre Träume begraben haben. Es mag sein, dass Du Dir in beruflicher Hinsicht keine Illusionen mehr machst, aber Du gibst nicht auf … etwas zu tun, Dich zu beschäftigen und ja, Dir selbst etwas zu beweisen.
Auswandern … ja, davon träume ich manchmal auch. Mit dem “Alter” kommen die Träume immer öfter.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Leono, die Idee mag alt sein, die Bedürfnisse haben sich geändert, weil es mehr Möglichkeiten gibt. Bedürfnisse, die es vor 50 Jahren nicht gab, wurden nach und nach geweckt durch Innovationen, Erfindungen. Latente Bedürfnisse wurden verwirklicht. Doch die Grundstruktur - die dürfte doch gleich geblieben sein, oder?
Freitag, 18. Januar 2008
@Meg:

es steckt eine gewisse logik hinter seiner pyramide. natürlich strebe ich nicht nach existenzieller freiheit (der obersten stufe) wenn ich einfach nur durst habe (unterste stufe). tatsächlich verweben wir unsere bedürfnisse aber viel mehr miteinander als seine hierarchie es zuläßt. das streben nach luxus (vierte stufe)zb ist kein einfacher selbstzweck, sondern kann sehr wohl mittel zum erreichen sozialer beziehungen sein (dritte stufe).
der volle ausbau meiner persönlichen fähigkeiten (oberste stufe) kann sehr hilfreich bei der sicherung meines arbeitsplatzes (zweite stufe) und damit der befriedigung meines hungers sein (erste stufe).
du siehst, gar so einfach sind wir menschen leider nicht